Hornussen
Das «Hudelwetter» half Wäseli

Die Wäseli Hornusser schlagen Zuchwil im vorentscheidenden Spiel um die Meisterschaft. Beim klaren Ausgang hatte auch das Wetter grossen Einfluss.

hans peter schläfli
Drucken
Teilen
Wäseli liess sich im Dauerregen viel Vorbereitungszeit. Schläfli

Wäseli liess sich im Dauerregen viel Vorbereitungszeit. Schläfli

bz Basellandschaftliche Zeitung

Sogar die Schafe auf der Weide neben dem Zuchwiler Hornusserplatz suchten «Schärme». Rolf Binggeli und Jürg Eggimann hätten das wohl besser auch so gemacht. Aber die beiden wollten am frühen Sonntagnachmittag dem sintflutartigen Regen, Wind, Blitz und Donner trotzen – und beide schlugen je einen Nuller für die HG Zuchwil. «Ich wäre bei diesen Bedingungen nicht hingestanden», kommentierte Erwin Schmid, Wäselis routinierter Langschläger, Eggimanns Nuller. «Ich hätte Verständnis gehabt, wenn er noch etwas zugewartet hätte.»

So legte Zuchwil nur gerade 284 und 254 Punkte vor – so weit schlagen sonst Mannschaften in der 2. Liga. Dabei handelte es sich um das vorentscheidende Duell zwischen Zuchwil und Wäseli um den Schweizer Meistertitel in der Nationalliga A.

Berner mit Vorteilen

Ausgerechnet, als die Berner Gäste begannen, sich aufs Schlagen vorzubereiten, tauchte ein Silberstreifen am Horizont auf. Obwohl es immer noch wie aus Kübeln regnete, pressierte es denen natürlich nicht mehr so heftig. Noch etwas Sägemehl hier und noch ein wenig Erde da, alles musste perfekt sein. Wenn er sieht, dass das Wetter im Westen bessert, dann hat der Hornusser plötzlich viel Zeit. Das ist vielleicht nicht ganz fair, aber Zuchwil hätte es wohl auch nicht anders gemacht.

Der Regen hörte auf und auch die Schafe schauten den Hornussern wieder neugierig zu. Und ausgerechnet, als die Sonne erstmals durch die Wolken drückte, schlug Matthias Sieber als Erster überhaupt an diesem Nachmittag zweimal einen 20er. Nach der Hälfte des Spiels lag Wäseli mit über 80 Punkten voraus. So blieb Zuchwil nur noch die kleine Hoffnung, dass der Gegner im zweiten Teil einen Nouss «abeloht». Aber das Gewitter war vorbei und die Bedingungen ganz einfach ideal zum Hornussen. Wäseli liess denn auch nichts mehr anbrennen und gewann souverän.

Wenn in den letzten Runden nichts Sensationelles geschieht, ist damit die Entscheidung in der Nationalliga zugunsten der Berner gefallen. Quintessenz: Es ist bitter für Zuchwil, wenn das Wetter das vorentscheidende Spiel um den Schweizer Meistertitel massgeblich beeinflusst. Aber Wäseli trifft daran keine Schuld.

Aktuelle Nachrichten