Fast drei Stunden dauerte das Solothurner NLB-Derby in der Division 1 zwischen der zweiten Mannschaft des SHC Bettlach und Phoenix Hägendorf – und es war immer etwas los. So gab es nicht weniger als 18 Tore zu sehen. Trotzdem war es keine besonders gute Werbung für das Streethockey. Viel «Gstürm», manchmal auf tiefem Niveau, und ständige Diskussionen mit den Schiedsrichtern prägten diesen Sonntagnachmittag auf dem Bettlacher Einschlag. Diesmal machte Phoenix seinem Namen keine Ehre: Eine wahre Strafenflut ermöglichte es nämlich Bettlach, einen mit 2:6 eigentlich verlorenen Match im letzten Drittel noch in einen durchaus verdienten 10:8-Sieg zu kehren.

Phoenix früh in Führung

Das Derby begann mit einem Fehler des Bettlacher Goalies und Hägendorf ging in Führung. Danach spielten die Platzherren eigentlich besser, trafen aber nur Pfosten und Latte. Die Gäste waren bei Weitschüssen und Kontern gefährlich. Das 1:4 kurz vor der ersten Pause war bezeichnenderweise sogar ein Shorthander, und irgendwie sah es ganz so aus, als ob Phoenix dank der guten Chancenauswertung diesen Match gewinnen würde. Die ersten verbalen Tiefschläge wurden früh verteilt: Die Spielerbank der Gäste war in einem erbärmlichen Zustand und krachte zusammen, obwohl nur gerade Spielertrainer Markus Wyss darauf sass. Der regte sich mächtig auf, als von der Bettlacher Seite die lapidare Antwort kam: «Dann nimm doch nächstes Mal deine eigene Bank mit.»

Alles anderes als fair

Auf diesem Niveau ging es weiter, es wurde ständig mit dem Schiedsrichterduo gehadert, die Bettlacher Strafbank titulierte die Hägendorfer Strafbank mit Tiernahmen, worauf dort Captain Simon von Arx ausrastete und eine Disziplinarstrafe kassierte. Da stiess zum Beispiel der Hägendörfer Cyrill Wyss seinen Gegenspieler absichtlich ins Tor. Ein weiterer Tiefpunkt war der einzige Eingriff ins Spiel des Bettlacher Ersatzgoalies Jan Röthlisberger: Der übte von der Bank aus Selbstjustiz und griff über die Bande hinweg einen Hägendorfer an.

Powerplay zeigt Wirkung

Dass die Gäste nur mit Goalie und neun Feldspielern angetreten waren, wirkte sich mit der Zeit immer mehr aus. Die Hägendörfer wurden müde und begingen immer mehr Fouls. Das Mitteldrittel konnten sie zwar mit 2:2 noch ausgeglichen gestalten, aber irgendwann musste das fast konstante Powerplay der Bettlacher einfach Wirkung zeigen. Zu Beginn des Schlussdrittels war es so weit: Als zeitweise mehr Hägendörfer auf der Strafbank sassen als auf dem Spielfeld standen, schoss Bettlach ein Tor nach dem anderen und führte die verdiente Wende herbei.