Streethockey
Bettlach und Grenchen-Limpachtal wollen die Streethockey-Elite aufmischen

Bettlach und Grenchen-Limpachtal starten beide mit hohen Ambitionen in die NLA-Saison der Streethockeyaner. Freilich aus unterschiedlichen Gründen.

Michael Schenk
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Tschechischer Power für Bettlach: Neuzuzug Lukas Hudacek

Tschechischer Power für Bettlach: Neuzuzug Lukas Hudacek

zvg

Nach Ehrenplätzen im Multipack wollen es die Streethockeyaner des SHC Grenchen-Limpachtal diese Saison wissen. «Die Mannschaft ist im Winter über die Bücher und hat ganz klar die Ambition geäussert, in jeder Beziehung einen Zacken zuzulegen», sagt TK-Chef Stefan Rindlisbacher. Das gilt insbesondere punkto Einstellung. Dieses professionalisierte Denken hat jüngst dazu geführt, dass sich der langjährige Trainer Daniel Feuz dazu entschlossen hat, seinen Job nach einjähriger Absenz wieder aufzunehmen.

Der mehrfache Meister mit Sierre hatte auf die letzte Saison hin seinen Dienst in Grenchen quittiert, weil sich seine und die Erwartungshaltung der Mannschaft nicht mehr auf dem gleichen Level bewegt haben. Der Erfolgs-Coach wollte mehr, als das Team offenbar zu geben bereit war. «Jetzt hat man sich gefunden und wir erhoffen uns darum sehr viel», sagt Rindlisbacher. Nicht mehr als der Titel und der Cupsieg sind das Ziel der Solothurner, die zwischen 1999 und 2002 viermal in Folge Meister waren. Seit 2009 resultierten «nur» noch drei zweite und ein dritter Rang in der Meisterschaft.

Der Mut zum Triumph basiert nebst dem neuen, alten Coach und dem Bekenntnis zu «getunter» Professionalität auch auf diversen Rückkehrern. Spieler wie Patrik Lüthi, Ludovic Tschanz oder Marc Fankhauser – alles ex-Internationale – die zuletzt aus zeitlichen Gründen ins zweite Glied gerückt waren, sind wieder bereit, am NLA-Karren zu reissen. «Die Vorbereitung hat gezeigt, dass die erwähnten Spieler vom Potenzial noch jederzeit in der NLA mithalten können», sagt Rindlisbacher.

Dazu kommen fünf aktuelle Nationalspieler, die mit der Schweiz im Juni an der WM in Neufundland den siebten Rang belegt hatten. Das beste Resultat seit Jahren. Kraft ihrer nationalen Streethockey-Grössen verzichten die Grenchner vorderhand als einziges, nominelles Spitzenteam der Liga auf einen Ausländer. «Wir wollen unseren eigenen Leuten, die Chance geben, sich zu behaupten», so der TK-Chef.

Sollte indes Bedarf erwachsen, «würden wir gegebenenfalls noch reagieren.» Ganz im Gegensatz zu Grenchen-Limpachtal startet diesbezüglich der SHC Bettlach in die Saison. Das Mittelfeld-Team der letzten Jahre baut heuer gleich auf zwei tschechische Topspieler und hegt darum nur wenig höhere Ambitionen als der Kantonsrivale.

Nach dreijährigem Engagement ist der bisherige Ausländer, Petr Rybon, unterdessen Hockeyschweizer und belastet das Kontingent (1 Ausländer) deshalb nicht mehr. Rybon spielt inzwischen gar für die Schweizer Nationalmannschaft. Mit Lukas Hudecek konnten die Bettlacher so auf diese Saison hin, wie Sportchef Andreas Siegenthaler schwärmt, «eine echte Granate» verpflichten.

Der 26-jährige ex-Weltmeister sei enorm schnell, kaltblütig vor dem Tor und in jeder Beziehung eine Liga höher einzustufen als der Rest. «Wir erhoffen uns, dass in seinem Sog auch alle anderen noch zehn Prozent an Leistung draufpacken können», so Siegenthaler. Ganz nach Erfolgsprinzip – der Star im Team sorgt dafür, dass die anderen frei und gelöst aufspielen können. Der 40-fache Internationale seines Landes weilt seit drei Monaten in der Schweiz und hat sich «sehr gut in die Mannschaft integriert», sagt der Sportchef.

Derzeit wohnt der «Powerman» noch bei einem Teamkollegen und arbeitet zu 100 Prozent bei einer örtlichen Metallbearbeitungsfirma. «Einen Vollprofi können wir uns nicht leisten», räumt Siegenthaler ein. Mit Blick auf ihre «Tschecky-Power» hat das Team aus dem Bezirk Lebern seine Ziele wie erwähnt massiv hochgeschraubt. Siegenthaler: «Der Playoff-Viertelfinal ist das Minimalziel, lieber aber der -Halbfinal.» Nun – da verspricht das Derby der beiden Solothurner Top-Teams, das am 29. September erstmals stattfindet, doch einiges an geballter Streethockey-Klasse.