Triathlon
Daniel Ryf: Zuerst der Titel, dann die Premiere

An der 5150-EM über die Olympische Distanz verteidigte die Solothurnerin Daniela Ryf in Zürich ihren Vorjahrestitel. Heute folgt für sie eine neue Erfahrung.

Jörg Greb
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Daniela Ryf wechselt vom Velo auf die Laufstrecke.

Daniela Ryf wechselt vom Velo auf die Laufstrecke.

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Die Solothurner Triathletin Daniela Ryf gewann im Rahmen des Züri-Triathlons EM-Gold und erfüllte damit den besser zu planenden und wohl auch weniger anspruchsvollen Teilerfolg ihres Wochenendes. Als Titelverteidigerin der windschattenfreien Serie über die Olympische Distanz von 1,5 km Schwimmen, 40 km Velo und 10 km Laufen setzte sie sich souverän durch. Nachdem die 27-Jährige schon im Schwimmen mit den Besten aufs Velo wechselte, gab sie auf dem anspruchsvollen Parcours schnell die Gangart bekannt. Einen beruhigenden Vorsprung von über drei Minuten fuhr sie sich auf ihre nächsten Verfolgerinnen heraus.

Diese Reserve gab Daniela Ryf auf der Laufstrecke nicht mehr preis. «Ich bin hervorragend in Form und konnte mit diesem Rennen die Fortschritte und die tollen Trainingsleistungen bestätigen», freute sich Ryf hinterher. Gleichzeitig hielt sie aber auch fest: «Ich bin erstaunt, wie ich diese Konkurrenz dominieren konnte, zählen doch Svenja Bazlen und Lisa Norden zur absoluten Weltspitze.» Wie Olympiasiegerin Nicola Spirig und Männersieger Reinaldo Colucci (Br) trainiert Ryf in der Gruppe von Star-Trainer Brett Sutton in St. Moritz.

Auch wenn Ryf ihrer Leistung Bedeutung beimass: Die grosse Herausforderung stellt sich ihr heute. Zu einem Doppelstart innert weniger als 24 Stunden hat sie sich zusammen mit Sutton entschlossen: Zu ihrem allerersten Ironman über 3,9 km Schwimmen, 180 km Velo und 42,2 km Laufen. «Mal schauen, wie das geht», sagt sie vorsichtig. Von «einem langen Trainingstag» und einer «echten Herausforderung» spricht sie. Und strahlt Zuversicht und Vorfreude aus. Man traut ihr auch über die doppelte Distanz im Vergleich zum Samstag eine Topleistung zu. Der renommierte australische Trainer nimmt Druck von der U23-Weltmeisterin von 2008: «Heute wird nicht der Sieg von Daniela erwartet. Die Top 3 wären ein Topresultat.»

Generell gilt festzuhalten: Daniela Ryf präsentiert sich nach gesundheitlichen Schwierigkeiten in der Vergangenheit nun wieder in einer blendenden Verfassung. Ihr zeigen sich wieder erfreuliche Perspektiven – und womöglich kann sie heute ein weiteres Tor öffnen.