Das Comeback verlief vielversprechend. Vor vier Wochen kehrte Daniela Ryf auf die grosse Triathlonbühne zurück. Nicht nur das: Ryf fand auf Anhieb Unterschlupf in der Weltelite.

Die 24-Jährige belegte am Weltcup im australischen Mooloolaba den 6. Rang. Nach monatelangen Magenproblemen hatte die Solothurnerin den Anschluss an die Top-Athletinnen wieder hergestellt und schien endlich über dem Berg. Der Fahrplan Richtung Saisonhöhepunkt, die Olympischen Spiele in London, stimmte.

Letzte Woche folgte nun der nächste Dämpfer. Daniela Ryf musste ihre Vorbereitungen vor der Weltcup-Prüfung in Sydney unmittelbar vor dem Start abbrechen. Eine starke Erkältung bremste die Ambitionen der Athletin aus Feldbrunnen. «Ich reiste voller Zuversicht ans Rennen, in der Hoffnung, dass ich mich bis zum Rennen doch noch erholen könnte. Leider fühlte ich mich dann beim Einwärmen zu krank und fiebrig, sodass ich einsehen musste, dass mein Körper unmöglich ein Rennen über die Olympische Distanz auf diesem Niveau durchstehen könnte.»

Erholung ist angesagt

Daniela Ryf sah sich gezwungen, ihr Programm erneut anzupassen. Sie gönnt ihrem Körper nun die nötige Erholung. Die Europameisterschaften am Wochenende in Eilat (Isr) finden ohne sie statt. Ryf wird erst Anfang Mai am Weltcup in Huatulco (Mex) wieder ins Geschehen eingreifen. Sie weiss, dass sie sich nur ausgeruht im Kampf um die Vergabe der Olympia-Tickets Chancen ausrechnen kann. Ryf benötigt noch ein Top-Ten-Ergebnis im Weltcup oder eine Klassierung unter den ersten drei am WTS-Rennen in San Diego, um die Selektionskriterien zu erfüllen.

Nach ihrem Startverzicht in Sydney reiste Daniela Ryf in ihre Trainingsbasis an die australische Gold Coast zurück. «Jetzt geht es darum, mich zu erholen, damit ich wieder ganz gesund werde», macht sie sich Mut.

Melanie Annaheim in Japan

Nicht in Israel, sondern in Japan geht Melanie Annaheim an den Start. Die Lostorferin nimmt am Weltcup in Ishigaki teil. Auch die 29-Jährige rechnet sich, trotz ihres Nullers in Sydney, nach wie vor Chancen auf London aus.

Im Gegensatz zu den Männern dürfen die Frauen auf einen dritten Startplatz an den Olympischen Spielen hoffen (Nicola Spirig ist gesetzt). Gefordert ist der achte Rang in der Nationenwertung. Die Schweizerinnen belegen derzeit diesen Platz. Um den olympischen Traum am Leben zu erhalten, benötigt Melanie Annaheim noch eine Klassierung unter den ersten 15.