Irgendwie hatte man den Eindruck, dass sich einige der Wiler Routiniers am Vortag beim Meisterschaftsduell gegen GC etwas zurückgehalten hatten und sich bereits auf den Cupfight gegen die Tigers fokussierten. Mit letzter Konsequenz war der Meister in Zürich jedenfalls nicht zu Werke gegangen. Tatsächlich bekamen die über 500 Zuschauer in der Grossmatthalle dann am Sonntag ein anderes Wiler zu sehen. Die Zweikämpfe wurden angenommen, die Intensität war hoch und das Spiel des Meisters lange Zeit zielstrebig und dominant.

Sinnbildlich für den Verlauf des Wochenendes sollte zwei "Junge"und zwei "Alte" die Partie prägen. Da Mendelin im Cup aktuell nicht spielberechtig ist, rückte Fankhauser in den zweiten Block, so lief an der Seite der Hofbauer-Brüder der U21-Akteur Philipp Affolter auf. Und Affolter machte seine Sache lange hervorragend, lieferte gleich den Assist zum frühen 1:0 durch Matthias Hofbauer und drohte dennoch zur tragischen Figur zu werden. Im Schlussabschnitt holte sich das Eigengewächs in der Offensivzone eine dumme Strafe ab, welche den Tigers den vermeintlichen 6:5-Siegtreffer in Überzahl ermöglichen sollte. Doch dann kamen eben die beiden „Alten“, welche dem Jungen wohl eine schlaflose Nacht ersparten. Ohne Goalie agierend schaffte der Meister wie schon einen Monat zuvor kurz vor Schluss noch den Ausgleich. Erneut traf Christoph Hofbauer auf Pass seines Bruders zum 6:6–Ausgleich (58:51). Die Verlängerung schien doch noch Tatsache. Doch es kam noch besser: Nur 33 Sekunden später erzielte Matthias Hofbauer auf spektakuläre Vorarbeit von Captain Fankhauser gar noch zum Siegtreffer.

Aufgrund der Spiel- und Chancenanteile war die Halbfinalqualifikation für das Heimteam sicher verdient. Beim Stande von 5:2 (33.) sorgte ein anderer Junger ungewollt für die vermeintliche Spielwende: Der 21 jährige Nicola Bischofberger musste nach einem Zusammenprall mit Schwindelgefühlen und einem Brummschädel draussen bleiben. Prompt kassierte dessen Block beim nächsten Einsatz den dritten Gegentreffer. Die Tigers glaubten wieder an den Sieg und starteten die Aufholjagd gegen einen nun zu passiven SVWE, der nur noch verwalten wollte.

Nur vermeintlich durchzogener Herbst
Mit dem Vordringen in den Cup-Halbfinal hat der Meister auch ein Zeichen gesetzt, dass er die wichtigen Rendez-Vous nach wie vor nicht verpasst. Wie fasste es ein durch eine Grippe geschwächte Topskorer Jami Manninen erleichtert zusammen: "Ein sehr, sehr wichtiger Erfolg. Wir spielen noch nicht kontinuierlich auf dem angestrebten Level. Aber an den wirklich entscheidenden Partien am Supercup, dem Champions Cup und nun dem Cup-Viertelfinal sah man das wirkliche Wiler."

Bis zum nächsten Cup-Termin Mitte Januar hat der Meister nach den zahlreichen Höhepunkten im Herbst nun die Möglichkeit, sich wieder auf die Meisterschaft zu fokussieren und sich auch in der Liga nach vorne zu arbeiten. Ein erster Schritt könnte da schon am nächsten Wochende folgen, mit der Nachholpartie in Kloten (Freitag) und dem Heimspiel gegen Thun (So. 17.00) im Rahmen des Kids-Days in der Grossmatthalle.

Telegramm Cup-Viertelfinal:

SV Wiler-Ersigen - Tigers Langnau 7:6 (3:1, 2:3, 2:2)
Sportanlage Grossmatt, Kirchberg BE. 512 Zuschauer. SR Müller/Zgraggen.
Tore: 3. Matthias Hofbauer (Affolter) 1:0. 8. Kekkonen (Sebek) 2:0. 8. Gfeller (Hollenstein) 2:1. 20. Tobias Känzig (Manninen) 3:1. 22. Hofbauer (Hofbauer) 4:1. 29. Stucki (Hollenstein) 4:2. 33. Meister (Matthias Hofbauer) 5:2. 33. Brechbühl (Pylsy) 5:3. 35. Mäkipää (Gfeller) 5:4. 50. Krähenbühl (Pylsy) 5:5. 53. Pylsy (Stucki) 5:6. 59. Christoph Hofbauer (Matthias Hofbauer) 6:6. 60. Matthias Hofbauer (Fankhauser) 7:6.
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen SV Wiler-Ersigen. 2mal 2 Minuten gegen Tigers Langnau.
Bemerkungen: Wiler ohne Mendelin (im Cup nicht spielberechtigt), D Känzig, Stettler, Wolf (alle verletzt).