Fussball
Dank 3:1 gegen Thun II: Wangen schöpft neue Hoffnung im Abstiegskampf

Wangen zeige eine Reaktion auf die beiden Pleiten gegen Luzern II und Muri. Das Team von Trainer Dariusz Skrzypczak holte sich gegen die zweite Mannschaft des FC Thun einen ganz wichtigen Heimsieg. Churlinov, Milushev und Sant Anna trafen für den FC Wangen.

Raphael Wermelinger
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Bruno Kissling

Ist das die erhoffte Kehrtwende für den FC Wangen? Diese Frage wird erst in den letzten sechs Spielen beantwortet werden. Der 3:1-Heimsieg gegen die Reserven des FC Thun war zumindest schon mal ein deutliches Lebenszeichen im Abstiegskampf. «Ein ganz wichtiger Sieg», bestätigte Trainer Dariusz Skrzypczak. «Wir brauchten die drei Punkte unbedingt und haben diese Aufgabe erfüllt.» Skrzypczak sprach von einem verdienten Sieg. «Über die gesamten neunzig Minuten waren wir die bessere Mannschaft und hatten mehr Chancen und Standards.»

Was Wangen in der ersten Halbzeit zeigte, weckte tatsächlich Hoffnung, dass es am Ende vielleicht doch noch zum Ligaerhalt reicht. Dass die Wangner zuletzt zwei empfindliche Niederlagen – 0:3 gegen Luzern II und 1:3 gegen Muri – einstecken mussten und von fünf Rückrunden-Spielen nur eines gewannen, war ihnen überhaupt nicht anzumerken. Auch von Druck oder Verunsicherung war nichts zu spüren.

Wangen-Fans brauchten Geduld

Das grösste Problem des FC Wangen in dieser Saison war dagegen wiederum früh zu erkennen: die Chancenverwertung. Nur drei Tore erzielte Wangen in den bisherigen fünf Partien im neuen Jahr. Nur das Liga-Schlusslicht Bern hat noch weniger Treffer erzielt in dieser Saison. Gegen Thun II versiebte Wangen in der Startviertelstunde gleich drei Grosschancen: Otomo (4.), Churlinov (5.) und Nabarro (11.) verpassten das Führungstor.

Nachdem sie die erste Druckphase der Wangner überstanden hatten, wagten sich auch die Gäste aus dem Berner Oberland in die Offensive. Die Abschlüsse von Scheller (13.) und Kastrati (16.) segelten übers Gehäuse. Erst in der 23. Minute musste FCW-Goalie Häfliger eingreifen. Für einmal war Wangens linke Abwehrseite offen, doch nach der Hereingabe von Markovic parierte Häfliger den Schuss von Scheller sicher.

Doppelschlag innert zehn Minuten

Keine Zeigerumdrehung später folgte Wangens Antwort auf die ersten zaghaften Angriffsbemühungen der Thuner. In Form des erlösenden und viel umjubelten Führungstreffers. Nach der flachen Hereingabe vom aufgerückten Rechtsverteidiger Moser hatte Churlinov das leere Tor vor sich. «Wir haben sehr gut begonnen, schnell unseren Rhythmus gefunden», sagte Skrzypczak über die ersten 45 Minuten. «Nach zehn Minuten müsste es schon 1:0 stehen, aber am Anfang fehlte uns die Kaltblütigkeit. Die Leistung in der ersten Halbzeit war insgesamt sehr gut. Das Team belohnte sich für diese mit dem zweiten Tor, das war schön.» Das 2:0 in der 35. Minute war indes ein Geschenk der Berner Oberländer: Weil Torhüter Hornung danebengriff, landete der Ball genau auf dem Kopf des verdutzten Milushev und kullerte ins Tor.

Im Trockenen waren die drei Punkte damit aber noch lange nicht. Die 2:0-Pausenführung tat den Gastgebern überhaupt nicht gut. «Wir waren uns wohl schon zu sicher und haben zwischenzeitlich den Faden verloren in der ersten Viertelstunde der zweiten Halbzeit», so Skrzypczak. Dass die Spieler bei einer 2:0-Führung ein paar Prozente zurückschrauben, sei kaum zu verhindern. Das Zwischentief des Wangner gipfelte in Thuns Anschlusstreffer nach exakt einer Stunde Spielzeit. Ribeiro lancierte Markovic, der Häfliger mit einem Heber düpierte.

Joker Sant Anna brachte die Entscheidung

Skrzypczak musste reagieren und bewies mit der Einwechslung von Angreifer Sant Anna ein glückliches Händchen. «Unser Entscheid, den jungen Spieler zu bringen, war sicher richtig», schmunzelte Skrzypczak nach dem Spiel und teilte die Lorbeeren mit seinem Assistenten Silvio Capaldi. Sant Anna sorgte in der 86. Minute endgültig für klare Verhältnisse. Der Joker ersprintete ein weites Zuspiel aus der eigenen Platzhälfte heraus, umspielte den herausgeeilten Thuner Torhüter und schob zum 3:1-Schlussresultat ein.

Trotz des Dreiers beträgt Wangens Rückstand auf einen rettenden Platz noch immer fünf Punkte. Die Art und Weise, wie der Sieg gegen Thun zustande kam, machte Skrzypczak aber Hoffnung: «Das wird uns zusätzlich Kraft und Selbstvertrauen geben. Die letzten Spiele werden interessant. Der Weg ist noch sehr lang, aber jetzt freuen wir uns über die drei Punkte. Bis am Montag, ab dann steht das nächste Spiel im Fokus.»

Telegramm

Wangen – Thun II 3:1 (2:0)

Chrüzmatt. – 225 Zuschauer. – SR: Bannwart. – Tore: 24. Churlinov 1:0. 35. Milushev 2:0. 60. Markovic 2:1. 86. Sant Anna 3:1.

Wangen: Häfliger; Moser, Tahiri, Bekteshi, Milushev; Husi, Xhema (90. Zimmerli), Nabarro, Gyorgiev; Otomo (65. Sant Anna), Churlinov (81. Campello).

Thun II: Hornung; Ribeiro, Gafner, Nilovic, Hauswirth (81. Righetti); Scheller, Hischier, Wenger, Kastrati; Bärtsch (70. Avdukic), Markovic.

Bemerkungen: Wangen ohne Hajdari, Halimi, Kokanovic (alle verletzt) und Cazimovic (abwesend). Thun ohne Bourquenoud, Diallo, Dzonlagic, Tifeki, Müller (alle verletzt), Taugwalder, Henzi, Lauper (alle gesperrt). – Verwarnungen: 77. Markovic, 92. Righetti (beide Foul). – Cornerverhältnis: 9:1.