Eishockey
Captain Patric Della Rossas Schuss ins Glück

Der EHC Olten besiegt Basel im ersten Spiel der Playoff-Viertelfinal-Serie 4:3 in der Overtime. Patric Della Rossa erlöste Olten in der 63. Minute. Der Captain hatte die erste und die letzte Aktion im Spiel geprägt.

markus angst
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Patric Della Rossa (zweiter von links) bejubelt mit den Teamkollegen seinen entscheidenden Treffer nach knapp 63 Minuten. hra

Patric Della Rossa (zweiter von links) bejubelt mit den Teamkollegen seinen entscheidenden Treffer nach knapp 63 Minuten. hra

Solothurner Zeitung

Er hatte nach 18 Sekunden die allererste Chance der Partie, schoss aber knapp darüber. Patric Della Rossas letzter Schuss nach 160 Sekunden der Verlängerung hingegen fand den Weg ins Tor. Damit beendete der 35-jährige Altinternationale einen Playoff-Krimi, der früh lanciert worden war. Denn schon nach 40 Sekunden hatte Germyn die zweite Oltner Möglichkeit, scheiterte aber an Ciaccio. Nach 71 Sekunden gabs eine Massenschlägerei aller zehn auf dem Eis befindlichen Feldspieler. Nach 168 Sekunden kassierten die Basler eine Doppelstrafe. Und in der ersten Hälfte des Startdrittels gab es bereits zwölf Strafminuten. Die 3540 Zuschauer im Kleinholz befanden sich schnell einmal mitten in einem veritablen Abnützungskampf, in dem sich die beiden Teams keinen Zentimeter Eis schenkten.

Schnell ernüchtert

Allerdings machte sich bei der grossen Mehrheit der Matchbesucher, sprich den EHCO-Fans, nach dem Strohfeuer in der ersten Spielminute schnell einmal Ernüchterung bereit. Denn erstens vermochten die Platzherren aus der 97 Sekunden dauernden doppelten Überzahl kein Kapital zu schlagen. Ein einziger gefährlicher Schuss von Hirt war eine (zu) magere Ausbeute dieser langen Fünf-gegen-drei-Situation. Zweitens gingen die Basler in der 14. Minute entgegen dem Spielverlauf in Führung, indem sie eine einfache Überzahl ausnutzten. Gegen den Slaphot des Kanadiers Jamie Wright von der blauen Linie war Kropf machtlos. Und drittens vergab Marcon in der 17. Minute eine erstklassige Möglichkeit zum Ausgleich, als er nach einem Break in Unterzahl alleine vor Ciaccio den Puck nicht unter Kontrolle brachte.

Roys Doppelschlag zum 3:3

Was die Oltner im ersten Drittel so schmerzlich vermissen liessen, die mangelnde Chancenauswertung, machten sie im zweiten Spielabschnitt deutlich besser. Innerhalb von 149 Sekunden drehten sie den Match. In der 22. Minute erwischte Schnyder Ciaccio in der nahen Ecke – es war notabene das erste Saisontor des 23-jährigen EHCO-Verteidigers. Und in der 24. Minute schoss Annen im vierten Oltner Powerplay das erste Überzahltor. Damit lag endlich jene Mannschaft in Führung, die nicht nur feldüberlegen war, sondern auch die klareren Torchancen hatte. Nur etwas änderte sich nicht: Die Oltner verpassten es, den Match frühzeitig für sich zu entscheiden. So scheiterten Vogt (28.) und Marcon (29.) kurz nacheinander am ausgezeichneten Ciaccio. Zwar erhöhte Wüthrich in der 36. Minute doch noch auf 3:1. Aber über die Zwei-Tore-Führung konnten sich die Oltner nicht lange freuen.

Oltern zitterten unnötig

Denn zwei Minuten vor der zweiten Pause verkürzte Basels Topskorer Roy auf 3:2 – und wiederum kamen die Oltner unnötig ins Zittern. Erst recht, weil die Basler durch diesen Treffer sichtlich Auftrieb bekamen. Sie gestalteten die Partie zusehends ausgeglichener und tauchten, während die Oltner nur noch sporadisch zu Kontern kamen, mehrmals gefährlich vor Kropf auf. In der 44. Minute scheiterte Bianchi noch am Oltner Goalie. Doch acht Minuten später musste sich dieser geschlagen geben, als Roy nach einer herrlichen Einzelaktion zum 3:3 ausglich und sich damit als einziger Doppeltorschütze feiern lassen konnte. In der Overtime machte dann Della Rossa den Baslern einen Strich durch die Rechnung.