Badminton
Carlos Prietos Prognose für den Halbfinal: «Die Chancen stehen 50:50»

Das Team Solothurn trifft im Playoff-Halbfinal auf das Team Argovia. Die personelle Situation hat sich aber noch nicht entspannt – Spieler mit Trainingsrückstand und ein vorzeitiges Forfait stellen die Solothurner vor eine Prüfung.

Jürg Salvisberg
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Monika Fischer kann nach einer Verletzung wieder spielern, hat aber noch Trainingsrückstand.

Monika Fischer kann nach einer Verletzung wieder spielern, hat aber noch Trainingsrückstand.

Foto Wagner

Am Wochenende kommt es in der Nationalliga A zum Duell Aargau – Solothurn. Carlos Prieto, der Coach des Qualifikationssiegers, sieht seine Mannschaft gegen den viertplatzierten östlichen Nachbarn im Playoff-Halbfinal nicht in der Favoritenrolle. «Die Chancen stehen 50:50.»

Diese Einschätzung entspringt nicht taktischer Schwarzmalerei, sondern lässt sich mit mehreren Argumenten untermauern. «Die Qualifikation lief fast immer zu unseren Gunsten», ist sich Prieto bewusst, dass das Team Solothurn das Wettkampfglück nicht allein gebucht hat. Die personelle Situation hat sich gegenüber der regulären Saison auch nicht unbedingt entspannt. Zwar sind Monika Fischer (nach einer Muskelverhärtung) und Christian Bösiger (nach Achillessehnenproblemen) wieder fit, aber auch etwas im Trainingsrückstand. Auf die Britin Sarah Milne, die bei ihren Einsätzen nur je eine Niederlage im Einzel und Doppel kassierte, können die Solothurner aber nicht zählen. Die 21-Jährige musste für den Rest der Meisterschaft nach einem doppelten Misstritt vorzeitig Forfait geben.

Weitere Unsicherheitsfaktoren sind die besondere Konstellation der Playoffs an sich und die zuletzt ansteigende Formkurve des Teams Argovia, das in Vollbestand über zwei Engländer und einen Kanadier verfügt. Die 1:7-Niederlage gegen die Aargauer in der letzten Qualifikationsrunde will Carlos Prieto zwar nicht überbewerten, da die Solothurner mit den erwähnten Verletzungen zu kämpfen hatten. Aber neben Yverdon gehört der Wochenend-Gegner für ihn trotzdem zu den heissen Titelanwärtern.

Aus Solothurner Sicht lasse sich die Ausgangslage nur schwer mit der Saison 2010/11 vergleichen, sagt der damalige Meistercoach. «Die Liga war noch nicht so stark wie heute und wir gingen als Underdog ins Rennen.» Titelambitionen hegt Prieto, der schon die nächste Saison geplant hat, natürlich dennoch. «Aber wir nehmen Schritt für Schritt.»

Für den Playoff-Halbfinal-Schritt gibt es neben allen Vorbehalten zumindest zwei gute Vorzeichen. Die Paarung bescherte den Aargauern heute zuerst ein Heimspiel, ehe die Solothurner im Rückspiel im CIS-Center die Hausherren abgeben können. «In den letzten Jahren war es eher ein Vorteil, wenn man zuerst auswärts antreten konnte», deutet Prieto die Statistik. Der Druck auf das Heimteam sei oft grösser als das taktische Plus, das einem Gastgeber zustehe, was zu Verkrampftheit führen könne. Zudem würden die Karten am Austragungsort Spreitenbach gegenüber der letzten Qualifikationsrunde ohnehin neu gemischt, da die für Solothurn unheilvolle Halle in Fislisbach nicht playofftauglich sei.