Berglauf
Da war es nur noch einer: Der 30. Weissensteinlauf steht an

Während alle anderen Läufe der diesjährigen Jura Top Tour gestrichen werden mussten, steht der 30. Austragung des Weissensteinlaufs vom Sonntag nichts mehr im Wege.

Manfred Dysli
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Mit Block-Starts sollen Staus auf der Strecke verhindert werden.

Mit Block-Starts sollen Staus auf der Strecke verhindert werden.

Tom Ulrich

Neun der zehn Läufe der diesjährigen Jura Top Tour mussten aufgrund des Coronavirus abgesagt werden. Der einzige noch verbliebene ist der Weissensteinlauf, der am Sonntagmorgen ab 10 Uhr stattfindet. Es ist bereits die 30. Austragung des gut 14 Kilometer langen Rennens, dessen Strecke vom Start beim Kantonsschulhaus in Solothurn hinauf zum Ziel beim Hotel Weissenstein führt. Die zu bewältigende Steigung beträgt mehr als 1000 Höhenmeter.

«Die Begeisterung für das Laufen soll gerade nach all den Absagen gefördert werden», erklärt das Organisationskomitee in seiner Medienmitteilung die Gründe, den Lauf trotz der Widrigkeiten durchzuführen. «Dazu dient die wunderschöne Strecke durch die Verenaschlucht über Rüttenen und Oberdorf auf den Nesselboden. Von der Röti sieht man das Ziel auf dem Weissenstein und kann hoffentlich noch den traumhaften Ausblick über das Mittelland geniessen.»

Damit der Weissensteinlauf stattfinden kann, mussten die Organisatoren für ein Sicherheitskonzept sorgen. «Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass der sportliche und der gesundheitliche Aspekt das gleiche Gewicht haben», lassen sie verlauten. Das Startgelände bei der Kantonsschule bietet zum Glück viel Platz für die Teilnehmer. Wie später im Ziel erhalten die Läufer und Helfer Schutzmasken. Um Engpässe zu vermeiden, werden die Teilnehmer gestaffelt auf die Strecke geschickt.

Vorjahressieger in der Favoritenrolle

Stand Donnerstagnachmittag haben sich exakt 441 Laufbegeisterte für den 30. Weissensteinlauf angemeldet. In der Favoritenrolle befinden sich die Vorjahressieger Mekonen Tefera und Martina Strähl. Die mehrfache Welt- und Europameisterin aus Horriwil peilt an ihrem Hausberg den elften Triumph an. Es wäre dies ihr fünfzigster Etappensieg in der Geschichte der Jura Top Tour.

Im Jahre 2005 hatte Strähl den Weissensteinlauf zum ersten Mal gewonnen. Eigentlich ist die 33-Jährige in den letzten Jahren etwas vom Berglauf weggekommen und hat sich andere Prioritäten gesetzt. Doch weil dieses Jahr weder die Olympischen Spiele (Marathon) noch die Leichtathletik-EM (Halbmarathon) stattfinden, fand sie diesen Sommer zu ihrer alten Liebe zurück. Und dies erfolgreich: Sie gewann sowohl den Vogellisi-Berglauf als auch den Stockhorn-Halbmarathon souverän.

«Statt Olympia oder EM bestreite ich nun halt zum elften Mal den Weissensteinlauf und möchte diesen auch zum elften Mal gewinnen», sagte Strähl im Vorfeld und blickte gleich noch etwas voraus: «Am zweiten September-Wochenende starte ich an den Leichtathletik-Schweizer-Meisterschaften in Basel auf der Bahn.» Was danach anstehe, müsse sie zuerst mit ihrem Trainer Fritz Häni besprechen.

Wegen Corona ohne Festwirtschaft und Preisverleihung

Zu Strähls ärgsten Konkurrentinnen zählt Petra Eggenschwiler vom TV Welschenrohr, die den Weissensteinlauf 2017 und 2018 für sich entschieden hat. Anfang Woche gewann sie das Radrennen Rüttenen–Balmberg. Ebenfalls mit von der Partie sind die amtierende Schweizer Meisterin im Marathon, Natascha Beer aus Kandersteg, die Solothurner Berglaufmeisterin von 2019, Gertrud Wiedemann aus Zuchwil, sowie die Oltnerin Yvonne Holderegger-Häfeli, die 2019 am Belchen gesiegt hat.

Rund 450 Läuferinnen und Läufer haben sich bis drei Tage vor dem Start für den Weissensteinlauf angemeldet.

Rund 450 Läuferinnen und Läufer haben sich bis drei Tage vor dem Start für den Weissensteinlauf angemeldet.

Tom Ulrich

Bei den Männern peilt der für den TV Länggasse Bern startende Äthiopier Mekonen Tefera seinen dritten Sieg an. Doch auch Orientierungsläufer Forian Howald sowie der letztjährige Dritte, Michael Morand, und der Emmentaler Martin Zürcher werden ein Wörtchen um den Sieg mitreden wollen.

Der 30. Weissensteinlauf wird am Sonntag um 10 Uhr mit dem Start der ersten Läufergruppe lanciert. «Alle fünf Minuten wird ein weiterer Block in das Rennen geschickt», erklärt Maja Hügli, die nach zwei Jahren als Pressechefin das Amt der OK-Präsidentin übernommen hat, das Prozedere. «Wegen Corona wird es in diesem Jahr leider keine Festwirtschaft und auch keine Siegerehrungen und Preisverleihung geben.»

Die knapp 14 Kilometer lange Strecke hinauf auf den Weissenstein führt durch die Verenaschlucht.

Die knapp 14 Kilometer lange Strecke hinauf auf den Weissenstein führt durch die Verenaschlucht.

Tom Ulrich