Eishockey
Dank dem vorzeitigen Qualifikationssieg sind die Energietanks gefüllt

Der Verteidiger Wesley Snell startet morgen mit Olten gegen La Chaux-de-Fonds in die Playoffs. Ausgeruht und voller Zuversicht geht der EHCO in die Partie. Snell weiss aber auch, dass man sich mit dem Sieg in der Quali allein noch nichts kaufen kann.

Adriana Gubler
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«Wir spielen, um zu gewinnen», macht Wesley Snell die Ambitionen des EHCO klar.hr. aeschbacher

«Wir spielen, um zu gewinnen», macht Wesley Snell die Ambitionen des EHCO klar.hr. aeschbacher

HR.Aeschbacher

Vor zwei Jahren war der HC Lausanne in der NLB-Qualifikation das Mass aller Dinge. Mit einem Vorsprung von 15 Punkten standen die Waadtländer nach den 50 Meisterschaftsspielen unantastbar an der Tabellenspitze. Alleine von den letzten 17 Spielen haben sie 16 gewonnen. Folglich war der LHC der haushohe Favorit auf den NLB-Meistertitel – und auch den Aufstieg in die NLA hat sich der Klub auf die Fahne geschrieben. Im Final sind die Westschweizer aber gestolpert – über den SC Langenthal. 2:4 verloren sie die Finalserie gegen die Oberaargauer.

Oltens Verteidiger Wesley Snell hat diese Enttäuschung im Dress des LHC miterlebt und kann sich auch heute noch sehr gut an den Knackpunkt in dieser Finalserie erinnern: «Wir haben zu Hause das dritte Spiel unglücklich im Penaltyschiessen verloren. Anstatt, dass wir mit 3:0 entscheidend davonzogen, liessen wir Langenthal in die Serie zurückkommen.»

Heimrecht – mehr nicht

Für den 37-jährigen Snell, der mit dem EHC Olten in diesem Jahr in einer ähnlichen Ausgangslage ist, ist klar: «Mit den Playoffs beginnt die Saison von Neuem. Von einem überlegenen Qualifikationssieg kann man sich dabei gar nichts kaufen.» Auch von einem mentalen Vorteil gegenüber den anderen Teams will Snell nicht sprechen. «Einzig das Heimrecht kann man sich auf jeden Fall sichern.» Zudem dürfte dem EHC Olten zugute kommen, dass Trainer Scott Beattie seinen Spielern dank des vorzeitigen Qualifikationssieges auch mal eine Verschnaufpause geben konnte. «Wir konnten unsere Kräfte gut einteilen», findet die Nummer 4.

Überhaupt ist der EHC Olten in Bezug auf das Kader derzeit in einer viel komfortableren Situation als noch im vergangenen Jahr. Headcoach Beattie hatte in den Playoffs 2013 wegen zahlreicher verletzungsbedingter Ausfälle zeitweise bloss noch fünf Verteidiger zur Verfügung. «Das war hart», erinnert sich Snell. «Beim einen Spiel in Lausanne war ich krank. Ich hatte Fieber und Kopfschmerzen. Ich konnte kaum atmen.» Dem 1,84 Meter grossen Verteidiger war aber keine Erholungspause vergönnt. Er musste aufs Eis. «Heute haben wir ein breiteres Kader und können Ausfälle besser kompensieren.»

Bei Snell siehts derzeit mit den Kraftreserven gut aus, wie er sagt, obwohl er heuer zum ersten Mal als Familienvater in die Playoffs steigt. «Alessia schläft meistens bis 7 Uhr durch», sagt der stolze Papa. Wenn seine achteinhalb Monate alte Tochter nachts aber doch mal aufwacht, kann er sich auf seine Frau verlassen. «Sie steht auf, das haben wir so abgemacht. Dafür bin ich ihr sehr dankbar», so Snell.

Snells erfolgreichste Playoffs

Playoffs hat Routinier Wesley Snell, der seit der Saison 1997/98 in der Schweizer Nationalliga spielt, in seiner Karriere schon einige Male bestritten. Seine Allerersten mit den SCL Tigers waren dabei die erfolgreichsten. «Wir haben den Meistertitel geholt und sind später in die NLA aufgestiegen. Das bleibt mir unvergesslich, vor allem, weil wir nach der Qualifikation nur auf dem vierten Tabellenrang lagen», so Snell.

Seit 1998 hat er keinen Meistertitel mehr feiern können. Wird es heuer Zeit dafür? – Die Qualifikation jedenfalls weckt Erwartungen. «Wir spielen, um zu gewinnen», sagt der Verteidiger. «Bevor wir uns aber weitere Gedanken machen, müssen wir zuerst La Chaux-de-Fonds schlagen.»