Alles war angerichtet für ein spannendes Derby bereits am 2. Spieltag. Mit Bucheggberg und Meinisberg standen sich zwei Mannschaften auf Augenhöhe gegenüber: Letzte Saison war für beide Teams, nach dem sechsten (Meinisberg), respektive siebten Rang (Bucheggberg) in der Qualifikation, Endstation in den Playoff-Achtelfinals.

Gastgeber «Buechibärg» startete in die diesjährige Spielzeit mit einer 4:7-Niederlage in Laufen, Meinisberg entschied das Auftaktspiel gegen Brandis in der Overtime für sich.

Am Anfang noch emotionslos

Das Spiel riss die 111 Zuschauer zu Beginn nicht vom Hocker. Der EHCB startete zwar besser als die Gäste, sündigte jedoch im Abschluss. Meinisberg fand schlecht in die Partie. Trainer Reto Hänzi: «Wir haben den Start verschlafen.» Auffallend war, wie emotionslos das Derby geführt wurde. Nachdem ein Bucheggberger in die Kühlbox geschickt wurde, erhielt Meinisberg die Chance, im Powerplay erste Akzente zu setzen. Doch stattdessen erzielte Marco Dick per Shorthander die Führung fürs Heimteam.

Dann erhielt der EHCM eine zweite Überzahl-Möglichkeit. Mit einem Schuss von der blauen Linie glich Schneider aus. Lange blieb es nicht dabei, beim nächsten Angriff von «Buechibärg» vermochte Brand auf 2:1 zu stellen. EHCM-Goalie Jenny griff mit dem Fanghandschuh daneben, zeigte ansonsten jedoch eine tadellose Leistung. Bucheggberg befand sich nach Drittel Nummer eins auf Bergfahrt.

Von der Berg- zur Talfahrt

Die Geschichte des zweiten Drittels ist schnell erzählt. Meinisberg war nun spielbestimmend. Während einer Druckphase verhinderte der Pfosten den erneuten Ausgleich. Tore fielen im zweiten Abschnitt keine. Der EHCB musste in diesem Drittel zwischenzeitlich mit der Talfahrt vorlieb nehmen. Wer wird schlussendlich den Gipfel erklimmen? Alle freuten sich auf einen unterhaltsamen Schlussabschnitt. Und die Zuschauer wurden nicht enttäuscht.

Ein wahres Schluss-Feuerwerk

Bucheggberg präsentierte sich nun wieder dominanter. Durch zwei Strafen innert dreissig Sekunden ermöglichten die Gäste «Buechibärg» lange Zeit, in doppelter Überzahl zu agieren. Daraus resultierten Top-Chancen am Laufmeter, die allesamt ungenutzt blieben. Übrigens: Bei einem kleinen Handgemenge kam erstmals ein Hauch von Derby-Stimmung im Zuchwiler Sportzentrum auf.

Bucheggberg am Ende auf dem Gipfel

In Überzahl markierte Meinisberg darauf den eher überraschenden Ausgleichstreffer. Stramiello erwischte Torhüter Grubauer unter dem Schoner. Wer sie nicht macht, der bekommt sie, das Momentum schien gewechselt zu haben. Doch das täuschte. «Buechibärg» konnte noch einmal zulegen. Zuerst nutzte Brasser ein Powerplay und in derselben Minute führte Brand mit dem 4:2 die Entscheidung herbei. Das 5:2 war dann ein würdiger Schlusspunkt des Derbys. Nach einer wunderbaren Einzelleistung erzielte Stefan Brand – zweitbester Skorer der Gruppe – sein drittes Tor des Abends. Somit machte Bucheggberg dem «Berg» in seinem Namen alle Ehre und stürmte den Gipfel.

«Tore machten den Unterschied»

«Die Chancenverwertung und am Schluss auch die individuelle Klasse entschieden die Partie», sagte Meinisberg-Coach Hänzi nach dem Spiel. Arnold Lörtscher, Trainer des EHCB, kam zu folgender Analyse: «Die Tore machten den Unterschied.» Lörtscher sieht in der Kompaktheit der Mannschaft noch das grösste Verbesserungspotenzial. «Die Playoffs sind das Ziel, doch dazu brauchen wir das nötige Wettkampfglück, dass alle fit bleiben», erklärt der Bucheggberger Headcoach. Zumindest an diesem Abend war ihm und seinem Team ein Happy End beschert.