Manchen sind sie noch präsent, die Bilder von Turnvorführungen anno dazumal. Von damals, als Frauen und Männer, rudelweise aufgereiht wie eine Gebirgsinfanterie-Brigade in der Achtungstellung, ihre Extremitäten zackig durch die Atmosphäre ballerten. Die Grossfeld-Gymnastik ist in dem Sinn das Herzstück des Turnsports.

Klein statt Gross ist angesagt

Ein zentrales Element, das freilich zusehendes zur Randnotiz wird. «Spezialisierung» lautete auch im Volkssport Nummer 1 das Schlagwort. «Immer mehr Vereine wechseln zur Kleinfeld-Gymnastik», sagt Lorenz Freudiger, der Technische Leiter des Solothurner Kantonalverbandes.

Statt wie einst ein TV Wolfwil mit 56 Aktiven auf dem 40 mal 25 m messenden Grossfeld zu glänzen, reizt die junge, moderne Turnerschar oft eine fast schon Las-Vegas-taugliche Choreo auf dem 18 mal 25 m messenden Kleinfeld erheblich mehr.

Ein Programm zu präsentieren, das freilich nicht selten zu internen Selektionen führt, da es die weniger Begabten ausschliesst. Nationale Spitze in dieser Sparte, sprich mehrfacher Schweizer Meister, ist der der TV Langendorf.

Biberist aktiv seinerseits, mit seinen rund 25 Aktiven und über alle Alterskategorien gerechnet rund 200 Turnenden, gehört seit Jahren zur regionalen Spitze, wenn es um Grossfeldgymnastik geht. Man ist mehrfacher Kantonal- und Verbandsmeister. «Wir legen viel Wert auf die Erhaltung dieser Disziplin», sagt der Technische Leiter, Daniel Vogt.

Insofern «geben die Älteren dies den Jüngeren auch so weiter». Ein guter Ansatz für Lorenz Freudiger: «Wir sind noch nicht so weit, dass man vom Aussterben der Grossfeldgymnastik reden kann. Wenn man aber gar nichts zur Erhaltung tut, kann es einmal dazu kommen.» Weil in dieser Ur-Disziplin der Mitmach- vor dem Leistungs-Gedanken spielt und mehr die Masse als die Klasse wirkt. «Mitmachen, um zu gewinnen», heisst darum das Motto von Daniel Vogt.

Ein Heimspiel an den Solothurner Meisterschaften

Am Verbandsturnfest in Lommiswil holten sich die Biberister mit einer Note von 8,87 gegenüber 8,70 von Subingen den Titel. Ein Superresultat für den Chef: «Es war unser erster Wettkampf in dieser Saison und wir hatten doch einige Neue dabei.» Der Event sei eine gute Gelegenheit, meint der 30-jährige Polier, «um zu lernen, mit Nervosität umzugehen».

Schliesslich gilt es für Biberist aktiv bereits in drei Wochen voll ernst. Dann, wenn zu Hause die Kantonalmeisterschaften stattfinden. «Für den grossen Teil der Solothurner Turnerinnen und Turner der Saisonhöhepunkt», betont Freudiger.

Für Daniel Vogt steht nach dem Erfolg in Lommiswil sowieso immer mehr fest: «Jetzt wollen wir auch Kantonalmeister werden.» Das unter anderem von Lady Gaga und Jennifer Lopez besungene solide Programm von Biberist aktiv, das den Mann und die Frau ins Zentrum rückt, hat das Potenzial dazu.