Eishockey
Das fünfte Derby zwischen Olten und Langenthal wirft seine Schatten voraus

Für EHCO-Topskorer Marco Truttmann ist die Marschroute vor dem NLB-Derby gegen den SCL klar: es zählt nur ein Sieg. Und die Vorzeichen stehen gut. Bisher hat der Leader beide Auswärtsspiele im Oberaargau gewonnen. Folgt nun der dritte Streich?

Michael Schenk
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Olten mit Marco Truttmann (r.) will sich den psychologischen Vorteil sichern.

Olten mit Marco Truttmann (r.) will sich den psychologischen Vorteil sichern.

Keystone

Zum fünften Mal begegnen sich morgen Abend (20.00 Uhr, Schorenhalle) der EHC Olten und der SC Langenthal in dieser Saison zum Mittelland-Derby. Drei von den vier vorangegangenen NLB-Partien hat der Leader aus dem Kanton Solothurn zu seinen Gunsten entscheiden. Davon notabene beide Spiele in der Halle des Meisters auf Schoren. Klar, «dass wir heute auch das dritte Spiel in Langenthal gewinnen wollen», sagt EHCO-Topskorer Marco Truttmann.

Einerseits weil die Powermäuse schon den warmen Hauch vom heissen Ajoie im Nacken spüren und, so Truttmann, «den ersten Rang, den wir jetzt so lange inne haben, zum Abschluss der Qualifikation nicht noch abgeben wollen.» Andererseits aber auch, um sich den unter Umständen noch wichtig werdenden psychologischen Vorteil zu sichern. Bedeutungsvoll dann, wenn sich Olten und Langenthal im Verlauf der Playoffs erneut begegnen sollten. Dreimal zu Hause gegen das gleiche Team zu verlieren – und dies im Fall des SCL als Meister – das kann absolut mentale Beulen hinterlassen. Respektive umgekehrt das Selbstbewusstsein des Gegners in der entsprechenden Umgebung nachdrücklich festigen.

Letzteres unbesehen vom oft zitierten Spruch, dass in den Playoffs alles wieder von Neuem beginnt. «Von mir aus können wir uns gern im Final wieder begegnen», sagt Truttmann. Denn, so der bis dato 26-fache Torschütze: «Ich liebe Derbys. Da ist schon etwas mehr Vorfreude im Spiel, als bei anderen Partien. Erst recht, weil Langenthal ja jemand ist.»

Was den SC Langenthal betrifft, so werden die Oberaargauer heute garantiert die vierte Potenz der Offensiv-Power zu spüren bekommen, als dies zuletzt von den Basel Sharks der Fall war. 9:0 hatte der SCL die Basler vom Eis gefegt. Olten ist mit 180 erzielten Toren das klar effizienteste Team im gegnerischen Angriffsdrittel. Und mit dem technisch brillanten Derek Cormier sowie Powerplay-Strategen Paul DiPietro sind die Oltner diesbezüglich gewiss nicht schlechter geworden. Wie hat Marco Truttmann, zu Saisonbeginn namentlich die unumstrittene Nummer 1 im Angriff des EHCO, den Einzug der neuen Gladiatoren erlebt? «Ich finde es gut, dass sie gekommen sind. Man weiss ja, was die beiden können.» Unter Druck gesetzt fühlt sich Oltens Goldhelm der Neuen wegen nicht. «Nein, auf mein Spiel hat das keinen Einfluss. Ich spiele mein Ding, ob die da sind oder nicht.»

Erstmals in Reihen des EHC Olten werden heute Wesley Snell und Ronny Keller verteidigen. Auch dazu hält Truttmann fest: «Zuletzt mussten wir phasenweise mit nur noch vier Verteidigern spielen – insofern werden uns die beiden gewiss helfen, unser Ziel zu erreichen.» Das Ziel, das da für Oltens Topskorer nur heissen kann: NLB-Meister. Der 33-jährige Ronny Keller, bei Thurgau unter Vertrag, ist Olten bis Ende Saison ausgeliehen worden. Der 36-jährige Defensivverteidiger Snell stösst von den Basel Sharks, wo sein befristetes Engagement ausgelaufen ist, zum EHCO. Der Vertrag des schweiz-kanadischen Doppelbürgers mit über 800 NLA- und NLB-Partien läuft bis Ende Saison 2013/14.