Fünf Spiele, fünf Siege, ein Torverhältnis von plus 50 - der TV Solothurn ist picobello in die 1.-Liga-Meisterschaft gestartet. Nichts von posttraumatischer Relegations-Depression nach dem Abstieg letzte Saison. «Der Teamgeist ist ausgezeichnet», hält Coach Mathias Heger denn auch fest. Der Mix aus bestandenen «Würdenträgern» und Gas gebenden Youngsters sei sehr bereichernd, so der Coach. Konkurrenz ist schliesslich der Leistung nur und immer förderlich. «Man spürt sogar Wettkampfgeist im Training und das tut allen gut», so Heger.

Erster grosser Brocken wartet

Waren es mit Vevey, Lyss, Birsfelden, Visp und Herzogenbuchsee bis dato eher nominell schwächere Equipen, gegen welche die Solothurner anzutreten hatten, wartet nun am Samstag (17 Uhr, CIS Sportcenter) mit dem HBC West ein fetter Brocken auf die Öufi-Städter. «Ich erwarte ein sehr intensives Spiel. Darum wäre es schön, wenn die Halle wieder einmal richtig voll wäre», wünscht sich der Trainer. Schliesslich kann ein feurig, mitmachendes Publikum viel bewirken.

Die aufstiegsambitionierten Lausanner vom HBC West belegen einen Punkt hinter Solothurn Rang zwei in der Gruppe 3. Coach der Romands ist kein Geringerer als Zlatko Portner. Der Ex-Weltmeister mit Jugoslawien also, der die Solothurner nach deren NLB-Aufstieg vor zwei Jahren mit Zsolt Toth coachte. Auch diesbezüglich liegt Brisanz in der Partie. «Keiner will natürlich verlieren», räumt Heger ein.

Grundsätzlich indes verstehe man sich als Trainerkollegen in der überschaubaren Handball-Welt tiptop. So half Portner heuer sogar mit, das Trainingslager des TVS in Serbien, in Portners Heimat Ruma, zu organisieren. «Ein Schwager von ihm hat uns während dieser Woche betreut und dafür gesorgt, dass es uns an nichts fehlt», erzählt Matthias Heger. Und die Solothurner scheinen das Lager in der pannonischen Tiefebene südlich der Donau gut genützt zu haben.

Klares Ziel: Aufstieg

Nachdem während der letzten zwei Jahren in der NLB vorab Niederlagen den Alltag des TVS bestimmten, sind es jetzt in der 1. Liga Siege. Das soll auch so sein, denn das klare Ziel heisst: Aufstieg. «Das ist definitiv so», sagt Heger. «Wir wollen zurück ins nationale Geschäft.» Und es sieht gut aus. Je die zwei Besten der drei 1.-Liga-Gruppen qualifizieren sich für die Finalrunde. Die wiederum zwei Besten dieser Einfach-Runde steigen auf.

Jeder Triumphmarsch birgt aber auch seine Tücken. Im Unterbewusstsein kann sich fix Genügsamkeit einnisten und ein «Die-schlagen-wir-sowieso-Gefühl» breitmachen. Heger bestätigt: «Gegen vermeintlich schwächere Gegner waren durchaus schon gewisse Unkonzentriertheiten zu erkennen. Gegen starke Teams aber hat es bis jetzt sehr gut geklappt.» Na, dann sollte doch am Samstag einem weiteren Handball-Fest im CIS-Sportcenter nichts im Weg stehen.