Fussball
Dank Wackers Ja zur Fusion stirbt der FC Grenchen nicht

Wacker Grenchen beschliesst mit einem klaren Ja an der GV eine Fusion mit dem FC Grenchen. «Der richtige Entscheid für eine positive und nachhaltige Entwicklung punkto Fussball ist», wie Grenchens Stadtpräsident François Scheidegger betont.

Michael Schenk
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Generalversammlung von Wacker Grenchen
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Wacker Grenchen stimmte mit grosser Mehrheit für eine Fusion mit dem FC Grenchen.
Stadtpräsident François Scheidegger redete den versammelten Mitglieder von Wacker Grenchen zu, daneben Ehrenpräsident Christian Schlup. Rechts Finanzverwalter David Baumgartner und Rechtsanwalt Philipp Simmen.
Die Delegation der Stadt Grenchen besprach die letzten Details vor der Vereinsversamlung. Von Links: Rechtsanwalt Philipp Simmen, Finanzverwalter David Baumgartner und Stadtpräsident François Scheidegger.
Stadtpräsident François Scheidegger vor einem möglichen neuen Signet "FC Grenchen 15"
Auch Wackers Ehrenpräsident Christian Schlup sprach sich für eine Fusion aus.
Genauso wie Rechtsanwalt Philipp Simmen.

Generalversammlung von Wacker Grenchen

Hans Peter Schläfli

52 Ja-Stimmen standen nach bezeichnenderweise rund 90 Minuten drei Nein-Stimmen bei drei Enthaltungen gegenüber. Mit diesem klaren Resultat beschlossen die Delegierten des Drittligisten Wacker Grenchen, mit dem FC Grenchen zu fusionieren. Stadtpräsident François Scheidegger zeigt sich erleichtert: «Ich bin überzeugt, dass es der einzige richtige Entscheid für eine positive und nachhaltige Entwicklung punkto Fussball auf dem Platz Grenchen ist.»

Eine, die möglicherweise den einen oder anderen, der bis dato nicht auf den Zug aufspringen wollte, dazu animiert, es bald doch noch zu tun. Durch die Fusion von Wacker und dem FC Grenchen, entsteht ein Verein mit rund 300 Mitgliedern. Zufälligerweise bringen beide Klubs praktisch die gleiche Anzahl Mitglieder in den «Kombinationsklub», der vorerst unter den Namen FC Grenchen an der Meisterschaft teilnehmen wird.

«Ein anderer Weg», hält Jurists, Phlilipp Simmen, fest, «ist formaljuristisch angesichts des extrem engen Zeitplans nicht möglich.» Was freilich geht und so auch so kommen dürfte, ist ein neues Logo, dass basierend auf den Vereinsfarben rot-weiss von Wacker den Schriftzug FC Grenchen 15 beinhalten wird. 15 für das Jahr der Gründung.

«Das ist Potenzial»

Wie immer, wenn aus zwei oder drei etwas Neues entstehen soll, sind es fundamental-nostalgische Emotionen, die ein Einhergehen, trotz noch so vielen starken und logischen Argumenten, zu verhindern drohen. Auch an der Versammlung auf der Riedern ging es insofern nicht ohne Bedenken seitens verdienter Mitglieder des, notabene 98-jährigen, FC Wacker zu. Letztlich überwogen indes doch die gesellschaftlich, wirtschaftlich und sportlich in allen Belangen sinnvollen Argumente der Befürworter.

«Leute, uns geht es nicht nur gut», appellierte etwa Wacker Präsident Marcel Bolliger. Wenn man jetzt zusammenspanne, entstehe ein Verein mit rund 250 Junioren und einem potenziellen Budget – inklusive der Donatoren und Sponsoren des FC Grenchen – von 250 000 bis 300 000 Franken. «Das ist Potenzial, Leute», insistierte Boliger. Und eine sportliche Vision für den Nachwuchs obendrauf. Der 2.-Liga-Inter-Platz des FC Grenchen kann damit gehalten werden.

Rudolf übernimmt Traineramt

Wenn die Delegierten des FC Grenchen am Mittwoch einer Fusion ebenfalls zustimmen – alles andere wäre «Selbstmord», dann entsteht auf dem Platz Grenchen wieder eine klare Nummer 1. Ein Lead-Klub, der mit der personellen Unterstützung des FC Solothurn, viel Goodwill seitens der Behörden und etlichen, neuen Sponsorengeldern rechnen darf.

Ein Klub, dessen erste Mannschaft in der 2.-Liga-Inter dannzumal von Silvan Rudolf trainiert werden wird. Der 27-jährige Rudolf spielte einst in der 2.-Liga-inter und der 2. Liga mit Wacker Grenchen, coacht heute die U15 des Teams Bern West (FC Köniz) und arbeitet beim Fussballverband als Materialwart der Nati. Ein junger Coach, der bewiesen hat, dass er seine Jungs erreicht und im Griff hat. Wacker hat ein Kapitel der eigenen Geschichte beendet. Dank Weitsicht und Weisheit aber, wurde ein neues, grosses Stück Grenchner Fussball-Geschichte eröffnet.