Bellach eröffnete die Jagd auf Leader Biberist mit früher und sehr hartnäckiger Störarbeit schon auf der Mittellinie. Das Pressing mit vielen hart geführten Zweikämpfen zeigte doppelt Wirkung, indem sich einerseits Biberist nicht richtig entfalten konnte und andererseits Schiedsrichter Jovan Jankovic gegen die Bellacher eine Verwarnung nach der anderen aussprechen musste.

Doch auch der Leader trat mit Power auf. Im defensiven, zentralen Mittelfeld wurde Marco Imbach zur matchentscheidenden Figur, indem er einen Ball nach dem anderen eroberte und den Bellacher Spielmacher Alban Xhema mit seiner Aufsässigkeit fast neutralisieren konnte. Fast deshalb, weil Bellach trotzdem mit Nadelstichen in Form von Steilzuspielen in den Rücken der Gegner gefährlich blieb.

Blum als Held und Depp

Der Biberister Goalie Moreno Blum musste sich kurz nacheinander Kevin Marthaler und Berkin Sülüngöz in die Füsse stürzen, um eine Führung der Platzherren zu verhindern.

Doch dann ging Blum ein wenig «blüemele», indem er einen total unmotivierten Ausflug aus dem Strafraum machte. Igor Pavlovic war vor ihm am Ball und schob aus spitzem Winkel von links zum 1:0 ins leere Tor ein. Unmittelbar vor der Pause verhinderte Moreno Blum dann aber wieder gegen den alleine Anstürmenden Etienne Büschi das 2:0, das vermutlich den Match entschieden hätte.

Mit seiner Pausenansprache gelang es Trainer Vincenzo Salerno, die Löcher in der Defensive seiner Mannschaft zu stopfen. Biberist rückte noch weiter nach vorne und machte Power. Ein Eckball folgte auf den anderen. Die Bellacher Konter wurden immer seltener. «Jetzt schwitzen sie», sagte Salerno eine Viertelstunde vor Schluss, ausgerechnet als der Wetterwind einen unangenehm kalten Regen herangeweht hatte. Und tatsächlich gelang gleich darauf mit einem schönen Spielzug über die linke Seite der Ausgleich.

Biberist mit dem längeren Atem

«Wir haben in der Winterpause noch etwas mehr geleistet, damit wir die Tabellenspitze möglichst lange verteidigen können», sagte Vincenzo Salerno vor dem Match. Bellachs Trainer Slobodan Banjalic hatte sich dagegen über zu wenig Trainingsfleiss beklagt.

Und genau so sah die Schlussphase aus. Unter dem Biberister Powerplay ging den Bellachern der Schnauf aus. Nach dem 1:2 gingen sie förmlich unter. Immer wieder brach Petrit Krasniqi über den linken Flügel durch. An allen Biberister Treffern war er als Vorbereiter massgeblich beteiligt, und das 1:4 schoss er sogar selber.