Schwingen
Blitzblanker Auftritt von Favorit Gnägi beim Hallenschwinget in Büren

Da Christian Stucki aus gesundheitlichen Gründen passen musste, hatte Eidgenosse Florian Gnägi am Hallenschwinget in Büren relativ leichtes Spiel – letztlich zierten sechs Siege das Notenblatt des 26-jährigen Eidgenossen.

Michael Schenk
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Florian Gnägi behält im Schlussgang gegen Adrian Meuter die Überhand.

Florian Gnägi behält im Schlussgang gegen Adrian Meuter die Überhand.

Zur Verfügung gestellt

Üblicherweise dauern Hallenschwingen deutlich weniger lang als Kranz- oder Teilverbandsfeste. Nicht so in Büren – der Event 2015 am Ufer der Aare hat alle Chancen, als längster Indoor-Hosenlupf der Weltgeschichte in die Chroniken einzugehen. Nach einer, für einige leicht verärgerte Zuschauer, gefühlten Ewigkeit traten die Schlussgang-Teilnehmer endlich doch noch gleichentags in den Ring. Topfavorit Florian Gnägi gab sich keine Blösse und setzte sich im Final gegen seinen Verbandskameraden und Klubkollegen Adrian Meuter souverän durch.

Die Entscheidung fiel zwei Minuten vor Ablauf der Zeit mittels Fussstich. «Wenn man ein Fest gewinnt, darf man mit seiner Leistung immer zufrieden sein», hielt der nunmehr fünffache Büren-Sieger fest. Gnägi bodigte nicht bloss jeden seiner sechs Gegner und gewann am Ende mit mächtigen 2,5 Punkten Vorsprung auf Finalgegner Meuter das Fest, sondern er vermochte auch jedem Gang seinen Stempel aufzudrücken. «Ich habe versucht, das Geschehen zu dominieren», sagt er. Rollengerecht quasi, wie es sich für einen Favoriten gebührt. Und: «Das ist mir sehr gut gelungen.»

Kinderleicht war die Aufgabe im Schlussgang für den einzigen Eidgenossen unter den 103 Aktiv- und Jungschwingern freilich trotz allem nicht. Selbst wenn Gnägi ein Gestellter bei weitem zum Sieg gereicht hätte. Allein, der Aarberger wollte mehr. «Wir kennen uns in- und auswendig», sagt der Berner Kantonalfestsieger von 2014 über Adrian Meuter.

Wie der Vater so der Sohn?

Die zwei Seeländer trainieren jede Woche zusammen. Büren war indes das erste Fest, an dem sie aufeinandertrafen. Was die bevorstehende Kranzfestsaison anbelangt, so sieht Gnägi auch ohne eidgenössischen Anlass genügend Höhepunkte in Sicht: «Die Berner sind wieder einmal auf der Schwägalp dabei», sagt er. Das wäre zum Beispiel etwas nach seinem Gusto – ein Berner Sieg auf dem Hausberg der Nordostschweizer.

Obwohl der Papa auf einen Einsatz im Zwilchhosen-Look verzichten musste, weilte Familie Stucki vollständig in Büren. Cécille, die Frau des unterlegenen Finalisten am Eidgenössischen in Burgdorf, betätigte sich in der Küche. Der vierfache Eidgenosse seinerseits amtete als Tisch- und Platzkampfrichter. Eine vorausgehende Atemwegentzündung respektive Behandlung mit Antibiotika liess den Hünen, der 2013 und 2014 in Büren gewann, von einer Teilnahme absehen.

Der Mitte Monat seinen zweiten Geburtstag feiernde Xavier Stucki seinerseits beobachtete das Geschehen abwechslungsweise auf den Armen seines Grossvaters und Vaters. Punkto Frisur hat der blonde Lockenkopf momentan noch wenig Ähnlichkeit mit seinem bärenstarken Papa. «Das kommt aber noch», ist der Grossvater felsenfest überzeugt. «Chrigu sah mit zwei Jahren nämlich haargenau gleich aus.» Na wenn dem so ist, dann könnte der Sieger in Büren ja beispielsweise 2033 gut und gerne Xavier Stucki heissen...