Unihockey
Daniel Sebek: «Ich weiss, dass ich es drauf habe»

Die Zeit der Wahrheit ist gekommen. Morgen startet Titelverteidiger Wiler-Ersigen in die Best-of-seven-Serie gegen Grünenmatt (20 Uhr, Zuchwil). Für den Ex-Mätteler Daniel Sebek (25) ist dieser Viertelfinal eine besondere Angelegenheit.

Ruedi Burkart
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«Einen Resultat-Tipp gebe ich nicht ab», sagt Wiler-Stürmer Daniel Sebek.

«Einen Resultat-Tipp gebe ich nicht ab», sagt Wiler-Stürmer Daniel Sebek.

Marcel Bieri

Am 24. Januar 2010 gibt ein 21-jähriger Tscheche namens Daniel Sebek seinen Einstand in der höchsten Schweizer Liga. Der UHC Grünenmatt stattet den 1,85 Meter grossen Offensivspieler mit einem bis Saisonende befristeten Vertrag aus. Sebek findet sich schnell in der neuen Umgebung zurecht, lässt sich in seiner ersten vollen Saison bei Grünenmatt (2010/2011) 25 Skorerpunkte gutschreiben. Letzte Saison erzielt er 35 Punkte – und wechselt nach viereinhalb Jahren mit einigen Vorschusslorbeeren und ausgestattet mit einem Zweijahresvertrag zu Wiler-Ersigen.

Doch das Abenteuer beim Schweizer Meister beginnt für den tschechischen Nationalspieler und zweifachen WM-Teilnehmer nicht nach Wunsch. «Mein Start bei Wiler war nicht optimal», sagt er. Und fügt selbstkritisch hinzu: «Ich machte mir zu Beginn selbst zu viel Druck, wollte unbedingt zeigen, was ich kann.» In ein veritables Loch sei er allerdings nicht gefallen. «Ich wusste ja, dass ich es drauf habe. Und nach den ersten Runden liefs auch viel besser.» Pech nur, dass er sich just vor der WM-Pause im Dezember an der Schulter verletzte und längere Zeit ausfiel.

In den letzten Partien der Qualifikation zeigte Sebek aufsteigende Tendenz. Und jetzt, kurz vor der ersten von maximal sieben Partien gegen seinen Ex-Klub, sei er wieder voll da, versichert Sebek. «Wir wollen jetzt den Sebek sehen, den wir aus den früheren Partien gegen uns kennen», so Wilers Sportchef Marcel Siegenthaler. Noch gut in Erinnerung ist beispielsweise Sebeks Siegtreffer für Grünenmatt im dritten Spiel in der Serie vor drei Jahren, die Wiler schliesslich mit 4:2 Siegen gewann.

Die «Daniel-WG» in Zuchwil

Sebeks Vertrag beim SVWE läuft noch eine weitere Saison. Grund genug, endlich in der Region ansässig zu werden. Aktuell wohnt er noch in Ramsei im Emmental, im Sommer zieht er nach Zuchwil in die Nähe der Sportanlage. Zusammen mit Teamkollege Daniel Sesulka wird er die Wohnung von Coach Johan Schönbeck übernehmen. Schönbeck geht bekanntlich nach zwei Jahren bei Wiler-Ersigen zurück in seine Heimat nach Schweden.

Das Flyer-Quartett in Huttwil

Sebek arbeitet beim Elektrobike-Hersteller Flyer in der Spedition. Das Thema Unihockey ist auch dort stets präsent. Schliesslich sind in Huttwil auch die Grünenmatt-Akteure Lukas Bauer, Robin Markström und Victor Ferraresi angestellt. Die bevorstehende Playoff-Serie elektrisiert also auch die Belegschaft von Flyer. Auf einen Resultat-Tipp will sich Sebek indes nicht einlassen. «Nein, nein, den behalte ich für mich.» Aber, klar: Seine Arbeitskollegen will er morgen auf dem Feld ärgern und am Freitag in der Znünipause die Gratulationen für den ersten Sieg entgegennehmen.

Wiler-Ersigen (1.) - Grünenmatt (8.)

Morgen: 20 Uhr, Zuchwil. Sa, 7. März: 17.30,
Sumiswald. So, 8. März: 18 Uhr, Zuchwil.
Fr, 13. März: 20 Uhr, Sumiswald. – Weitere Daten (falls nötig): So, 15. März. Sa, 21. März.
So, 22. März. Die weiteren Viertelfinals: Alligator Malans (2.) - Rychenberg (7.). GC (3.) - Tigers Langnau (6.). Chur (4.) - Köniz (5.).

SVWE-Sportchef mahnt zur Vorsicht

Wenn der Qualifikationssieger gegen den Achten in die Playoffs steigt, dann sind die Rollen klar verteilt. Und weil die Statistik nie lügt, ist Wiler-Ersigengegen Grünenmatt haushoher Favorit. Zweimal stand man sich bisher in den Playoffs gegenüber, Wiler setzte sich immer durch. In der laufenden Saison gewann der SVWE in Cup und Meisterschaft dreimal. Dennoch sagt Sportchef Marcel Siegenthaler: «Wir haben uns schwergetan. Diese Serie dürfte kaum auf dem schnellsten Weg entschieden werden.» (rubu.)

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