In Lostorf wurde gestern bei brütender Hitze der zweite Lauf des Argovia Cups 2017 ausgetragen. Sechs Runde à je 3,85 Kilometer warteten auf das Elite-Feld und die U23-Fahrer. Bei den Frauen landete die 25-jährige Französin Pauline Ferrand-Prévot einen Start-Ziel-Sieg. Knapp anderthalb Minuten später kam die Altmeisterin Esther Süss als Zweite ins Ziel. Dritte wurde die Australierin Rebecca Henderson mit einem Rückstand von fast drei Minuten auf die Siegerin.

Bei den Männern lag bis kurz nach Rennhälfte ein Quartett an der Spitze bestehend aus dem Australier Daniel McConnell, dem Brasilianer Henrique Avancini, Nicola Rohrbach aus Edlibach sowie Lars Forster aus Jona. Der Niedergösger Severin Sägesser konnte das Tempo der Spitzengruppe in der vierten Runde nicht mehr halten. Der 25-jährige sicherte sich am Ende den fünften Platz.

Auch bei der fünften Zieldurchfahrt lag das Quartett noch gemeinsam vorne, doch dann lancierte McConnell, die Nummer 22 der Weltrangliste, in der sechsten Runde den entscheidenden Angriff. Der Australier nahm den Konkurrenten in der zweitletzten Runde fast eine halbe Minute ab und fuhr souverän den Tagessieg ein. Im Sprint um Platz zwei setzte sich der Schweizer Rohrbach gegen den Brasilianer Avancini durch. Lars Forster als Vierter handelte sich bis ins Ziel noch einen Rückstand von fast zwei Minuten ein.

Mit Auszeit aus dem Formtief

Bei den U23-Junioren wiederholte Manuel Fasnacht seinen Erfolg aus dem Vorjahr mit einen souveränen Start-Ziel-Sieg. Der 23-jährige Gretzenbacher distanzierte sämtliche Verfolger um mehr als dreissig Sekunden. Der Heimsieg war für Fasnacht aber keine Selbstverständlichkeit.

Vor drei Wochen legte er im Weltcup einen nach eigener Aussage enttäuschenden Start hin und fiel darob gar in ein mentales Loch. Sein Rezept dagegen: «Ich gönnte mir spontan eine einwöchige Auszeit. Ich schaltete ab und lud meine Energie wieder auf. Das hat richtig gutgetan.» Seit zwei Wochen befinde er sich nun «im kompletten Neuaufbau». Dieser Formaufbau dauere sicher noch sechs bis acht Wochen.

«Es war cool, zusammen mit der Elite zu starten», kommentierte der Gretzenbacher sein Rennen, «allerdings hatte ich dann beim ersten Anstieg plötzlich eine Wand vor mir. Ab der zweiten, dritten Runde habe ich meinen Rhythmus gefunden.» Fasnacht sah das Rennen als «gutes Training», was aber nicht bedeutet, dass die Ambitionen fehlten: «Ich erwartete schon, dass ich gewinne.

Vor allem, nachdem ich die Startliste gesehen hatte.» Mit den Brutofen-Temperaturen während des Rennens habe er keine Mühe gehabt. «Ich liebe die Hitze», sagte Fasnacht im Ziel lachend, «zusätzlich wurde ich noch an jeder Ecke angefeuert von den Zuschauern. Das hat mich extrem motiviert.»