Biberist begann resolut und liess Dulliken gar nicht erst ins Spiel kommen. Das Timing in den Zweikämpfen stimmte, und immer wenn die Dulliker ein Dribbling oder eine Pirouette mit dem Ball am Fuss versuchten, verloren sie auf schmerzhafte Weise den Ball.

Und dann kam auch noch das Glück des Tüchtigen dazu. In der 20. Minute setzte sich Simon Keller, der beste Mann auf dem Platz, gegen Marco Carubia und Valdimiro Quinjica durch und bereitete das 1:0 vor. Jamil Cardinaux kam aus 14 Metern frei zum Schuss und der Youngster traf herrlich ins hohe Eck.

Wenig später eine ähnliche Situation: Dario Emch konnte sich den Ball präparieren, kein Dulliker wollte den Extraschritt machen und stören. Emch gelang aus 27 Metern ein herrlicher Sonntagsschuss zum 2:0.

Definitive Entscheidung in den Schlussminuten

Die erste grosse Dulliker Chance bot sich in der 35. Minute, aber Nils Wernli verlor das 1:1-Duell gegen Biberists Goalie Moreno Blum. In der 50. Minute gelang es dem FCD endlich, mit raumgreifenden Pässen die Abwehr der Platzherren aus den Angeln zu heben, und Wernli verkürzte auf 2:1. Doch das wars dann auch schon.

Biberist dominierte den Ball geschickt und Dulliken konnte kaum je Druck aufbauen. Nacheinander hatten Jamil Cardinaux und zweimal Andreas Felder das 3:1 auf dem Fuss. In der 87. Minute war es dann so weit. Cardinaux erkämpfte sich den Ball, bediente Patrik Jäggi, der zu Dario Kopp weiterleitete, welcher den Konter souverän abschloss und den Match definitiv für das Heimteam entschied.

Negative Gerüchte in Dulliken

Sicher, wegen der Sperren gegen Ushtrim Hasani, Rico Schönenberger und Furkan Tan fehlte Dulliken eine gewisse Qualität auf dem Platz. Ob die Bank so schwach besetzt war? Jedenfalls wechselte Trainer Bejtush Rrustolli keinen einzigen Spieler. Doch die Qualität, die aber am meisten vermisst wurde, war der Siegeswille und die Bereitschaft, an die persönliche Leistungsgrenze zu gehen.

«Wir brauchen noch drei Punkte, dann sollte der Abstieg kein Thema mehr sein», sagte der starke Mann im FCD-Hintergrund, Vizepräsident Roland Gruner, vor dem Spiel. Mit dieser unaufgeregten Einstellung liefen die Dulliker auf dem Giriz ein, sie wurden durch die überzeugenden Biberister auf dem falschen Fuss erwischt und konnten die nötige Spannung in der Mannschaft nicht mehr aufbauen.

Zudem brodelt die Gerüchteküche in Dulliken. Wie im unteren Kantonsteil und dem benachbarten Aargau üblich, werden verschiedene Spieler von der Konkurrenz umworben. Diese Angebote dürften für den einen oder anderen noch attraktiver erscheinen, weil man munkelt, dass der grosszügige Gönner Roland Gruner wieder nach Wangen bei Olten zurückkehren wolle. Es heisst zwar, Trainer Rrustolli werde in Dulliken bleiben, aber er wollte zu seiner Zukunft noch nichts sagen.

Positive Gerüchte in Biberist

«So lange es rechnerisch möglich ist, werden wir alles versuchen», erklärt Trainer Vincenzo Salerno, der nächste Saison zum SC Schöftland wechselt, die tadellose Haltung der Biberister. Mit Thomas Reinhart ist sein Nachfolger bereits bestimmt. «Wir haben nach dem Ende der Meisterschaft noch das Cupspiel gegen Frauenfeld, das meine Spieler unbedingt gewinnen wollen.»

Und die Gerüchte, die in Biberist kursieren, nutzt Salerno zu seinen Gunsten: «Es heisst, das Team Aargau wird sich auflösen und auch Wohlens zweite Mannschaft wird absteigen, nachdem sich der Verein aus der Challenge League zurückgezogen hat. Dann müsste also in unserer Gruppe nur eine weitere Mannschaft absteigen.» Im Augenblick wäre das dann wieder Rothrist und nicht mehr Biberist.