Unihockey 1. Liga
«Dabei bin ich innerlich fast gestorben»: Der TSV Deitingen schaltet den Qualifikationssieger aus

Dem TSV Deitingen gelint der grosse Coup: Nach einer spektakulären Achterbahnfahrt gegen Qualifikationssieger Lions Konolfingen steht Deitingen im Erstliga-Halbfinal.

Raphael Wermelinger
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Matthias Roth, der bald 33-jährige Trainer des TSV Unihockey Deitingen, freut sich über den Halbfinal-Einzug. HPS/Archiv

Matthias Roth, der bald 33-jährige Trainer des TSV Unihockey Deitingen, freut sich über den Halbfinal-Einzug. HPS/Archiv

Hans Peter Schläfli

An Schlafen war beim TSV Unihockey Deitingen in der Nacht von Sonntag auf Montag nicht zu denken. «Der Sieg in Konolfingen war ein Befreiungsschlag. Wir waren danach alle aus dem Häuschen», blickt Trainer Matthias Roth am Montagmorgen zurück. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte schafften die Wasserämter den Einzug in die Playoff-Halbfinals der 1. Liga.

Was natürlich ausgiebig zelebriert wurde: «Wir feierten nach dem Spiel in der Garderobe, im Car auf der Rückfahrt und anschliessend bis in die Morgenstunden in unserem Stammlokal, im Restaurant Bahnhof in Deitingen.»

Etwa um vier Uhr morgens sei er zu Hause eingetroffen, so Roth. Das Kopfkino hielt ihn weiter wach. In Dauerschleife lief der entscheidende Treffer immer wieder vor seinem inneren Auge ab: Thomas Bieber schoss die Deitinger im entscheidenden dritten Playoff-Duell gegen das beste Team der Qualifikation acht Sekunden vor der Sirene in die Halbfinals. «Da wusste ich, jetzt ist es fertig. Jetzt kann nichts mehr passieren», rekapituliert Roth die emotionale Achterbahnfahrt des dritten Spiels.

In diesem führten die Deitinger mit 2:0, lagen dann mit 2:5 hinten, drehten den Rückstand in eine 6:5-Führung, um nochmals mit 7:8 ins Hintertreffen zu geraten, ehe in den letzten drei Minuten die Wende gelang. Roth windet seinem Team für den Auftritt ein Kränzchen: «Ich bin unglaublich stolz auf sie. Trotz des Rückstands verfolgten wir unser Ziel konzentriert weiter.» Er sei gefragt worden, wie er es schaffe, bei diesem Krimi so ruhig zu bleiben auf der Bank. «Dabei bin ich innerlich fast gestorben.»

«Es ist ein Coup»

Der Qualifikationssieger Lions Konolfingen hatte in der ersten Phase der Saison mehr als doppelt so viele Punkte geholt wie die Deitinger. «Wir hatten nichts zu verlieren, bereiteten uns aber sehr gut auf den Gegner vor und glaubten immer ans Weiterkommen», sagt Roth. «Wir wussten, dass wir sie besiegen können.

Umso schöner ist es, dass wir es auch beweisen konnten.» Schon der Auftakt der Deitinger in die Best-of-3-Serie war furios. Dank einer Triplette innert 1 Minute zog Deitingen im letzten Drittel des ersten Duells auf 7:3 davon und schaffte am Ende dank eines 9:4-Siegs das Break.

Im Heimspiel lagen die Wasserämtern bis anderthalb Minuten vor Schluss mit 3:2 vorne. Die Löwen wendeten das frühe Ausscheiden aber noch ab und setzten sich im Penaltyschiessen durch. Am Sonntag vermochten die Solothurner das Glück aber wieder auf ihre Seite zu ziehen.

Wie hoch ist der Erfolg gegen Konolfingen einzustufen? «Wenn man dem Qualifikationssieger ein Bein stellt, ist es immer ein Coup», antwortet Matthias Roth. «Als wir am letzten Sonntag zu Hause den Sack nicht zumachen konnten, glaubten wohl nur noch wenige an uns.»

Auch deshalb, weil Deitingen in den vergangenen vier Saisons nie in Konolfingen gewinnen konnten. Jetzt gelang es zum richtigen Zeitpunkt gleich zweimal. «Viele Fans von uns sind mitgereist. Die Halle war ‹brätschvoll›, so etwas habe ich noch nie erlebt.»

Jetzt wartet Eggiwil

Gestern Montag durften seine Spieler den Erfolg noch voll auskosten. Ab dem heutigen Training gilt es wieder ernst. Im Halbfinal wartet ab dem kommenden Wochenende Eggiwil, der Zweite nach der Regular Season. «Jetzt geht es nicht mehr darum, jemandem ein Bein zu stellen», blickt Roth voraus. «Die besten vier Klubs sind im Halbfinal. Es ist alles möglich.»

In der Qualifikation konnten die Deitinger das Heimspiel in der Vorrunde mit 6:3 für sich entscheiden, auswärts unterlagen sie den Emmentalern mit 3:5. Deitingen-Trainer Matthias Roth weiss: «Wie spielen lieber gegen sie als sie gegen uns.»

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