Wenn schon ein Powerplay-Tor, dann wenigstens eines, das nicht so schnell vergessen geht. So dachte sichs wohl der EHC Olten in der gestrigen fünften Playoff-Halbfinalpartie gegen den HC Lausanne. Fünfmal spielten die Powermäuse erfolglos und mit massivstem Verbesserungspotenzial in Überzahl, ohne einen Treffer in der ausgeglichenen Partie bejubeln zu können. Beim sechsten Powerplay aber schlugen die Oltner zu: Nach einem Abpraller kam Bruno Marcon an die Scheibe und verwertete die Grosschance stilsicher zum 3:2. Den besagten Treffer markierte Oltens Nummer 41 in der 57. Minute beim Spielstand von 2:2. «Wir habens so oft probiert, einmal musste ja einer rein», kommentierte der Matchwinner seinen zweiten Streich. Übrigens Marcons erster Streich geht auf das dritte Playoff-Viertelfinalspiel gegen Basel zurück. Dort bescherte er seinem Team in der Verlängerung mit seinem Tor die 3:0-Führung in der Serie.

Nach dem dritten Treffer und dem lautstarken Jubel im Kleinholz Stadion brannte es zwar einige Male doch ordentlich vor Urban Leimbachers Kasten. Jedoch behielt die Oltner Defensive mit seinem, mal abgesehen vom unglücklichen ersten Gegentreffer, starken Schlussmann bis zum Schlusspfiff dicht. Damit wehren die Powermäuse vor 4026 Zuschauern den ersten Matchpuck der Waadtländer, die sich den Aufstieg in die NLA auf die Fahne geschrieben haben, ab und verkürzen in der Serie auf 2:3.

Begonnen hat die Partie aus Oltner Sicht denkbar ungünstig: Schon in der achten Minute rückte der Playoff-Final für die Oltner, die wegen ihrem 1:3-Serienrückstand unter Zugzwang standen, noch ein Stückchen weiter in die Ferne: Martin Wüthrich eroberte auf der rechten Seite die Scheibe und stürmte ins Waadtländer Drittel. Allerdings wollte er mit einem Pässchen seinen Sturmkollegen bedienen, anstatt selber den Abschluss zu wagen – eine Tugend, die der EHCO in der gestrigen Partie zu oft zeigte. Ein Waadtländer schnappte sich Scheibe nach dem ungenügenden Zuspiel und lancierte den erfolgreichen Gegenangriff, den Antonietti, nach einem vermeidbaren Abpraller Leimbachers, mit dem 0:1 abschloss. Der Schuss ging Leimbacher zwischen den «Hosenträgern» durch. Aber: Annen glich die Partie in der 18. Minute aus. Und der EHCO war wieder zurück.

Am Freitag wieder so spielen

Und wie er zurück war. Im zweiten Drittel erhöhte Pascal Krebs nach nicht einmal drei gespielten Minuten auf 2:1. Clever täuschte er einen Waadtländer, ging an ihm vorbei und brachte die Scheibe mit einem präzisen Flachschuss ins Tor. Neckisch: Nur wenige Sekunden zuvor beschwerten sich die Oltner Fans lautstark und zu recht, weil der Schiedsrichter einen unerlaubten Befreiungsschlag des LHC nicht abpfiff. So ein falscher Schiedsrichterentscheid kann auch mal von Vorteil sein. Jedoch nicht lange: In der 30. Minute glich Dostoinov zum 2:2 aus.

Den Sieg haben sich die Oltner mit ihrem enormen Einsatz verdient. Oder wie Bruno Marcon sagt: «Wir sind aggressiver in die Partie gestartet.» Zum Spiel vom nächsten Freitag meint er: «Wir müssen wieder so spielen und die gewaltige Zuschauerkulisse als Energiequelle nützen.»