Tischtennis

Cup-Highlight lässt die Sorgen beim TTC Solothurn kurzfristig vergessen

Yiuwing Tam ist seit bald zwei Jahren Präsident des TTC Solothurn.

Am Samstag trifft der TTC Solothurn im Cup auf Chênois. Das Team aus der Nationalliga ist ein Highlight für den von Sorgen geplagten Club. Die Solothurner brauchen dringend mehr Spieler.

Seit bald zwei Jahren ist Yiuwing Tam Präsident des Tischtennisclubs Solothurn. Nachdem Hanspeter Koller den TTC Solothurn über zwanzig Jahre lang als Präsident geführt hatte, war es Zeit für eine Wachablösung und den Generationenwechsel. Der heute 30-jährige Tam war davor für die Nachwuchsabteilung des Klubs verantwortlich.

Zum Tischtennis kam er durch seinen Vater, der deutlich mehr erreicht habe, schon im Alter von sechs Jahren. Als er noch kaum über die Tischplatte hinaus blicken konnte. Zwischenzeitlich verlor er etwas die Lust am Tischtennis, probierte sich im Unihockey, um sich im Alter von knapp zwölf Jahren endgültig dem TTC Solothurn zu verschreiben.

Mittlerweile ist er seit fast zwanzig Jahren dabei und übernimmt auch gerne die Verantwortung. Es gefalle ihm, dass der TTCS nun ein Stück weit sein Klub sei. Einzig aus logistischer Sicht war die Übernahme des Präsidentenamtes eine Herausforderung.

Yiuwing wohnt in Lenzburg, arbeitet in Zürich und trainiert in Solothurn. Doch für die gut hundert Mitglieder des Klubs, wovon deren 30 eine Lizenz besitzen, nimmt er den Aufwand und die Distanzen gerne auf sich.

1. bis 5. Liga plus Senioren

Der Tischtennisclub Solothurn stellt aktuell sieben Mannschaften, die am Meisterschaftsbetrieb teilnehmen: Fünf Aktiv-Teams, verteilt von der 1. Liga bis runter in die 5. Liga, und zwei Senioren-Equipen, wovon eine in der höchsten Liga spielt.

Die Solothurner hatten in vergangenen Jahren auch schon Nationalliga-Status, diese Ambitionen sind momentan aber auf Eis gelegt. «Für unser bestes Team reicht es aktuell in der 1. Liga für die obere Tabellenhälfte», sagt Tam.

Gar auf einen Konkurrenten aus der höchsten Liga treffen die Solothurner am Samstag im Cup. Gegner Chênois ist bezüglich lizenzierter Spieler der grösste Klub in der Schweiz. «Der Cup ist immer ein spannender Wettbewerb. Wir wollen unbedingt die dritte Runde erreichen. Dafür mussten wir in den vorherigen Cup-Spielen Aarau und Olten ausschalten.»

Die Nervosität vor der Auslosung der dritten Runde sei gross gewesen. Tams Wünsche wurden erhört: «Ich hoffte auf einen NLA-Gegner. Chênois hat knapp hundert lizenzierte Spieler, darunter auch einige Verstärkungen aus Frankreich.»

Der haushohe Underdog

«Wir freuen uns riesig auf diesen Match», sagt Tam. Chancen werden die Solothurner keine haben. Beim Tischtennis werden die Spieler in Stärkeklassen A, B, C und D eingeteilt. Wobei die besten Spieler mit dem Zertifikat A ausgezeichnet werden.

«Wir haben keinen solchen Spieler in unserem Team, die Genfer elf», veranschaulicht Tam den Klassenunterschied. «Ich denke, sie werden mit einer guten Mannschaft antreten. Für uns steht natürlich der Spass im Vordergrund. Es soll für unseren Klub ein grosses Fest werden.» Der Cup-Match findet am Samstag um 15 Uhr in der Schützenmatthalle in statt.

An diesem Tag kann er sein Amt geniessen. Tams grösste Sorge betrifft die Rekrutierung von neuen Spielern: «Der Nachwuchs fehlt, der Verein wird immer älter. Bei den Aktiven, also bei den Spielern im Alter zwischen 18 und 40, haben wir viel zu wenige Leute. Es gibt Spieler in der ersten Mannschaft, die nur noch dabei sind, weil kein Ersatz da ist. Aber sie trainieren teilweise gar nicht mehr.»

Klub ist zu wenig bekannt

Er selbst hat während sieben Jahren den Nachwuchs gecoacht. «Ich merkte, dass das erste Jahr entscheidend ist. Sie müssen in diesem Jahr die Geduld aufbringen, die Technik von Grund auf zu lernen. Das gehört einfach dazu. Viele verlieren leider zu schnell die Motivation und hören dann auf.»

Um Spieler zu gewinnen, muss der TTC Solothurn bekannter werden, sagt Tam. «Meine Umfrage beim Auftritt an der HESO hat ergeben, dass acht von zehn Besuchern nicht wussten, dass es in Solothurn einen Tischtennisklub gibt.» Dabei lohne sich bei diesem nicht nur das Mitspielen, sondern auch das Zuschauen.

Vor allem wenn es wie übermorgen gegen ein Spitzenteam geht. «Mich fasziniert Tischtennis, weil es eine schnelle und technisch anspruchsvolle Sportart ist. Und durchaus auch anstrengend. Man kann sich in jedem Spiel neu erfinden», sagt Yiuwing Tam.

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Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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