Schritt für Schritt ist der kleine FC Büren an der Aare aus der 4. Liga aufgestiegen, bis er 2009 in der Berner 2. Liga ankam. Im Höhenflug kehrten auch Ausnahmekönner wie zum Beispiel Michael Blaser zurück. Der Traum von einem weiteren Aufstieg wurde zwar nicht Wirklichkeit, aber zweimal schloss Büren auf dem ausgezeichneten zweiten Schlussrang ab.

Mittlerweile sind Leistungsträger wie Blaser in den Vorstand oder zu den Senioren übergetreten, andere sind weitergezogen. In der letzten Saison schrammte Büren so nur noch haarscharf am Abstieg vorbei, und jetzt liegt der sportliche Stolz des schmucken, kleinen Städtli ohne Sieg auf dem letzten Platz.

«Nur mit eigenen Junioren konnten wir die Lücken nicht schliessen», erklärt der neue Spielertrainer Reto Rüttimann, «vor allem, wenn den talentiertesten Eigengewächsen der Wille fehlt.» Die Ausgangslage vor dem Spiel am Sonntag (14.30) gegen Aegerten Brügg ist brisant: Bei einer Niederlage würde der Rückstand auf den Tabellennachbar auf satte neun Punkte anwachsen.

Rüttimann seit fünf Wochen im Amt

«Ich hatte das Feuer verloren», erklärt Albertoz Myrtaj, warum er als Trainer zurückgetreten ist. Er sei sonst nicht einer, der so schnell aufgibt, wenn es einmal schlecht läuft. «Ich wusste, dass es schwierig wird, aber wenn nur acht Spieler zum Training erscheinen, ist es besser, dass ein anderer übernimmt.

Ich bin zu ehrgeizig und unter diesen Umständen nicht mehr bereit, meine Zeit zu opfern.» So rückte vor fünf Wochen mit Reto Rüttimann der Assistenztrainer, langjährige Stammspieler und Sohn des Präsidenten nach. «Ad interim», wie Rüttimann betont, «in der Winterpause wird entschieden, wie es weitergeht.»

Mangelhafte Quali- und Quantität

«Wir wollen das letzte Spiel vor der Winterpause unbedingt gewinnen», gibt der neue Trainer die Devise bekannt, «dann sieht die Situation schon viel besser aus, denn mit einem Sieg erhöht sich auch die Chance, dass wir uns in der Winterpause verstärken können.»

Das sei dringend nötig. «Es fehlt sowohl an der Qualität als auch an der Quantität, nicht am Einsatz.» Auch der Verein als Ganzes sei gesund und funktioniere gut. «Wir werden alles mobilisieren. Jetzt hoffe ich, dass ein Ruck durch die Mannschaft geht und wir mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause gehen können.»