Fussball
Biels Trainer Jean-Michel Aeby denkt über einen Systemwechsel nach

Gegen das in jeder Hinsicht bessere Lugano fand der FC Biel nicht aus dem Loch und musste eine weitere Niederlage hinnehmen. Am Sonntag (15 Uhr) folgt nun das Heimspiel gegen Schaffhausen. Biel-Trainer Aeby denkt über einen Systemwechsel nach.

Peter Renatus
Merken
Drucken
Teilen
Jean-Michel Aeby wartet auf das erste Tor seit seinem Amtsantritt.

Jean-Michel Aeby wartet auf das erste Tor seit seinem Amtsantritt.

Keystone

Die ersten 45 Minuten im Spiel gegen Lugano verliefen völlig ereignislos. Hier ein FC Biel, bar jeglichen Selbstvertrauens, mit einem fehlerbehafteten Aufbauspiel und einem viel zu isolierten Morello in der Sturmspitze. Da ein Lugano, welches schnell, gefällig und präzise kombinierte, stets Anspielstationen fand und den Ball oft wie am Schnürchen gezogen durch die eigenen Reihen zirkulieren liess.

Doch die meisten Abschlussversuche Luganos verfehlten das Ziel, so dass auch Torhüter Salvi kaum ernsthaft einzugreifen hatte. Und als er für einmal geschlagen war, rettete der Pfosten nach einem Knaller Sabbatinis.

Ein Klassenunterschied
Biels Spielqualität besserte sich auch in der Folge nicht. Bisweilen war punkto Spielkonzeption und deren Ausführung fast ein Klassenunterschied auszumachen. Die Seeländer brachten kaum einen Ball an den Mann, während die Luganesi Angriff um Angriff Richtung einheimisches Tor vortrugen und in der 56. Minute endlich Erfolg hatten, allerdings mit einer Standardsituation. Ein 30-Meter-Freistoss Sabbatinis wurde von Freund und Feind verfehlt und landete zur allgemeinen Überraschung im Netz. Es blieb vor 730 Zuschauern das einzige Tor des Abends.

Biel einziges Team ohne Sieg
Die Bieler bleiben als einziges Challenge-League-Team nach neun Runden sieglos. Jean-Michel Aeby, der Nachfolger von Hanspeter Zaugg, wartet nach drei Partien auf der Trainerbank der Seeländer immer noch auf den ersten Treffer seiner Mannschaft.

Es braucht eine massive Steigerung
Gegen Schaffhausen (mit dem Ex-Bieler Cristian Miani) nimmt Biel den nächsten Anlauf, um endlich seinen ersten Saison- und gleichzeitig ersten Heimsieg seit dem 7. Mai (2:1 gegen Vaduz) einzuheimsen. Trainer Jean-Michel Aeby hat seinen Akteuren im Freitagtraining tüchtig eingeheizt und von ihnen mehr Spieldisziplin, Emotionen und Unternehmungsgeist verlangt.

Um den Druck nach vorne zu verstärken, ist auch eine taktische Umstellung möglich. „Statt des 4-2-3-1-Systems überlege ich mir, einmal eine 4-1-3-2-Aufstellung zu nominieren, weil wir gegen Lugano unerklärlicherweise zu ängstlich und zaghaft nach vorne gespielt haben“, überlegt sich der nach der Donnerstag-Partie etwas ratlose Mentor.

Physische Defizite
„Wir haben auch klare physische Defizite, vor allem punkto Kraft, was sich in den Zweikämpfen negativ bemerkbar macht, wo wir uns allzu leicht vom Ball drängen lassen.“ Die Bieler dürften deshalb in den kommenden Wochen vermehrt im Kraftraum anzutreffen sein. An der Verletzungsfront hat sich nichts verändert. Fehlen werden weiterhin Coly, Sejmenovic, De Feo, Corbaz und Pazeller. Bei einem Sieg könnten die Bieler bis auf zwei Punkte zu den Munotstädtern aufrücken.

Telegramm

Biel – Lugano 0:1 (0:0)
Gurzelen. – 730 Zuschauer. – SR Musa. - Tor: 56. Sabbatini 0:1.
Biel: Salvi; Zangger, Manière, Sheholli, Elmer; Silberbauer (70. Demolli); Ukoh; Peyretti (59. Pimenta), Salamand (59. Safari), Kamber; Morello.
Lugano: Russo; Markaj, Malvino, Urbano, di Gregorio; Tosetti (75. César), Basic, Rey, Pacarizi; Sabbatini, Cortelezzi (62. Dubajic).
Bemerkungen: Biel ohne Coly, Pazeller, Corbaz, Sejmenovic, De Feo (alle verletzt), Lugano ohne Belometti und Guarino (beide verletzt). – 26. und 80. Pfostenschüsse Sabbatini. – Verwarnungen: 52. Silberbauer, 82. Urbano (beide für Fouls). Ecken: 3:7 (1:1).

Rangliste: 1. Wohlen 9/21 (14:6). 2. Servette 9/17 (11:9). 3. Winterthur 9/16 (17:10). 4. Lausanne-Sport 9/15 (11:8). 5. Wil 9/14 (15:13). 6. Lugano 9/13 (12:9). 7. Schaffhausen 9/8 (14:20). 8. Chiasso 9/8 (4:10). 9. Le Mont 9/7 (6:13). 10. Biel 9/3 (6:12).