Sports Awards
Daniela Ryf: «Der Ironman war mir immer viel zu lang und viel zu langweilig»

Die Triathletin Daniela Ryf, ist als Sportlerin des Jahres nominiert. Sie spricht über die vergangene Saison und ihre Zukunftspläne sowie ihre Chancen bei den Sports Awards.

Cédric Heer
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Daniela Ryf krönt ihr Sportjahr mit der Teilnahme an den Sport Awards.

Daniela Ryf krönt ihr Sportjahr mit der Teilnahme an den Sport Awards.

Jarno Schurgers/Red Bull Content Pool

Daniela Ryf, wie geht es Ihnen nach dieser erfolgreichen, aber auch anstrengenden Saison?
Daniela Ryf: Mir geht es sehr gut. Die letzten beiden Monate nahm ich ziemlich locker, damit ich auch mal Zeit hatte um andere Dingen neben dem Sport zu erledigen. Am Dienstag starte ich aber bereits wieder ins Training für die neue Saison.

Der Saisonstart erfolgt demzufolge noch vor Weihnachten und Neujahr. Haben Sie da überhaupt noch Zeit für Ihre Familie?
Wenn man die ganze Zeit Guezli isst, ist es sicherlich gut, wenn man auch noch ein bisschen trainiert nebenbei (lacht). Ich werde sicherlich mit meiner Familie feiern, ich trainiere ja auch nicht 24 Stunden am Tag. Ich freue mich aber darauf, endlich wieder fit zu werden (lacht).

Fit waren Sie in diesem Jahr definitiv, unter anderem in Zürich eilten Sie Ihrer Konkurrenz davon. Wie haben Sie diese Tage erlebt?
Dieses Wochenende damals war eines der Unglaublichsten, das ich je erleben durfte. Vielleicht war es auch gerade die Kombination, zuerst der Titel in der Kategorie 5150 und dann noch im Ironman holen zu können. Dazu kam das Heim-Publikum, das fantastisch war. Der Ironman in Zürich war sicherlich die emotionalste Erfahrung, die ich je in einem Rennen gemacht habe.

Bei Ihrer ersten Teilnahme am Ironman auf Hawaii liefen Sie auf den zweiten Platz. Waren Sie nicht selbst überrascht über dieses Resultat?
Überrascht würde ich nicht sagen. Ich wusste, dass ich gut in Form war und ich Chancen hatte. Sehr lange sah es sogar danach aus, als ob das Rennen gewinnen würde. Doch auch mit dem zweiten Rang und vor allem der vollbrachten Leistung bin ich natürlich sehr zufrieden und überglücklich.

Der Ironman liegt Ihnen ganz offensichtlich. Wieso sind Sie eigentlich nicht schon früher in diesem Rahmen gestartet?
Ich hatte mir bis anhin gar nie überlegt, einen Ironman zu bestreiten. Für mich war das immer weit weg und nie geplant. Zusammen mit meinem Coach habe ich aber gemerkt, dass mir diese Disziplin liegt und sie mir auch Spass macht. Zuvor hatte ich immer das Gefühl gehabt, dass ein Ironman viel zu lang und viel zu langweilig ist (lacht).

Das heisst, dass Sie in den nächsten Jahren vermehrt auf den Ironman setzten werden?
Hawaii ist für mich das grosse Ziel im nächsten Jahr.

Dank dieser famosen Saison sind Sie zur Wahl der „Sportlerin des Jahres“ nominiert. Werden Sie auch dieses Rennen für sich entscheiden?
Die Chancen sind sehr schwierig einzuschätzen. Es sind viele tolle Frauen hier, die viele grosse Leistungen erbracht haben. Für mich ist es eine Ehre, hier sein zu dürfen und ich bin gespannt, was der Abend bringen wird. Ich wäre aber sehr erstaunt, wenn ich gewinnen würde.