CEV Challenge Cup
Schönenwerd scheidet dramatisch nach «Golden Set» aus

Starke Reaktion blieb unbelohnt: Trotz des 3:1-Siegs im Rückspiel ist Tallinn die Endstation für Volley Schönenwerd im Europacup-Achtelfinal. Das zweite Aufeinandertreffen der beiden Teams war eine spektakuläre Achterbahnfahrt. Bezeichnend dafür der zweite Satz, der mit 36:34 an die Esten ging.

Raphael Wermelinger
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Diagonalangreifer Jalen Penrose war nach Nico Beeler und Daniel Uruena Schönenwerds drittbester Skorer im Rückspiel.

Diagonalangreifer Jalen Penrose war nach Nico Beeler und Daniel Uruena Schönenwerds drittbester Skorer im Rückspiel.

Jörg Oegerli

Nach dem teilweise zerfahrenen Auftritt am Vortag und der daraus resultierenden 1:3-Niederlage sprach vor dem Rückspiel nicht mehr viel für die Schönenwerder. Doch Johan Verstappens Team trat diesmal beherzt auf und zeigte im zweiten Duell mit dem estnischen Spitzenklub Tallinn Technical University eine deutliche Reaktion. Die Schönenwerder, diesmal mit Giger statt Jucker am Zuspiel und Gerson für Kolb in der Annahme, spielten im Vergleich zum Hinspiel wie ein umgekehrter Handschuh, scheiterte am Ende aber bitter im «Golden Set».

Den ersten Satz entschieden die Schönenwerder wie bereits am Dienstag für sich. Und dies, obschon sie schon mit 10:16 und 18:22 zurücklagen. Die Gastgeber kämpfen sich, angeführt von den Aussenangreifern Beeler (6 Punkte) und Gerson (5) sowie Mittelblocker Uruena (6) beeindruckend zurück und verwerteten schliesslich ihren zweiten Satzball zum 27:25.

Reto Giger im Zusammenspiel mit Mittelblocker Rodrigo Leitzke.

Reto Giger im Zusammenspiel mit Mittelblocker Rodrigo Leitzke.

Jörg Oegerli

Auch im zweiten Satz mussten die Schönenwerder von Beginn weg einem Rückstand nachrennen. Dieser betrug nach dem Ass von Rauno Tamme bereits fünf Punkte (14:19). Doch wieder schaffte «Schöni» den Anschluss. Diagonalangreifer Penrose glich mit seinem sechsten Punkt in Satz zwei zum 23:23 aus. Dann begann das Spektakel. Schönenwerd wehrte zehn Satzbälle ab, vergab selbst deren zwei und musste sich am Ende mit 34:36 geschlagen geben.

Davon liessen sie sich indes nicht beeindrucken. Sie holten sich den dritten Satz mit 25:23. Dank eines überragenden Nico Beeler, der den Sack mit seinem siebten Punkt im dritten Durchgang zumachte. Danach waren die Esten zwischenzeitlich völlig von der Rolle und die Schönenwerder in einem wahren Spielrausch. Ab Satzmitte schonte Tallinn-Headcoach Janis Sirelpuu angesichts des 6:14-Rückstands bereits seine besten Kräfte für den «Golden Set».

Enttäuschte Gesichter bei Piero Müller (l.) und Jalen Penrose.

Enttäuschte Gesichter bei Piero Müller (l.) und Jalen Penrose.

Jörg Oegerli

Dieser musste nach dem 25:15 im vierten Satz und dem 3:1-Sieg für Schönenwerd über das Weiterkommen entscheiden. Das Momentum sprach nun klar für das Heimteam, es war aber nur noch ein Nervenspiel. Beide Seiten hatten bereits ihre letzten Kraftreserven angezapft. Lange sah es so aus, als könnten die Schönenwerder die sensationelle Wende tatsächlich schaffen. Sie führten mit 12:10, gaben diesen Vorsprung aber noch aus der Hand (13:15). Weil sie einen Spieler nicht mehr in den Griff bekamen: Den Tschechen Matej Smidl, der seinem Team mit neun Punkten im Alleingang den Entscheidungssatz sicherte.

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