NLB-Handball

Cheftrainer bei je einem Klub in der NLB und der 1. Liga: Martin Prachar wird Tanzleiter auf gleich mehreren Hochzeiten

Martin Prachar in seinem Element als Doppel-Cheftrainer.

Martin Prachar in seinem Element als Doppel-Cheftrainer.

Martin Prachar steigt beim NLB-Klub TV Solothurn zum Cheftrainer auf und behält dasselbe Amt beim Erstligisten TV Dagmersellen. Der 40-jährige Tscheche ist trotzdem überzeugt, dass sein Programm in den vergangenen Jahren enger getaktet war.

Martin Prachar übernimmt beim TV Solothurn das Amt des Cheftrainers. Der 40-jährige Tscheche hat beim NLB-Handballklub einen Einjahresvertrag mit Option auf eine Verlängerung um ein weiteres Jahr unterschrieben. Prachar steigt nach zwei Jahren als Assistent zum Boss an der Seitenlinie beim TVS auf.

«Ich freue mich sehr auf die neue Herausforderung», kommentiert der ehemalige Kreisläufer sein neues Engagement. Mit Prachars Ernennung zum Cheftrainer erhofft man sich beim TVS einen Aufwärtstrend: «Wir wollen zurück in die vordere Tabellenhälfte. Ausserdem soll Martin die individuelle Entwicklung unserer Talente befördern, schliesslich sind wir ein Ausblidungsverein», sagt Gaudenz Oetterli, Co-Präsident der Solothurner.

Bis hierhin alles ganz gewöhnlich. Aus der eigentlich ganz normalen Verpflichtung beziehungsweise Beförderung wird erst auf den zweiten Blick eine äusserts spezielle Angelegenheit.

Denn Prachar wird in der kommenden Saison nicht nur bei den Solothurnern sondern auch beim TV Dagmersellen in der 1. Liga als Cheftrainer an der Seitenlinie stehen – und damit zum Inhaber eines Doppelmandats in der zweit- und dritthöchsten Schweizer Handballliga.

Prachar ist sich mehrfache Mandate gewohnt

Prachar kennt ihn bestens, den Tanz auf vielen Hochzeiten. Schon während seines Engagements als Aktiver beim NLA-Klub HSC Suhr Aarau betreute er nebenher Nachwuchsteams als Trainer.

In seinem letzten Jahr als Profispieler amtete er gleichzeitig als Cheftrainer in Dagmersellen und als Assistent in Solothurn. «Natürlich ist mein Aufwand mit dem Doppelmandat gross, aber in der Schlussphase meiner Aktivkarriere war die Belastung viel grösser als heute», sagt Prachar folgerichtig. Kein Problem also.

Ähnlich sehen das auch die Verantwortlichen der beiden involvierten Vereine. «Für uns war von Beginn der Gespräche mit Martin klar, dass er das so möchte», sagt TVS-Co-Präsident Oetterli und fügt an: «Wir haben uns das genau überlegt und sind überzeugt, dass sich das nicht beissen wird.»

Ins selbe Horn bläst auch Peter Staub, Präsident des TV Dagmersellen: «Diese Situation mag auf den ersten Blick etwas speziell daher kommen. Für uns ist sie aber gar nicht schlecht. Ganz im Gegenteil: Wir gehen davon aus, dass wir Synergien werden nutzen können.»

Viel Koordinationsarbeit zwischen Vereinen nötig

Damit das Doppelmandat Prachars überhaupt möglich geworden ist, war in den vergangenen Tagen und Wochen – und wird es auch weiterhin – einiges an Koordination und Planung nötig.

Am Montag, Mittwoch und Freitag leitet Prachar das Training des TVS, am Dienstag und Donnerstag dasjenige des TVD. Die meisten Partien konnten so angesetzt werden, dass der Chef wird dabei sein können. Bis zur Winterpause verpasst Prachar eine Partie des TVS und deren drei des TVD.

So ganz nebenbei führt Prachar auch weiterhin seinen Foodtruck «Tinu’s Foodtheke», mit dem er unter anderem das Publikum bei den Heimspielen seines Ex-Klubs HSC Suhr Aarau verköstigt – und auch auf dieser Hochzeit ist der gelernte Koch natürlich Tanzleiter.

Martin Prachar ist auch in seinem Foodtruck Tanzleiter.

Martin Prachar ist auch in seinem Foodtruck Tanzleiter.

   

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