Fussball
Das Duell der beiden Noch-Sieglosen

Am Sonntag empfängt Dulliken in der 2. Liga inter den (Tabellen-)Nachbarn Olten. Es ist das Treffen zweier noch sieglosen Teams. Was sagen die beiden Trainer zum verpatzten Saisonstart?

Raphael Wermelinger
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Das morgige Derby ist erst das 3. Spiel für Massimo Saracino als Dulliken-Coach.

Das morgige Derby ist erst das 3. Spiel für Massimo Saracino als Dulliken-Coach.

Hansruedi Aeschbacher

George Schifferle, FC Olten:

Zwei Spiele, zwei Unentschieden: dies die Bilanz des FC Olten vor dem Derby. Grundsätzlich kein schlechter Saisonstart, so Trainer George Schifferle. Aber: «Der letzte Match tut weh. Von den Chancen her hätten wir gegen Subingen gewinnen müssen.» Aufgrund der Abgänge von Browne und Panzeri sowie der Verletzung von Hügli habe er mit Problemen in der Abwehr gerechnet. Momentan entpuppt sich aber eher der Angriff als Schwachstelle. «Es hängt einfach nicht an», spricht Schifferle über die Ladehemmungen bei seinem eigentlich so torgefährlichen Offensivtrio Canik, Jakupovic und Luca Schifferle. «Ich denke, sie brauchen einfach ein erlösendes Tor.» Freude bereitet dem Trainer dagegen die Abwehr mit nur einem Gegentor in zwei Spielen. Die Defensive wurde in dieser Saison bis auf Linksverteidiger Golob komplett neu formiert: Iandiorio rückte vom zentralen Mittelfeld in die Innenverteidigung, die rechte Abwehrseite bilden die beiden Neuverpflichtungen Krasniqi und Gülen. «Sie lassen nicht viel anbrennen», lobt Schifferle seine Viererkette, «der Einsatz ist super, die Kommunikation stimmt und sie spielen sehr konsequent.» Probleme gibt es erst, wenn ein Abwehrspieler ausfallen sollte.

Obwohl der FC Olten die vergangene Spielzeit vor dem FC Dulliken beendet hat und aktuell wiederum direkt vor dem Nachbarn rangiert ist, sieht Schifferle die Vorteile beim Gegner: «Wenn ich die Spielerliste anschaue, ist Dulliken meiner Meinung nach der grosse Favorit, auch wenn der Saisonstart sicher nicht wunschgemäss war.» Dementsprechend zurückhaltend fällt auch die Prognose des FCOCoachs aus: «Dulliken wird sich nicht mit einem Punkt begnügen und mit Vollgas kommen. Wenn es am Ende 1:1 lautet, bin ich zufrieden. Alles, was drüber ist, wäre sensationell für uns und schlecht für Dulliken.»

Massimo Saracino, FC Dulliken

Egal, wie hoch wir gewinnen, Hauptsache wir holen die drei Punkte», gibt Dullikens Trainer Massimo Saracino die Marschrichtung für das Nachbarschaftsduell bekannt. In der Favoritenrolle sieht er indes keinen der beiden Klubs. Er erwartet einen offenen Match auf Augenhöhe: «Was auf dem Papier steht, zählt nicht. Die Chancen stehen bei 50:50. Ich denke, es wird ein gutes und intensives Spiel werden. Ein richtiger Fight.» Die Dreitannenstädter konnte er am letzten Sonntag im Spiel gegen den FC Subingen studieren. Seine Erkenntnis: «Olten wird es wohl mit dem einen oder anderen langen Ball versuchen.»

Saracinos Team hat morgen einiges gutzumachen. Ein Punkt aus zwei Spielen ist definitiv eine zu geringe Ausbeute. «Wir hätten mehr erwartet», bestätigt der Trainer, «vor allem gegen Rothrist hätten wir gewinnen müssen. Ein 3:0 darf man nicht aus der Hand geben.» Eine Woche später, gegen das Team Aargau U21, habe es seiner Mannschaft dann an der richtigen Einstellung gemangelt, die Spieler waren nicht bereit. «Es gibt halt so Tage, an denen überhaupt nichts geht», nimmt Saracino sein Team in Schutz, «ich hoffe, dass dies der nötige Klapf war und es uns jetzt besser läuft.» Eine zusätzliche Motivation brauchen die Spieler vor dem Derby sicher nicht. Es habe während der ganzen Woche eine besondere Stimmung geherrscht in der Garderobe und es wurde bereits viel über das Spiel geredet, so Saracino: «Für jeden, der dabei sein darf, ist es ein sehr spezieller Match.»

Das Wort Siegzwang will der 34-Jährige zwar nicht in den Mund nehmen, doch er weiss: «Jetzt müssen Siege und Punkte her. Das Ziel ist nach wie vor, am Ende der Vorrunde etwas Distanz zu haben zu den hinteren Plätzen.» Nachdem Aussenläufer Hasani aus den Ferien zurückgekehrt ist, kann Saracino morgen personell aus dem Vollen schöpfen.

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