Unihockey

«Das Double zu bestätigen ist fast noch cooler als der Gewinn in der letzten Saison»

Meister und Cupsieger: Die Frauen des UHC Oekingen wiederholen den Double-Gewinn aus dem Vorjahr

Meister und Cupsieger: Die Frauen des UHC Oekingen wiederholen den Double-Gewinn aus dem Vorjahr

Meister und Cupsieger: Die Frauen des UHC Oekingen wiederholen den Double-Gewinn aus dem Vorjahr. Das sind demnach Meistertitel Nummer 4 und Cupsieg Nummer 5 der Vereinsgeschichte.

Die Stimme von Corinne Fez, Spielertrainerin des UHC Oekingen, tönt noch etwas heiser: «Wir haben natürlich ausgiebig gefeiert», sagt die 31-Jährige lachend. Die Oekingerinnen gewannen am Sonntag in Gossau den Meistertitel auf dem Kleinfeld.

Nachdem sie Ende Februar bereits im Ligacup-Final triumphiert hatten. Die Verteidigung des Doubles aus dem Vorjahr ist damit Tatsache. Die Feierlichkeiten starteten unmittelbar nach dem 10:6-Sieg im dritten Finalspiel gegen UHCevi Gossau.

«Schon auf der Heimfahrt im Car hatten wir mit unseren Fans zusammen eine riesige Party», so Corinne Fez. Die Party fand dann im Restaurant Linde in Subingen ihre Fortsetzung: «Wir feierten die ganze Nacht hindurch.»

Die Spielerinnen hätten die Lehren aus dem Vorjahr gezogen und nahmen teilweise die ganze Woche frei, sagt Fez und fügt an: «Um anständig feiern zu können, muss man am nächsten Tag frei haben. Am Montag hat sich das ganze Team dann noch einmal zum gemeinsamen Mittagessen getroffen.»

Nur eine Niederlage 2017/18

Die Verteidigung des Doubles hatten sich die Ö-Queens vor der Saison als grosses Ziel gesetzt. Die Wasserämterinnen schafften dies auf souveräne Art und Weise. In der Qualifikation und anschliessend im Viertel- sowie im Halbfinal blieb der UHC Oekingen ohne Niederlage.

Auch das 5:6 nach Verlängerung zum Auftakt der Best-of-3-Finalserie gegen Gossau brachte das Team nicht aus dem Konzept. «Wir blieben immer zuversichtlich», blickt Fez zurück. «Wir wussten, dass wie super in Form sind, über ein breites Kader verfügen und uns nichts im Weg steht.»

Mit einem 14:5-Heimsieg egalisierten die Oekingerinnen am Samstag die Serie, 24 Stunden später setzten sie sich in Gossau im dritten Duell mit 10:6 durch. «Der erste Double-Gewinn im letzten Jahr war grandios, und kam etwas überraschend», sagt Fez. «Dieses Jahr arbeiteten wir von Anfang an darauf hin, beide Titel erneut zu holen. Dass wir das Double bestätigen konnten, ist fast noch cooler als der Gewinn in der letzten Saison.» Angesprochen auf den Charakter des Teams, verweist Corinne Fez auf die Worte von Coach Marco Luder. Dieser spreche jeweils von einer grossen Familie.

Die Spielerinnen seien wie grosse und kleine Schwestern. «Einige sind zwar eher schon Mütter», wirft Fez lachend ein. «Wir unternehmen viel gemeinsam, das schweisst zusammen. Der Zusammenhalt ist super. Deshalb funktionieren wir auch auf dem Spielfeld so gut.»

Unihockey-Pioniere

1999 stiegen die Oekingerinnen in die höchste Kleinfeld-Liga der Schweiz auf. Seither sicherten sich die Ö-Queens in 19 Saisons 16 Mal den Qualifikationssieg in ihrer Gruppe, zuletzt 13 Mal in Folge. Vier Meistertitel und fünf Cupsiege feierte der UHC Oekingen in dieser Zeit.

Wie konnte sich Oekingen überhaupt zu einer Unihockey-Hochburg auf dem Kleinfeld mausern? «Anfangs herrschte eine richtige Pionierstimmung im Verein», ergründet Corinne Fez. Der Klub wurde 1993 gegründet und war damit ein Vorreiter in der Schweiz.

«Wir hatten zudem schon immer sehr viele Fans, die uns nicht nur zu Hause, sondern auch bei den Auswärtsspielen unterstützten. Das hat uns gepusht», so Fez weiter. Die ersten Erfolge zogen dann weitere externe Spielerinnen an.

«Wir haben seit Jahren immer genug Leute, die auf diesem hohen Niveau spielen können. Wichtig für den Erfolg ist nämlich auch die Konstanz. Es sind immer noch Frauen im aktuellen Kader, die quasi seit der ersten Stunde dabei sind.»

Aus kritischerer Optik muss man festhalten, dass der UHC Oekingen nach den ersten beiden Titelgewinnen 2003 und 2004 während der folgenden knapp 13 Jahre auf die nächste Meisterfeier warten musste – trotz sechs Finalteilnahmen. «In dieser Zeit waren es immer etwa die gleichen Teams, an denen wir scheiterten», begründet Corinne Fez.

«Zuerst die Jona-Uznach Flames, danach war Gossau die Übermacht.» In dieser Phase hätten den Solothurnerinnen wohl noch etwas die Winner-Mentalität und das Selbstvertrauen gefehlt, meint Fez weiter. «Mittlerweile zeichnet es uns aus, dass wir auf alle Situationen reagieren und die Spiele auch nach Rückständen noch drehen können.»

Den Double-Hattrick im Visier

Auf die kommende Saison hin wird es bei den Ö-Queens zwei Abgänge geben: Die langjährigen Teamstützen Evelyn Thomet und Corinne Krähenbühl beenden ihre Karriere im Fanionteam. «Die Abgänge schmerzen natürlich», so Fez, «aber wir sind zum Glück so breit aufgestellt im Verein, dass wir diese Verluste auffangen können.»

Beim gemeinsamen Mittagessen am Montag habe sich das Team bereits über die kommende Saison unterhalten. Die Vorstellung vom dritten Double-Gewinn in Serie hat sich jetzt schon in den Köpfen der Spielerinnen eingenistet. «Mit dem Double-Hattrick könnten wir uns unsterblich machen», weiss Corinne Fez.

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Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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