Mit 12,3 Sekunden Vorsprung auf den Berner Oberländer OL-Junior Joey Hadorn behielt der Zuchwiler knapp die Oberhand. Der 28-jährige Pilot, der 2011 am Belchen in Olten seine erste SM-Goldmedaille im Berglauf eroberte und 2014 in Schwarzsee nachdoppelte, feierte bei schönem Wetter eine Premiere als Tagessieger, nachdem er vor genau fünf Jahren als Zweiter hinter OL-Weltmeister Matthias Kyburz bereits auf dem Podium gestanden war.

«Ich setzte zuerst auf die Sprintwertung, die ich auch gewinnen konnte. Dann lief ich etwas mehr als ein Kilometer zusammen mit dem starken Joey Hadorn, ehe ich wieder allein war und das Rennen an der Spitze kontrollieren konnte», schilderte Mathys den Rennverlauf. Der Streckenrekord von Martin von Känel (29:11,1) sei aber nicht dringelegen, weil der Wasserämter drei Tage zuvor den Selektionslauf für die Berglauf-EM in Grabs bestritten und sich als drittbester Schweizer auch qualifiziert hatte.

Auf die bevorstehende Berglauf-SM angesprochen, meinte Mathys: «Das wird nicht einfach, denn der Gewinner des Roggenberglaufes, der Krienser Daniel Lustenberger (SM-Dritter 2014) ist sehr gut in Form.» Andere Pläne hat dagegen der zweitklassierte Joey Hadorn. Der Gempenberglauf war nach drei OL-Wettkämpfen der vierte und letzte Selektionslauf für die Junioren-Weltmeisterschaften in Norwegen.

Götz folgt auf Strähl

Nicht auf Touren kam am Gempen der Sieger von 2011 und 2013, der schwedische OL-Weltklasseathlet Anders Holmberg, der mit Rang sechs vorliebnehmen musste. Der 31-jährige in der Schweiz wohnhafte Skandinavier begründete sein Fernbleiben von den Podestplätzen mit dem letztjährigen Rücktritt von der internationalen OL-Bühne. Mit dem siebtklassierten Schwarzbuben Bernhard Eggenschwiler kam neben dem Tagessieger Christian Mathys ein zweiter Solothurner in die Top Ten. Letztere verpasste Severin Widmer als Elfter um Haaresbreite, nachdem er im Sprint dem OL-Junior Thomas Curiger um eine Sekunde unterlegen war.

Bei den Frauen gab es wegen der verletzungsbedingten Absage von Martina Strähl, Siegerin der letzten beiden Jahre und Rekordhalterin (33:50,6) am Gempen, eine neue Siegerin. In Abwesenheit der Dominatorin machte Kathrin Götz das Rennen. Die Bellacherin feierte, vor der Ex-Schweizer-Meisterin im Marathon und WM-Teilnehmerin Renate Wyss sowie der Passwanglaufsiegerin Petra Eggenschwiler, ihren ersten Tagessieg in der Jura-Top-Tour.

«Ich setzte auf die Sprintwertung, die ich prompt gewann. Darauf nahm ich volles Risiko und zog durch – die Rechnung ging auf und ich blieb an der Spitze», strahlte die neue Siegerin am Gempen, die in den zwei Jahren zuvor jeweils als Dritte ins Ziel gekommen war. Die früher für den TV Welschenrohr startende und jetzt für den LSV Basel lizenzierte Wyss war trotz verpasstem Sieg nicht unzufrieden: «Das war der erste Berglauf, der mir Spass machte.» Die in letzter Zeit lange verletzt gewesene Ex-Solothurnerin visiert als Saisonziel den Marathon von Frankfurt im Herbst an. Mit 818 klassierten Laufbegeisterten konnte der organisierende TV Dornach auch in diesem Jahr eine gute Beteiligung vermelden.