Wenn alles ideal läuft, liegt ein Podestplatz vielleicht «im Bereich des Möglichen», blickt Bernhard Salzmann der soeben lancierten NLA-Saison der Hornusser entgegen. Das Auftaktspiel gegen Aufsteiger Krauchthal-Hub hat seine Gesellschaft, Recherswil-Kriegstetten, klar gewonnen. Einer aus dem «Trio Grande», Höchstetten, Wäseli und dem amtierenden Meister Bern-Beundenfeld, müsste indessen schon krass durchhängen, damit eine der Konkurrenzgesellschaften einen Stich auf einen Podestplatz hätte.

Die Letzten, welche die Krone gewannen und nicht aus dem Spitzentrio stammten, waren 2012 die Mannen von Recherswil-Kriegstetten. Seither hat sich das Kräfteverhältnis in der «weltbesten» Hornusserliga zugunsten der «Big Three» akzentuiert. «Es ist wie so oft», sinniert Salzmann, «die Starken werden immer stärker.»

Dabei möchten die Besten der «kleineren Gesellschaften» auch einmal das Gefühl erleben, Schweizer Meister zu werden oder ein Eidgenössisches zu gewinnen. Also trifft «Mann» sich im kleinen Kreis ... Ein Schelm, wer denkt, es wären auch Geld oder «Gaben» im Transfer-Spiel ...

«Stratosphären-Pingpong-Spieler»

Letzte Saison klassierte sich die Solothurner Fraktion unter den «Stratosphären-Pingpong-Spielern», wie der Volksmund auch hie und da sagt, auf den Rängen 6, 7 und 8. Makellos lief es dabei keiner der drei Gesellschaften; selbst wenn die Recherswiler ohne Nummero durchkamen. Das heisst, sie liessen keinen einzigen, vom Gegner abgefeuerten Nouss ins Ries (Feld) fallen, sondern taten jeden mit der Schindel ab. Salzmann: «Dafür waren wir hie und da etwas inkonstant punkto Schlagleistungen – da wär mehr dringelegen.»

Dieses «Mehr» soll nun in der Saison 2016 folgen. Kräftemässig sind die Meister von 2012 ähnlich stark einzuschätzen, wie zuletzt. Mit Reto Glauser beabsichtigt zwar einer der zuletzt stärksten Recherswiler Schläger heuer kürzerzutreten; dafür «wechselt Christoph Schenk von der HG Winistorf zu uns.» Letzterer zählt zu den Ballermännern der Zunft. Am Eidgenössischen 2015 in Limpach holte er sich den Goldkranz in der 2. Stärkeklasse.

Status quo soll gehalten werden

Bei der HG Zuchwil, in den 90er-Jahren dreifacher Schweizer Meister und Sieger an «Eidgenössischen», gibt es keinen epochalen Transfer-Coup zu vermelden. «Wir haben vor allem Spieler aus den eigenen Reihen, die ins Fanionteam aufrücken», hält Marc Liechti fest. Letzterer ist Spielführer A-Mannschaft. Ganz ähnlich tönt es aus Gerlafingen. «Für uns war der 8. Platz letzte Saison ein gutes Resultat», sagt Kevin Aebi. Insofern sei man primär bestrebt, den Status quo zu halten.

Am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (Esaf) in Estavayer, welches Ende August an den Gestaden des Neuenburgersees stattfindet, sind keine Solothurner beteiligt. Im Rahmen des Esaf findet ja immer auch ein Hornusser-Wettkampf mit hohem Prestigegehalt statt. Die Gesellschaften werden dazu turnusgemäss eingeladen.

Für die Spitzenhornusser aus dem Kanton Solothurn geht es also nebst einer guten Platzierung in der Meisterschaft auch um die inoffizielle Krone des Kantonalmeisters. Ein Dreikampf, der äusserst spannend zu werden verspricht. Ein Blick auf die Rangliste des letzten Jahres beweist dies – da herrschte unter Recherswil-Kriegstetten, Zuchwil und Gerlafingen nahezu Gleichstand.