Solothurner 2. Liga

Bellachs neues Trainer-Duo weiss: «Es braucht bald einen Umbruch»

Das Duo Arben Gjidoda (links aussen) und Alban Xhema (rechts daneben) hat beim FC Bellach das Ruder übernommen.

Das Duo Arben Gjidoda (links aussen) und Alban Xhema (rechts daneben) hat beim FC Bellach das Ruder übernommen.

Am Sonntag beginnt die neue Saison in der Solothurner 2. Liga. Der FC Bellach, bei dem Alban Xhema und Arben Gjidoda das Ruder übernommen haben, empfängt zum Auftakt den FC Biberist.

Das neue Trainer-Gespann des FC Bellach kennt sich schon seit bald zwanzig Jahren. Von der gemeinsamen Zeit bei der ersten Mannschaft des FC Subingen, an die sie sich gerne erinnern. «Wir verstanden uns damals schon sehr gut», blickt Alban Xhema zurück. «Arben war bereits etwas länger im Team und wegen seiner Erfahrung so etwas wie ein älterer Bruder für mich.» Auch Arben Gjidoda denkt gerne an ihre gemeinsame Zeit als Aktive zurück: «Das waren schöne Jahre bei Subingen. Wir feierten ein paar Meistertitel in der 2. Liga und gewannen auch den Solothurner Cup.»

Xhema beschreibt Gjidoda als ehrgeizig, fair, loyal und korrekt. «Auf dem Platz war er als Goalgetter bekannt», fügt er hinzu. «Man nannte ihn Ailton, Kugelblitz.» Gjidoda sagt über seinen gut fünf Jahre jüngeren Kollegen: «Alban ist das Gegenteil von mir – er ist sehr ruhig. Zudem ist er hilfsbereit und treu, als Mensch einfach top und mittlerweile ein guter Freund. Er will immer gewinnen, und auf dem Platz zeichnen ihn sein starker linker Fuss und die langen Zuspiele aus.»

Nach ihrer gemeinsamen Zeit in Subingen trennten sich die Wege. Und führten zuerst im Berufsleben wieder zusammen. Beide arbeiten bei der ETA SA in Grenchen. Nun sind sie auch in der Fussballwelt wieder vereint. «Nachdem Fabian Kammer den Aufwand nicht mehr betreiben konnte und zurücktrat, war für die Vereinsleitung schnell klar, dass ich den Posten übernehmen soll», schildert Xhema das Szenario, das sich im Frühjahr ergab. «Für mich war klar: Wenn ich es mache, dann nur zusammen mit Arben, dem ich vertraue und mit dem ich mich perfekt ergänze.»

Gjidoda seinerseits hat im Januar entschieden, den SC Blustavia nach etwas mehr als drei Jahren zu verlassen, um weniger Verantwortung zu tragen und mehr Zeit für die Familie zu bekommen. Er hatte sich schon auf eine Auszeit vom Trainer-Business eingestellt, als der Anruf aus Bellach kam. «Da musste ich nicht lange überlegen. Ich freue mich, dass ich zusammen mit Alban bei diesem gut organisierten Verein die erste Mannschaft trainieren darf.» Das geteilte Pensum ermögliche es ihm, auch mal zu fehlen, wenn dringende Termine anstehen.

Was die Aufgabenteilung anbelangt, müssen sich die beiden noch finden. «Es funktioniert jetzt schon sehr gut. Wir sehen uns jeden Tag im Geschäft und können auch mal bei einem Kaffee über das Training diskutieren. Wir wollen es aber perfekt machen», sagt Xhema. Die bisherige Vorbereitung habe gezeigt, dass er von Gjidodas Erfahrung, was die Gestaltung der Trainings betrifft, sehr profitiere. Andererseits ist Xhema federführend, wenn es um die Vorbereitung auf Spiele, um die Ansprachen oder auch um die Teamsitzungen geht.

Bellach beendete die Vorrunde 2019/20 hinter Iliria auf dem zweiten Platz. Xhema spricht von einer sehr guten ersten Saisonhälfte, die das Team in der Rückrunde gerne bestätigt hätte. Das Ziel für die neue Saison ist eine Klassierung unter den besten fünf Klubs. Zudem soll das Team im Cup überwintern. «Aufgrund der starken Konkurrenz wird es eine extrem harte Saison, vorne und hinten wird es eng», mutmasst Gjidoda. Xhema ergänzt: «Ich rechne mit einer attraktiven Saison. Es gibt viele spielerisch sehr starke Mannschaften.» Auch der FC Bellach soll wiederum für gepflegten Fussball stehen. «Ein schöner, fairer Fussball mit einem sauberen Spielaufbau und viel Ballbesitz soll unsere Handschrift werden», sagt Xhema. «Wir wollen den Zuschauern etwas bieten.»

Ob man den langjährigen Spielmacher selbst noch aktiv auf dem Platz sehen wird, lässt er offen. Der 36-Jährige spielt schon seit zwei, drei Jahren mit dem Gedanken, kürzerzutreten in der ersten Mannschaft. Stets hiess es aber vonseiten Trainer und Vereinsleitung, er müsse unbedingt noch eine Saison dranhängen. «Weil ich die Übungen ja leite, habe ich in der Vorbereitung sehr wenig mittrainiert, das spüre ich. Ich werde mich aber jeweils anziehen, und wenn es nötig ist, auch einwechseln.»

Was dem Duo aktuell etwas Sorgen bereitet, ist, dass fast drei Viertel der Spieler der ersten Mannschaft bereits im Seniorenalter sind. In der Nachwuchsabteilung des Vereins besteht Nachholbedarf. «Es ist zwar schön, mit so vielen routinierten Spielern arbeiten zu können, bei denen ist aber meistens auch die Verletzungsgefahr grösser und sie brauchen mehr Regenerationszeit», sagt Xhema und unterstreicht: «In den nächsten zwei bis vier Jahren muss deshalb ein Umbruch stattfinden beim FC Bellach.» Und für diesen würde das Duo gerne verantwortlich zeichnen. «Es entspricht unserem Charakter, dass wir langfristig planen», sagt Gjidoda. «Wir wollen das mindestens zwei Saisons oder, wenn es gut funktioniert, noch länger machen. Ich bin nicht nur für ein Jahr zum FC Bellach gekommen.»

Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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