Solothurns Trainer Dariusz „Darek“ Skrzypczak führt diese erneute deutliche Pleite weder auf den verschossenen Foulelfmeter von Arifi in der zweiten Nachspielminute der ersten Halbzeit, noch auf die gewichtigen Umstellungen wegen insgesamt fünf Ausfällen zurück.

„Dies lasse ich nicht als Ausrede gelten, obwohl fünf Spieler nicht einfach zu ersetzen sind“, sagt der Pole. „Wir waren auch nicht naiv, sondern bezahlen mit Gegentreffern, weil wir unsere Siegermentalität beibehalten“, so der 51-Jährige weiter.

Die kritische Phase in diesem Spiel ordet er in den zehn Minuten nach dem Seitenwechsel mit den Verlusttoren 2 und 3. „Wir haben in diesen zehn Minuten den Faden verloren, aber in den übrigen achtzig Minuten eine gute Leistung gezeigt“, hält Skrzypczak fest.

Solothurns fünf Ausfälle

Nebst Koch und Veronica mussten die Solothurner auch den von Rückenproblemen geplagten Goalgetter Chatton – eine Vorsichtsmassnahme – sowie die gesperrten Stauffer und Schrittwieser ersetzen.

Dadurch lief Hasanovic, der sich in der 71. Minute verletzte und mit einem dicken Verband am rechten Knie ausschied, in der Innenverteidigung auf. Müller rückte als Aussenläufer ins Mittelfeld vor, Arifi in dessen Zentrum, Asani blieb einziger Sechser und Hunziker ging in die Sturmspitze, unterstützt von Osmani.

Geduld blieb unbelohnt

Die Aarestädter begannen vorsichtig, gingen keine Risiken ein. Sie stellten sich auf ein Geduldsspiel ein und wollten schauen, wie die Einheimischen das Spiel angehen. Diese waren nach der unerwarteten Niederlage in Goldau auf Wiedergutmachung bedacht, offensiv ausgerichtet, allerdings ohne hohes Tempo anzuschlagen.

Die Basler warteten zudem im Defensivbereich mit einer interessanten Aufstellung auf, mit nur Farinha und Dünki als Verteidiger-Duo, jedoch situativ sofort ergänzt und unterstützt von Uruejoma im Zentrum, Fischer links und Mumenthaler rechts. Die Solothurner kamen zunehmend mehr in die Basler Hälfte.

Die Platzherren erhöhten den Druck. Sie agierten spritziger und schneller. Dank dieser Steigerung entstand der Führungstreffer. Rrudhani flankte von rechts in den Strafraum. Sturmspitze Gomes verwertete mit dem Kopf (36.). Die Ambassadoren kamen weiterhin nur schwerlich voran.

Die Black Stars behielten die Oberhand. Die Gäste erkämpften sich dank Hunziker doch noch die Ausgleichschance vor der Pause. Ahmeti konnte den 24-Jährigen nur regelwidrig vom Ball trennen. Arifi scheiterte jedoch mit seiner tänzelnden Ausführung an Oberle.

Zweites Gegentor statt Korrektur

Die Solothurner wollten korrigieren. Der zweite Anstoss ergab ihre zweite Ecke. Dann der Gegenzug: Rrudhani zog halbrechts ab, Jeffrey Grosjean war fliegend mit seinen Händen am Ball, fälschte ihn jedoch definitiv ins eigene Tor ab: 2:0 (48.).

Fünf Minuten später stand wieder der Gästehüter im Fokus. Er konnte Sturmspitze Gomes nur mittels Foulspiel stoppen. Mit seinem verzögerten Schuss erhöhte Kalayci vorentscheidend auf 3:0. Solothurns Offensivwirkung blieb weiterhin bescheiden.

Bis zur 61. Minute: Osmani nahm sich ein Herz und verkürzte aus der Distanz auf 3:1. Die Skrzypczak-Truppe nahm nun mehr Risiko, hatte aber zu viele leicht Ballverluste zu verzeichnen und blieb optional harmlos, sodass die solide wie kompakt auftretenden Basler in der 89. Minute durch Babovic gar noch auf 4:1 erhöhen konnten.