Eidgenössischen Feldschiessen

Das grösste Schützenfest der Welt ruft wieder

Schweizweit sind rund 130000 Schützen am Feldschiessen dabei, auch in Wolfwil wird der Ansturm wieder gross sein.

Schweizweit sind rund 130000 Schützen am Feldschiessen dabei, auch in Wolfwil wird der Ansturm wieder gross sein.

Beim Eidgenössischen Feldschiessen steht das Mitmachen, nicht der Wettkampfgedanke im Vordergrund. Für die diesjährige Austragung wünscht sich Heinz Hammer, Präsident des Solothurner Schiesssportverbandes, auf erneut über 6000 Teilnehmende im Kantonsgebiet.

«Das Feldschiessen ist für den Schweizer Schiesssportverband der wichtigste Anlass im Jahr für die breite Masse», erklärt Heinz Hammer, Präsident des Solothurner Schiesssportverbandes. «Es ist sicher der Grossanlass, der in der Öffentlichkeit am meisten Aufmerksamkeit bekommt. Für den Verband ist der Leistungssport mit den Schweizer Meisterschaften aber natürlich genau so wichtig, das Feldschiessen ist halt ganz anders positioniert.» So stehe beim Feldschiessen jeweils nicht der Wettkampfgedanke im Vordergrund, sondern das Mitmachen. «Das Gesellige kommt vor der Platzierung», so Hammer.

Im Vorjahr nahmen exakt 6283 Solothurnerinnen und Solothurner am Eidgenössischen Feldschiessen teil. Diese Zahl soll heuer leicht gesteigert, oder zumindest gehalten werden. «Alles andere ist nicht realistisch», stellt Hammer klar, «eine wahnsinnige Steigerung der Teilnehmerzahl ist sicher nicht zu erwarten.» Als kantonale Schiess-Hochburg könne laut Hammer der Bezirk Bucheggberg bezeichnet werden. «Dort haben wir stets konstant hohe Teilnehmerzahlen», sagt er und schwärmt von der Anlage in Lüterkofen: «Die Schützen schiessen noch vom Strassenrand aus auf handgezeigte Scheiben. Das ist phänomenal. Ob Sonnenschein oder Regen, die Leute kommen immer in Scharen.»

Nicht zu unterschätzender Aufwand

Obwohl das Feldschiessen seit Jahrzehnten ein traditioneller Volksanlass ist, gehe es nicht ohne Werbung, hält Hammer fest. Diese falle sehr unterschiedlich aus: «Einige Schiessstände verschicken in jeden Haushalt in der Umgebung einen richtigen Festführer. Zudem hängen an vielen Ortseingängen Plakate und wir haben in verschiedenen Anzeigern geworben.» Die Durchführung sei für die Schützenvereine mit einem nicht zu unterschätzenden Aufwand verbunden. «Das betrifft einerseits den administrativen Bereich mit dem Erfassen der Teilnehmer und ihren Resultaten, das Erstellen von Ranglisten oder auch das Vergeben von Auszeichnungen», erklärt Hammer. «Auch im schiesstechnischen Bereich muss einiges getan werden. Eingangskontrolle am Schiessstand, Munitionsausgabe und so weiter.»

Die Sicherheit aller Teilnehmer stehe dabei ganz klar im Vordergrund: «Das Wichtigste ist, dass wir am Sonntagabend feststellen können, dass es keinen Zwischenfall gegeben hat.» Unterschiedlich sei der Aufwand auch im Bereich der Festwirtschaft. Einige Schützenvereine verfügen bereits über die nötige Infrastruktur vor Ort, andere bauen extra für das Feldschiessen eine Buvette auf. Schliesslich seien die Begegnungen und das Drumherum das Schönste am Feldschiessen, so Hammer.

Hammers Ziel: mehr als 60 Punkte

Für den Präsidenten des Solothurner Schiesssportverbandes wird es ein termingeladenes Wochenende. Heute Abend sorgt er im Schiessstand seines Vereins, dem Schützenverein Balsthal-Klus, für einen geregelten Ablauf. Am Samstagmorgen steht der Behördenrundgang im oberen Kantonsteil an – auf den Schiessplätzen in Bettlach, Gerlafingen und Lüterkofen. «Der Rundgang ist immer etwas Spezielles», steigt bei Hammer die Vorfreude bereits, «wir schätzen es sehr, dass die Leute aus der Politik und vom Militär den Kontakt zum Otto-Normalverbraucher nicht scheuen.» Morgen Nachmittag besucht Hammer mit einem kleinen Gremium die Schiessplätze im Schwarzbubenland, am Sonntagmorgen sind die Bezirke Thierstein, Thal und Olten-Gösgen an der Reihe. «Danach erledige ich noch letzte administrative Dinge und hoffe, dass ich mir am Sonntagabend um 18 Uhr ein Glas Wein gönnen kann.» Selber schiessen wird Hammer heute in Balsthal. Er sei aber nicht in Topform: «62, 63 Punkte sollten es schon sein, sonst bin ich nicht zufrieden.»

Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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