Nicht schon wieder, ist man versucht zu sagen. Nach dem furiosen Beginn im Sommer unter der neuen Leitung, haben sich in den vergangnen Wochen tiefe Gräben aufgetan. Der FC Grenchen kommt auch im Winter 2012 nicht zur Ruhe. Ein Jahr nach dem Abgang der Entourage um Urs Erb, steht der Klub unter der neuen Führung um Rolf Bieri vor den nächsten Belastungstest. Innerhalb weniger Tage haben Finanzchef Gilbert Uebelhardt und die Marketingverantwortliche Dominique Schadebach aus der Geschäftsleitung zurückgezogen.

Bei beiden tönen die Bewegründe ähnlich. Uebelhardt und Schadebach kamen mit dem Führungsstil von Präsident Rolf Bieri nicht mehr klar. Mangelnde Wertschätzung ist ein oft genannenter Grund, den Uebelhardt anführt. «Bieri fehlt die Diplomatie und das kommt bei manchen Leuten schlecht an», bemängelt der abgetretene Finanzchef den Umgang. «Jetzt habe ich die Reissleine gezogen.» Rolf Bieri ist sich dessen sehr wohl bewusst und streitet seine umstrittene Führungskultur nicht ab. «Ich bin ein impulsiver Mensch und immer in der Vorwärtsbewegung. Ich kann es verstehen, wenn gewisse Leute damit Mühe bekunden.

Keine Geldgeber in Sicht

Beim FC Grenchen ist nach dem Eklat wieder die Ernüchterung eingekehrt. Und das zu einem denkbar ungünstigen Moment. Der Verein hat in den vergangenen Monaten mit engagierten Leistungen der 1. Liga-Mannschaft verlorenen gegangenen Kredit zurückgewonnen und liegt auf einem Aufstiegsplatz. Auf dieser Erfolgswoge wollten die Verantwortlichen ihr Konstrukt aufbauen, um damit investierfreudige Sponsoren an Land zu ziehen.

Bis jetzt versandeten jedoch alle Gespräche ergebnislos. Diese Ungewissheit hat die Atmosphäre intern zusätzlich verschärft, vermutet Gilbert Uebelhardt, der von seiner Persönlichkeitsstruktur her, das pure Gegenteil von Bieri ist. Für ihn ist das Kapitel FC Grenchen beendet, gibt es schweren Herzens zu. Uebelhardt sympathisiert seit 40 Jahren mit dem Verein. «Ich hoffe, dass der Klub weiterhin am Leben bleibt.»