Der Rückrundenauftakt fiel in der 2. Liga inter vielerorts ins Wasser. Das Derby FC Olten gegen FC Dulliken, der Strichkampf zwischen dem Elften und dem Zwölften, fand statt. Wie von beiden Trainern schon im Vorfeld angekündigt, entwickelte sich auf dem schwierigen Terrain kein Leckerbissen, sondern ein erbitterter Abnützungskampf, welcher mit einer verdienten Nullnummer endete.

«Wir hätten lieber nicht gespielt», sagte Dullikens Trainer Bejtush Rrustolli. «Vielleicht wären bei besseren Bedingungen mehr Zuschauer gekommen.» Er fände es schade, dass das Derby auf einem so schlechten Spielfeld ausgetragen wurde.

«Ich hätte mehr vom Spiel erwartet, das Niveau war nicht gut», sagte Oltens Präsident Claudio Richard und fügte an: «Der Platz war unglaublich tief. Das hat beide Mannschaften viel Kraft gekostet.»

Er habe mit Trainer Flavio Catricalà über eine mögliche Verschiebung des Spiels diskutiert. Am Ende trafen sie wohl die richtige Entscheidung. Der Platz war zwar widrig, aber definitiv bespielbar. Die Begründung ist ebenfalls plausibel. «Ich wollte unbedingt spielen, damit wir keine englische Woche haben», so Catricalà.

Ein Beinahe-Eigentor zum Start

Nicht nur die Platzverhältnisse lähmten das Spiel. Dem Prestigeduell war ausserdem deutlich anzumerken, dass es um sehr viel ging. Beide Teams holten in der Vorrunde 13 Punkte und kämpfen in der zweiten Saisonhälfte um den Verbleib in der 2. Liga inter. Das Spiel begann mit einem Schreckmoment für die Gäste aus dem Niederamt.

Goalie Gabriele D’Ovidio hätte sich den Ball nach einem eigentlich ungefährlichen Freistoss beinahe selber ins Netz gelegt. In den folgenden dreissig Minuten dominierten Zweikämpfe, Fehlpässe sowie Fouls im Mittelfeld. Gefährliche Torszenen waren Mangelware.

Bis zur 34. Minute, als Oltens aufgerückter Innenverteidiger Justin Browne einen Freistoss beinahe mit dem Hinterkopf ins Tor verlängerte. Und dann gabs kurz vor der Pause doch noch zwei richtig heisse Szenen. Zuerst zögerte Dullikens Furkan Tan zu lange, als er FCO-Goalie Thomas Husi bereits verladen hatte.

Im direkten Gegenzug scheiterte Miro Golob mit einem abgefälschten Schuss an D’Ovidio. Die zweite Halbzeit war unterhaltsamer. Diese lebte von der Spannung, ob doch noch einem Team der Lucky Punch gelingen würde.

Auf Oltner Seite kam Golob dem 1:0 mit mehreren Abschlüssen am nächsten. Die beste Gelegenheit der Gäste verpasste der Ex-Oltner Tunahan Canik in der 71. Minute. Als Aziz Kukavica seinen Abschluss kurz vor Schluss übers FCO-Gehäuse setzte, war die Punkteteilung Fakt.

Geteilter Meinung

Die Trainer sahen die Vorteile hinterher jeweils bei ihrem Team. «Wir waren die bessere Mannschaft und hatten die besseren Chancen», meinte Rrustolli nach seinem ersten Spiel als Dulliken-Trainer.

«Die Spieler haben gekämpft, die Disziplin auf dem Platz war sehr gut. Wir nehmen diesen Punkt.» Rrustolli fügte an, dass er mit dem Team noch mehr im taktischen Bereich arbeiten müsse. «Mit Blerim Bekteshi hat uns heute auch noch ein wichtiger Führungsspieler gefehlt.»

Oltens Trainer Flavio Catricalà lobte seine Spieler: «Sie haben bis zum Schluss daran geglaubt. Wir spielten auf Sieg, Dulliken wollte nur den Punkt über die Zeit retten.» Das Heimteam habe die klareren Chancen gehabt. Einige Offsides, die gegen Olten gepfiffen wurden, seien zudem fragwürdig gewesen.

«Ich kann mit dem Punkt leben. Wir sind immer noch vor Dulliken. Und das müssen wir auch bleiben», meinte Catricalà zum Strichkampf. Präsident Claudio Richard zeigte sich erleichtert: «Eine Niederlage wäre gar nicht gut gewesen. Vor allem weil unsere Spieler sehr viel für den Sieg gemacht haben.»