Fussball

Blustavias Sturm wirkt zunehmend zahnloser auch gegen Egerkingen

Nach der 0:3-Niederlage gegen Egerkingen wird die Lage immer ungemütlicher. Selbst nach einem Penalty zu Gunsten Blustavias, schafft es der Sturm nicht den Ball ins Netz zu hämmern. Trainer Remo von Flüe kritisiert die Trainingsmoral der Spieler.

Als in der 87. Minute Dario Balmer einen Handspenalty zwar platziert, aber doch zu schwach schoss, sodass Egerkingens Goalie Christian Fernandez mit einer Glanzparade abwehren konnte, war klar: Blustavias zahnloser Sturm kann keine Tore mehr schiessen, und so wird es im Kampf gegen den Abstieg für die Solothurner sehr, sehr schwer.

Dass Blustavia im Angriff so harmlos geworden ist, erstaunt, denn vor nur einem Jahr stand das Sturmduo Christian Oetterli und Pascal Brunner noch ganz oben auf der Skorerliste der Solothurner 2. Liga. «Die Gegner haben gemerkt, wie sie spielen und sind besser darauf eingestellt», erklärt sich Blustavias Trainer Remo von Flüe die Torflaute. «Und dann hat es auch etwas mit der Einstellung im Training zu tun. Als Zwanzigjährige ging das von alleine, mittlerweile müssten sich meine Spieler die Kondition eben auch mit Trainingsfleiss erarbeiten, aber das tun sie nicht.»

Egerkinger «Übergewicht»

Aber gerade gegen Egerkingen ist dieses Argument zu relativieren: Die Gäuer brachten im Durchschnitt pro eingesetzten Spieler mindestens 5 Kilogramm mehr auf die Waage, und das waren nicht nur Muskeln. Die Blustavianer waren ihren Gegnern läuferisch sicherlich überlegen. Aber die Egerkinger wirkten technisch beschlagen, und sie kamen mit dem extrem holprigen Terrain besser zurecht als die Einheimischen, die vielleicht etwas zu viel auf dem wunderbaren Kunstrasenteppich im Stadion traininert hatten. So konnten sich die robusteren Egerkinger gegen die etwas zaghaft wirkenden Hauptstädter im Zweikampf mehrheitlich durchsetzen. In der 38. Minute zeigten sie eine schöne Kombination über die rechte Seite, die in der Mitte Sturmtank Atdhe Krasniqi kaltblütig abschloss.

Blustavia erarbeitete sich zwar in der zweiten Halbzeit mehr Ballbesitz, aber Torchancen waren kaum zu sehen. Ganz anders Egerkingen: In der 58. Minute traf Avdylhamit Hasani zunächst nur die Latte, aber wieder war es die Robustheit, die zum 0:2 führte, das Valention Zampino im Nachsetzen erzielte. Wenig später sprang ein langer Pass auf Michele Covarelli vor dem unglücklich herauseilenden Goalie Patrik Noll auf einer der vielen «Mutten» unberechenbar auf und Egerkingen führte mit drei Toren Vorsprung.

Blustavias Durchalteparolen

Der Handspenalty stand dann noch symbolisch für die momentane Verfassung des Schlusslichts. Trainer Remo von Flüe bezeichnete die Situation im Kampf gegen den Abstieg mit einem Wort, das man mit «verkorkst» übersetzen muss. «Aber wir geben noch nicht auf. Es braucht nur einen Sieg und wir sind wieder dran. In einem Zitterspiel wie heute war das erste Tor entscheidend.»

«Auf einem so holprigen Boden gewinnt meistens die Mannschaft, die das erste Tor macht», sagte auch Egerkingens Trainer Xhevxhet Dullaj. «Wir waren nach zwei Aufstiegen in zwei Jahren im Sommer noch nicht soweit, aber heute haben meine Spieler bewiesen, dass Egerkingen in der 2. Liga angekommen ist.»

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