Playoff-Serien kreieren Helden, manchmal auch tragische. So in diesem Fall auf Seiten des SVWE. Ausgerechnet Mister Perfect, Tatu Väänänen und Vorzeigekämpfer und Captain Philipp Fankhauser unterliefen in der entscheidenden Phase des siebten Spiels innert Sekunden die fatalen Ballverluste, welche Malans vom 4:6 auf 6:6 heranbrachten.

Väänänen avancierte zur tragischen Figur

Vor allem der Finne, sonst für sein fehlerloses Spiel bekannt, wird diese verflixte Schlussdrittel wohl nicht so schnell vergessen, hatte er doch schon das 4:5 gleich zu Beginn des Schlussdrittel mit einem Ballverlust verschuldet. Einige unkten, es seien wohl die zwei einizigen Fehler Väänänens in der der ganzen Saison gewesen. Es wird ihm ein schwacher Trost sein, ebenso die Tatsache, dass dank ihm der SVWE auch schon zwei Titel gewonnen hat. Und dass kaum ein anderer Spieler überhaupt in den Playoffs aufgelaufen wäre mit der Bänderverletzung, die Väänanen sich Ende Januar in der Nationalmannschaft zuzog.

Obwohl er praktisch alle Trainings auslassen musste und nur die Spiele bestritt, war er wie immer Vorkämpfer, Organisator und gar auch noch der Wiler Playoff-Topskorer. Und so wäre es völlig verkehrt, Väänänen für das bittere Aus verantwortlich zu machen.

Sieben Spiele und 23 Drittel bekämpften sich der Meister und der Vizemeister in diesem Playoff-Duell und der SVWE schaffte es nicht, über diese lange Zeit zu zeigen, dass es das bessere Team als die Malanser ist. Das Ende war sicherlich bitter, doch auseinandersetzen müssen sich Team und Trainer wohl vor allem mit dem, was bis zu diesem Zeitpunkt geschah.

Kein Rezept gegen Malanser Traumblock

So gab es zuviele unerklärliche Hänger im Spiel des entthronten Meisters, die oft über ein Drittel dauerten. Und man fand auch kein Mittel gegen die elektrisierte Malanser Formation um Braillard, Buchli und Laely. Seinerseits wartet man vergeblich auf den berühmten Mister X, der aus dem Kollektiv herausragte. Kekkonen hätte ein solcher sein können, doch ein Muskelfaserriss liess den Finnen Spiel 2, 3 und 6 verpassen, alle gingen sie verloren. Und als in Spiel 7 mit Marco Louis ein weiterer Aspirant in Rampenlicht zu treten schien  (2 Tore, 2 Assists), da beendeten die fatalen 90 Seunden die Hoffnung auf das Auftauchen des Mister X abrupt. Eine Saison, welche mit Supercup-Gewinn und Champions-Cup-Finale so verheissungsvoll begonnen hatte, endet damit viel früher als erwartet und im Frust. Wenigstens bleibt genügend Zeit für die Aufarbeitung.