Triathlon
Daniela Ryf: Eine Siegesserie im Namen des Prinzen

Neu im Team „Bahrain Endurance 13“ von Prinz Sheikk Nasser bin Hammad al Khalifa eilt Daniela Ryf von Sieg zu Sieg. Zuletzt triumphierte die 27-Jährige in Mallorca mit neuem Streckenrekord.

Michael Schenk
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Daniel Ryf reitet auf der Erfolgswelle.

Daniel Ryf reitet auf der Erfolgswelle.

Nordwestschweiz

Die Saison hat für Daniela Ryf begonnen, wie die letzte aufgehört hat – äusserst erfolgreich «Ich bin mega happy», freut sich die Zweiplatzierte des Ironman 2014 auf Hawaii. Die 27-jährige aus Feldbrunn feierte zuletzt in Mallorca – ganz nach dem Motto jeder Start ein Sieg - ihren dritten Triumph in diesem Jahr.

Bereits zum Saisonauftakt gewann die Solothurnerin in Dubai den ersten Event im Rahmen der neuen Triple-Crown-Serie. Einem Wettkampf bestehend aus drei, übers Jahr verteilten Rennen mit hohen Preisgeldern. Als «Leckerli» lockt zudem 1 Million Dollar die, die alle drei Events gewinnt. Ryf ist ergo die einzige Triathletin auf dem Planet, die sich diese «Kiste» noch gutschreiben lassen könnte.

Selbst wenn es ihr finanziell gut gehe, was wohl auch mit ihrem neuen Team zu tun hat, «werde ich mein Bestes dafür tun», sagt Ryf. Das Finale besagter Triple Crown findet im Dezember in Bahrain statt. Zuvor geht im August noch ein Wettkampf über die Bühne. Wo ist noch nicht fix. Ryf: «Ich werde aber ganz sicher dabei sein, zumal es terminlich gut passt.»

Triathlon populärer machen

Freilich, nicht nur terminlich. Daniela Ryf gehört nämlich seit heuer, wie angetönt, zum neuen «Bahrain Endurance 13 Team». Bahrains Prinz Nasser Bin Hammad al Khalifa, selbst mehrfacher Ironman, will mit diesem hochkarätigen, von ihm finanzierten Truppe Triathlon in den Golfstaaten populärer machen. Seine Landsleute sollen sehen, dass dieser «Mehrkampf» zu Wasser und zu Land, fit wie ein Turnschuh macht und jeder und jedem eine Herausforderung bietet.

Insofern versteht es sich von selbst, dass die 13 Mitglieder dieser Equipe an den Triple-Crown-Events am Start sind. «Ich bin stolz Teil dieser Equipe zu sein», sagt Ryf. Einem triathletischen TGV quasi, dem unter anderem auch der mehrfache Weltmeister Javier Gomez aus Spanien oder der Deutsche Olmypiasieger von 2008, Jan Frodeno angehören.

Keine Frage des Geldes

Geld hin oder her – primäres Ziel der Lebensmitteltechnologie studierenden Solothurnerin ist es, heuer in Hawaii «besser zu sein, als letztes Jahr». Das heisst im Klartext - sie will in Kona gewinnen. Und zwar eben nicht, um das Bankkonto noch fetter zu machen, sondern «weil es einfach das Grösste ist, das man in unserem Sport erreichen kann». Das gute Gefühl hinter einer starken Leistung steht für Daniela Ryf immer noch vor dem guten Scheck, der dabei allenfalls abfällt. «Es geht mir nicht darum, jetzt reich zu werden.»

Obwohl man dafür Verständnis haben könnte. Vor einem Jahr stand die Europameisterin auf der olympischen- und Halb-Ironman-Distanz noch ziemlich im Schatten des Rampenlichts. «Es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, es habe sich seither nicht einiges geändert in meinem Leben», so Ryf. Nach Hammersaison 2014, verbunden mit der erfolgreichen Erweiterung ihres Tuns auf die Langdistanz, ist das Interesse ihrer Person markant gestiegen. Insofern ist die begehrte Frau froh um die Hilfe ihrer Mutter. Etwa wenn es darum geht, das «Büro zu machen. Wenn ich das alles allein tun wollte, würde mir die Zeit zum Trainieren fehlen», so Ryf – und das wäre schade.