Swiss-League-Playoffs
Chris Bartolone, wie haben Sie aus 22 Einzelkämpfern eine Mannschaft geformt? - «Es ist die positive Stimmung»

EHCO-Trainer Chris Bartolone übernahm am 4. Februar als Assistent von Bengt-Ake Gustafsson nach dessen Freistellung den Trainerposten. Der Italo-Kanadier spricht nach dem Einzug in den Playoff-Final über seine Arbeit.

Silvan Hartmann
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EHCO-Trainer Chris Bartolone
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EHCO-Trainer Chris Bartolone gratuliert Tim Bucher
Fordert Einsatz von jedem Spieler: EHCO-Trainer Chris Bartolone.
EHCO-Trainer Chris Bartolone mit Assistenztrainer Michael Tobler.
EHCO-Trainer Chris Bartolone
EHCO-Trainer Chris Bartolone

EHCO-Trainer Chris Bartolone

Urs Lindt/Freshfocus

Chris Bartolone, Sie haben es geschafft! Sie stehen mit dem EHCO im Playoff-Final.

Chris Bartolone: Ich bin super-erleichtert. Wir gingen als Aussenseiter in diese Serie. Gegen diesen starken SC Langenthal, der die Qualifikation überzeugend auf Platz zwei beendet hatte. Sie haben gut gespielt, aber wir haben besser gespielt. Wir wussten: Langenthal wird unter Druck noch stärker beginnen, das haben sie auch getan. Doch wir konnten uns fangen und haben darauf eine Antwort gegeben.

Sie lagen 0:2 zurück, als nicht mehr viel für den EHCO sprach.

Ich bin unglaublich stolz auf die Jungs, wie sie auf diesen 0:2-Rückstand reagiert haben und sich zurückgekämpft haben. In einem grossen Derby. In einem Playoff-Halbfinal. Gegen Langenthal. Auswärts. Dieser Erfolg spricht für dieses Team. Diese Mannschaft hat riesengrossen Charakter gezeigt.

EHCO-Trainer Chris Bartolone gratuliert Tim Bucher

EHCO-Trainer Chris Bartolone gratuliert Tim Bucher

Urs Lindt/Freshfocus

Was haben Sie der Mannschaft gesagt, als sie 0:2 zurücklagen?

Ich kann Ihnen nicht sagen, was ich der Mannschaft in der ersten Pause gesagt habe, aber es waren keine netten Worte. Wir müssen lernen, dass man trotz 3:1-Führung in einer Serie hart arbeiten muss für einen Sieg, dass man seine Arbeit machen muss, um zum Sieg zu kommen. Und vor allem auch gegen Langenthal, das nicht irgend ein Team ist, sondern zur absoluten Spitze gehört. Ich erwarte in solchen Spielen vollsten Einsatz. Es gibt kein Larifari trotz 3:1-Führung in der Serie.

Der Finaleinzug ist auch Ihr Verdienst. Wie haben Sie aus 22 Einzelkämpfern innert weniger Wochen eine Mannschaft geformt?

Es ist die positive Stimmung, die man vorlebt und vermittelt. Und Disziplin auf und neben dem Eis. Und die Konsequenzen, die jeder trägt, wenn er seine Leistungen nicht abruft. Wir haben sechs Linien, die spielen können. Wer seine Leistung nicht abruft, spielt nicht. Jeder weiss, dass man Fehler machen darf. Doch wichtig ist, dass man daraus lernt. Diese Attitüden haben das Team gepusht und an ihr Limit geführt.

Das klingt nach einem gar einfachen Rezept.

Wissen Sie: Es ist eine neue Generation von Eishockeyspielern. Ein Trainer muss eine harte Linie haben, braucht aber auch die Fähigkeiten, mit den Spielern sprechen zu können. Man muss hinter dem Spieler auch den Menschen kennen. Glücklicherweise für mich habe ich sie schon als Assistenten kennen gelernt. Ich vertraue dem Prinzip der «drei T’s»: Trust, Teach, Talk (Vertrauen, Lehren, Sprechen). Und die Spieler schätzen das und sie wissen: Meine Türe ist offen, sie sind jederzeit willkommen.

Wohin führt die EHCO-Reise noch?

Wir werden sehen (schmunzelt).

Fordert Einsatz von jedem Spieler: EHCO-Trainer Chris Bartolone.

Fordert Einsatz von jedem Spieler: EHCO-Trainer Chris Bartolone.

Urs Lindt/Freshfocus

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