Unihockey
Das bittere Ende wird Realität: Mittelland steigt in die 1. Liga ab

Eine 4:5-Niederlage im vierten Auf-/Abstiegsplayoffspiel gegen Fribourg besiegelt den Fall von Unihockey Mittelland aus der Nationalliga B.

Pascal Kamber
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Hängende Köpfe bei den Mittelländern nach dem Abstieg.

Hängende Köpfe bei den Mittelländern nach dem Abstieg.

Pascal Kamber

Kurz vor 22 Uhr traf das ein, womit in den Reihen von Unihockey Mittelland eigentlich niemand wirklich gerechnet hatte. Mit dem Ertönen der Sirene war die 4:5-Niederlage gegen den 1.-Ligisten Fribourg und das Scheitern in der Auf-/Abstiegsplayoff-Serie Tatsache. Damit muss UM drei Jahre nach dem Abstieg aus der Nationalliga A die nächste Relegation in Kauf nehmen. Während die Gäste ihren Erfolg ausgelassen mit den wiederum zahlreich mitgereisten Anhängern feierten, konnten die Mittelländer ihre Enttäuschung nicht verbergen. «Es ist schwierig, die Gefühle in Worte zu fassen», meinte UM-Captain Dominic Mucha, «wir haben nie daran gedacht, dass wir absteigen könnten.»

Das Verdikt ist für Mittelland umso bitterer, weil gestern nicht viel für eine «Belle» in der Best-of-5-Serie mit Fribourg gefehlt hat. Nachdem Samuel Schneiter den Gastgeber in der 47. Minute erstmals mit 4:3 in Führung geschossen hatte, schien UM doch noch den erhofften Heimsieg einzufahren. Jean Philippe Brodard machte dem Vorhaben jedoch mit zwei Toren innert drei Minuten einen Strich durch die Rechnung. Die Mittelländer versuchten es in der Folge mit der Brechstange und sorgten, begünstigt durch die Strafe gegen Basil Aerschmann, nochmals für viel Hektik vor dem gegnerischen Tor. Zu mehr als Schneiters Lattenschuss zwölf Sekunden vor der Sirene reichte es allerdings nicht.

Start erneut verschlafen

Am Ende musste sich Unihockey Mittelland an der eigenen Nase nehmen. Wie schon im dritten Duell am vergangenen Sonntag in Fribourg verschlief der NLB-Klub den Start komplett. Im ersten Drittel produzierte Mittelland in der Offensive gleich reihenweise Ballverluste und fand keinen Weg an der kompakten Fribourger Defensive vorbei. Die Gäste ihrerseits erarbeiteten sich dank der physischen Härte und der lautstarken Unterstützung im «Hexenkessel» Giroud-Olma-Halle – 326 Zuschauer sorgten für eine tolle Stimmung – ein leichtes Chancenplus. Folgerichtig gingen sie mit einer 2:0-Führung in die Pause, und als Olivier Müller nur 38 Sekunden nach Wiederbeginn auf 3:0 erhöhte, schien die Vorentscheidung bereits gefallen.

«Wir agierten zu passiv und haben den letzten Schritt nicht gemacht», sagte Dominic Mucha. Erst nach seinem Treffer zum 1:3 in der 23. Minute erwachte UM, das nun wie verwandelt auftrat und dank Roman Pass und Mats Tamme noch vor der zweiten Pause den 3:3-Ausgleich feiern durfte. Im Schlussabschnitt setzte Mittelland seinen Höhenflug fort, ehe dieser durch Brodard jäh gestoppt wurde. «Heute haben wir in den entscheidenden Momenten unglückliche Gegentore erhalten», sagte Dominic Mucha.