Schwingen
Bruno Gisler und sein Sohn sorgen für einen Familientriumph am Engelberg-Schwinget

Der Favorit setzt sich am Engelberg-Schwinget ob Dulliken durch. Bruno Gisler bezwingt im Schlussgang Stephan Studinger. Nur Minuten zuvor sicherte sich sein Sohn Timo in der Kategorie der Acht- und Neunjährigen den Festsieg.

Leo Eiholzer
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Impressionen vom Engelberg-Schwinget.
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Das Publikum geniesst den Engelberg-Schwinget.
Impressionen vom Engelberg-Schwinget
Impressionen vom Engelberg-Schwinget
Impressionen vom Engelberg-Schwinget
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Impressionen vom Engelberg-Schwinget.

Leo Eiholzer

Der Eidgenosse Bruno Gisler kann nach dem Schlussgang seinem Konkurrenten Stephan Studinger das Sägemehl vom Rücken wischen. Zuvor lieferten sich die beiden ein hartes Duell. Fast neun Minuten dauerte es, bis der Schlussgang in Gisler einen Sieger fand. Der 33-Jährige gewann die achte Ausgabe des Engelberg-Schwinget mit einem Hüfter.

Gisler konnte für den Schlussgang Motivation tanken: Nur zehn Minuten zuvor feierte nämlich sein 8-jähriger Sohn Timo seinen eigenen Schwingfestsieg. Er trat in der jüngsten Kategorie der Acht- bis Neunjährigen an.

«Es ist schön, wenn wir zusammen ein Schwingfest gewinnen können. Ich bin stolz auf meinen Sohn. Vor allem ist es ein gutes Zeichen für mich, dann kann ich aufhören, wenn die junge Generation nachrückt», sagt der 33-jährige Gisler lachend. Ist die Schwingerkarriere von Timo damit schon vorgezeichnet? «Nein, gar nicht. Er hat Spass, das soll das Wichtigste sein», sagt sein Vater.

Bereits beim Anschwingen waren alle Augen auf Gisler gerichtet. Die Paarungen, bei denen Gisler involviert war, zogen fast das gesamte Zuschauerinteresse auf sich. Der Eidgenosse war sich dessen bewusst: «Ich wusste, dass ich der Favorit bin. Das Ziel muss dann natürlich sein, zu gewinnen», sagt Gisler.

Der erste Gang bot dabei auch gleich einen Vorgeschmack auf den Schlussgang: Gisler und Studinger lieferten sich schon zu diesem Zeitpunkt ein langes Duell. Ein Gestellter erschien wahrscheinlich. Doch dann fasste sich Gisler ein Herz und beförderte seinen Däniker Konkurrenten ins Sägemehl. Studinger hatte bereits am Samstag an einem Schwingfest teilgenommen.

Sein Ziel: «Einen schönen Tag haben.» Gisler gab sich indes keine Blösse und entschied die folgenden Gänge teilweise in wenigen Sekunden für sich. Der Einzige, der Gisler gestern ein Bein stellen konnte, war der erst 20-jährige Tobias Widmer.

Die Schwinger vor dem Schlussgang
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Gisler atmet viel Sägemehl ein.
Er kann dann aber wieder weitermachen.
Das Publikum verfolgt den Schlussgang.
Kurz sieht es so aus, als könne Gisler Studinger auf den Rücken befördern.
Doch der entzieht sich der Niederlage.
Gisler setzt zum entscheidenden Schwung an.
Und gewinnt den Schlussgang.
Studinger liegt erschöpft am Boden.
Die beiden stehen auf.
Und können sich beglückwünschen.

Die Schwinger vor dem Schlussgang

Leo Eiholzer

Zuvor hatte er bereits einen Bergkranz errungen, jetzt erreicht er einen Gestellten gegen Gisler: «Das Ziel ist natürlich immer zu gewinnen. Bisher habe ich gegen ihn jedes Mal nach langem Duell verloren, deshalb ist ein Gestellter gegen Bruno Gisler schon schön.»

Für Gisler war der Gestellte dabei nicht so dramatisch: «Ich wusste da schon, dass es mir wohl in den Schlussgang reichen wird. Deshalb habe ich taktisch gedacht: Ich musste gegen Widmer nicht mehr Vollgas geben.»

Teilnahme nur dank Sturm

Der Schwingfestsieger wollte eigentlich zunächst gar nicht am Engelberg-Schwinget teilnehmen, weil er anders gebunden war. Durch die wegen Sturmschäden nötig gewordene Verschiebung wurde das Fest aber zur optimalen Vorbereitung für Gisler: «Ich habe im Juni drei Wochen an keinem Schwingfest teilgenommen. Deshalb wollte ich für den Weissenstein-Schwinget nächsten Samstag den Rhythmus wiederbekommen.»

OK-Präsident Anton Felder zieht derweil ein positives Fazit: «Wir dürfen voll und ganz zufrieden sein, auch weil wir grosses Wetterglück hatten. Ich bin überrascht, dass wir trotz der Verschiebung 900 Zuschauer hatten.»

Die freiwilligen Helfer, von denen etwa 60 dieses Wochenende im Einsatz waren, begannen gleich nach dem Schlussgang mit dem Aufräumen. Felder sagt: «Ich hoffe, dass bis Montagabend alles weg ist. Dann wird nur noch das Sägemehl im Gras zu sehen sein.»

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