Eishockey
Bitterer Nuller für die Zuchwiler Eishockeyaner gegen Lyss

Ein offensiv einfach zu netter, liebenswerter und zuvorkommender und defensiv zu einladender Gastgeber Zuchwil-Regio unterliegt Lyss mit 3:5. Eine ärgerliche Niederlage, weil Zuchwil über weite Strecken die feinere Klinge (oder Kuve) geführt hat.

Michael Schenk
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Zuchwil, hier Christian Reber (mitte), war im Kampf um den Puck gegen Lyss zu oft unterlegen.

Zuchwil, hier Christian Reber (mitte), war im Kampf um den Puck gegen Lyss zu oft unterlegen.

Marcel Bieri

Dass Spiele zwischen Zuchwil-Regio und Lyss selten einseitig, sondern tendenziell eng verlaufen ist üblich. Das erste Aufeinandertreffen in dieser Saison gewannen die Solothurner in Lyss 3:1, wobei die Entscheidung drei Sekunden vor Schluss ins leere Tor fiel. Im gestrigen zweiten Aufeinandertreffen sicherte sich Lyss den 5:3-Sieg 41 Sekunden vor Ultimo ebenfalls mit einem Treffer ins verlassene Tor. Ein Spiel freilich, dass die Gastgeber nie hätten verlieren dürfen. «Das war leider eine absolut unkonzentrierte und disziplinlose Vorstellung von unserer Seite her», ärgerte sich Präsident und Sportchef Walter Ulrich über seine Truppe. Coach Max Weibel sprach von einer «einmal mehr zu verspielten Vorstellung.»

Eishockey ist nicht Schiessen

Allein der 24-jährige Christian Reber tauchte im Stardrittel mehrfach solo vor Lyss-Keeper Fabian Zaugg auf. Wäre Reber ein Kleinkaliber-Schütze, hätte er den Match wohl allein entschieden. Wenn der Puck aufs Tor kam, landete der nämlich konstant mitten im Ziel. Dort bekunden Goalies bekanntlich selten Mühe mit dem Abwehren. Im Eishockey gibt es definitiv mehr zu gewinnen, wenn man die Ecken und Ränder des rechteckigen Kastens anvisiert und diese im Idealfall auch trifft. Oder den Puck einfach reinmurgst. Reber war indes beileibe nicht der Einzige, der beste Möglichkeiten vergeigte. «Bis zur letzten Aktion vor dem Tor machen wir alles richtig – der letzte Zwick aber, der fehlt», sagt Weibel. Sein künstlerisch begabten Kuven-Virtuosen suchten noch zu oft zu wenig kompromisslos den Weg zum Tor, sprich zum Torerfolg.

Doppelter Doppelschlag

So waren die in keineswegs umwerfend aber geduldig, einfach, geradlinig und bodenständig spielenden Lysser die, die am Ende jubelten. Mit zwei Doppelschlägen sorgte die Truppe von Coach Patrick Glanzmann für die Vorentscheidung. Im Mitteldrittel waren es Beer und Balsiger, die innert 128 Sekunden trafen – zu Beginn des Schlussdrittels Friedrich und Steinegger innert 75 Sekunden. Da halfen am Ende auch die drei Zuchwiler-Tore zum temporären 3:4 nicht mehr, um das Blatt zu wenden. «Hätten wir im Startdrittel unser Chancenplus genutzt, wäre das Spiel ganz anders gelaufen», so das Fazit von Zuchu-Coach Max Weibel. Dem ist definitiv nicht zu widersprechen.

Matchtelegramm:

Zuchwil Regio – Lyss 3:5 (0:0, 0:2, 3:3)

Sportzentrum Zuchwil. – 317 Zuschauer. – SR: Huber; Stegmann/Diggelmann. – Tore: 34. Beer (Graf, Dick) 0:1. 36. Balsiger (Robert/Ausschluss Friedrlich!) 0:2.43. Friedrich (Graf, Krebs) 0:3. 45. Steiniegger (Inniger) 0:4. 52. Von Dach (Vogt, Zwahlen) 1:4. 56. Steiner (Rohrbach) 2:4. 58. Vogt (Stoller, Wüthrich) 3:4. 60. Dick (Gerber/ins leere Tor) 3:5. – Strafen: 10-mal 2 plus 1-mal 10 Minuten gegen Zuchwil-Rego; 7-mal 2 Minuten gegen Lyss.

EHC Zuchwil-Regio: Zaugg; Hirsbrunner, Aeschlimann; Wüthrich, Blumenthal; Lüthi; Born, Steiner, Leuenberger; Stoller, Eric Hojac, Müller; Reber, Messerli, Zwahlen; Vogt, Von Dach, Rohrbach; Oliver Hojac.

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