1:12 – so deutlich ist das Satzverhältnis aus den vier bisherigen Duellen des TV Schönenwerd gegen Lugano in dieser Saison. 1:12. «Wir haben keine Chance, also packen wir sie», sagt TVS-Captain Jan Schnider. Zwar bemüht der 31-Jährige damit eine altbekannte Sportlerfloskel, und doch passt sie gut zur heute startenden NLA-Finalserie der Volleyballer.

Ein weiterer Meilenstein

Frei von jeglichem Druck können die Schönenwerder in der Best-of-5-Serie gegen Lugano aufspielen. Das Saisonziel einer Medaille ist mit der Finalqualifikation bereits erreicht. Und nicht nur das: Da der TVS in dieser Saison mindestens den zweiten Schlussrang belegt, verbessert der Klub die in der vergangenen Saison aufgestellte Bestmarke des dritten Ranges – ein weiterer Meilenstein in der Vereinsgeschichte. «Alles was jetzt noch kommt ist Zugabe», sagt Schnider. Und trotzdem: «Wenn man im Final steht, dann will man diesen auch gewinnen.»

Gut gelegen kam dem TV Schönenwerd die zweiwöchige Meisterschaftspause wegen des Cupfinals vom vergangenen Wochenende. «Nach der Finalqualifikation war die Freude bei uns sehr gross, die Anspannung hat etwas nachgelassen», sagt Schnider. Nun habe man zwei Wochen konzentriert und intensiv trainieren können und sei deshalb bereit für den Kampf um den Meistertitel, auch mental.

Druck lastet auf Favorit Lugano

Genau diese Cup-Pause hat den Tessinern hingegen kaum gut getan. Nach der Niederlage im Cupfinal gegen Näfels vor Wochenfrist dürften die Luganesi unter massivem Druck stehen. «Sie müssen gegen uns unbedingt gewinnen. Eine Saison ohne Titel wäre für das ambitionierte Team von Lugano definitiv eine Saison zum Vergessen», sagt Schnider.

Dass der haushohe Favorit seine Herausforderer aus Schönenwerd unterschätzen wird, kann sich Schnider allerdings nicht vorstellen: «Nach vier Spielen in Quali und Playoffs kennt man sich gegenseitig. Sie wissen sehr genau, was wir können.» Der TVS will sich ein Vorbild an Näfels nehmen. «Sie haben ganz offensichtlich Vieles richtig gemacht», so Schnider. Vielleicht könne man taktische Elemente des Cupsiegers übernehmen und die Tessiner so vor Probleme stellen.

Am kommenden Mittwoch kommt es dann zum ersten Final-Heimspiel in der Geschichte des TVS. Ab 20 Uhr wollen die Schönenwerder dann in der Giroud-Olma-Halle in Olten in Spiel 2 der Serie die Chance packen, die sie gar nicht haben.