In Solothurn herrschte vor kurzem eine Diskussion bezüglich der Abschaffung der Sportklassen an der Kantonsschule. Die Argumente der Gegner: Zu teuer und aufwendig sei dieser Luxus, der Nachwuchssportlern hilft, eine gute Ausbildung mit dem Spitzensport kombinieren zu können. Die Nachwuchs-Synchronschwimmerin Noëmi Heiniger gehört zu den Schülern einer dieser Sportklassen. Die 15-Jährige besucht momentan die zweite Klasse und ist froh, diese Möglichkeit zu haben: «Wenn ich nicht in die Sportklasse gehen könnte, wo ich entweder morgens oder nachmittags freihabe, hätte ich nicht genügend Zeit, um zu trainieren. Der Tag hat ja nur 24 Stunden», lacht die Wassernixe.

Enormer Aufwand

Ihr Trainingsaufwand ist enorm. Die in Schönenwerd wohnhafte Heiniger trainiert sechsmal pro Woche beim Synchroverein Bern, teilweise bis zu zweimal täglich. Neben etlichen Stunden im und unter Wasser verbringt Heiniger aber auch viel Zeit im Kraftraum und mit Balletttanzen. «Synchronschwimmen ist ähnlich wie Ballett. Die grazilen Ausdrücke, die Beweglichkeit und die enorme Kraft die dahinter steckt, setzen wir im Wasser um», beschreibt die Schönenwerderin ihre Trainingsgestaltung. Damit die Frisur im Wasser stets sitzt, erwärmen die Synchronschwimmerinnen vor den Wettkämpfen Kochgelatine und streichen diese auf die Haare. «Es klingt lustig, aber es ist die beste Lösung. Wenn wir es nicht gut auftragen, können schon mal Haarsträhnen herausfallen. Das gibt dann Abzug in der Wertung», erklärt Heiniger.

Combo-Wettkämpfe am liebsten

Bereits mit 12 Jahren wurde Noëmi Heiniger ins Jugendkader von Swiss Synchro aufgenommen. Seither nimmt sie mit der Nationalmannschaft und mit ihrem Verein Synchro Bern an nationalen sowie internationalen Wettkämpfen teil. An diesen tritt die Sportschülerin in den Disziplinen Solo, Team und Combo an. «Am liebsten mag ich die Combo Wettkämpfe. Es macht am meisten Spass mit neun anderen im Wasser zu sein», erklärt Heiniger und fügt lachend hinzu, «in der Combo habe ich auch mal eine Pause und muss nicht drei Minuten lang durchschwimmen, wie das im Solo der Fall ist.» In dieser Disziplin hat Heiniger im letzten Jahr an der Junioren Schweizer Meisterschaft mit ihrem Team den Titel geholt. Ein weiteres Highlight für die 15-Jährige war, als sie 2012 dank ihren tollen Leistungen mit der Elite an der SM mitschwimmen durfte und dort den 2. Rang im Teamwettkampf – wobei 8 Schwimmerinnen gleichzeitig eine Choreografie zeigen – und in der Combo holte.

Auftakt in Prag

Vor ein paar Wochen hat für Noëmi Heiniger die Schwimm-Saison wieder begonnen. Sie fuhr mit ihrem Team mit dem Car an einen internationalen Wettkampf nach Prag, wo sie sich zum ersten Mal wieder mit der Konkurrenz gemessen hatte. «Die Konkurrenz ist hart, aber wir sind zufrieden mit unserer Leistung», beschreibt Heiniger den Saisonauftakt. Wie immer, hat Heiniger auch bei diesem Wettkampf ihre Essgewohnheiten beibehalten: Ein Farmer-Stängel vor dem Wettkampf, mehr nicht. «Ich fühlte mich total unwohl im Wasser, wenn ich viel gegessen habe. Und ich bin meistens sowieso zu nervös, um zu essen», lacht die sie.

Noëmi Heinigers Ziel ist es, irgendwann an den Welt- und Europameisterschaften der Elite teilzunehmen, wie ihr grosses Vorbild die Russin Natalia Ischenko. «Ich mag ihre Art und den Stil, wie sie schwimmt», sagt Heiniger. Mit dem Trainingsaufwand den Heiniger betreibt, wäre ihr das sicher gegönnt.