Patrik Grolimund, der Nachfolger von Roland Hasler als Coach des Erstligisten Solothurn, hat seinen Job in Angriff genommen und blickt der Zukunft zuversichtlich entgegen. Auch die übrigen neuen und alten Leute an der Vereinsspitze sind guter Dinge, dass die jüngsten Turbulenzen definitiv der Vergangenheit angehören und man einer sonnigen Zukunft entgegensteuert. Das Kader der ersten Mannschaft steht im Wesentlichen. «Vielleicht werden noch ein, zwei Spieler dazukommen», sagt der neue Transferchef, Francisco Fernãndez. Und schränkt ein: «Das müssten dann aber echte Kracher sein.»

Das sehr junge Kader bildet somit das Gerüst für die am 10. August beginnende 1.-Liga-Saison. In diesem stehen 16 Spieler, die ihre Sporen zu einem wesentlichen Teil beim FC Solothurn abverdient haben. «Von den Spielern, die wir halten wollten, ist uns das bis auf einen gelungen», sagt Fernãndez zu den elf Abgängen.

Der Klub befindet sich damit auf bestem Weg, der neuen Philosophie «FCS 11» Taten folgen zu lassen. Zum Leitmotiv, das vorsieht, dass «in zwei, drei Jahren elf Spieler aus dem eigenen Nachwuchs die Startformation der ersten Mannschaft bilden», sagt der Technische Leiter, Ronny Vetter, heuer werde man zwar noch nicht so weit sein; doch viel fehle nicht mehr, meint der Ausbildungschef.

Budget deutlich reduziert

Das Budget des Fanionteams wurde im Zuge der Sparmassnahmen von rund 350 000 auf 290 000 Franken drastisch gesenkt. Um dies zu erreichen, hält Fernãndez fest, «mussten alle bluten. Einige Spieler verdienen heute noch die Hälfte von dem, was sie letzte Saison erhalten haben.» Wie das? «Die Spieler sind überzeugt von dem Weg, den wir eingeschlagen haben. Sie wollen dabei sein. Ausserdem haben wir eine Infrastruktur zu bieten, die nicht jeder Erstliga-Verein so bieten kann», räumt Fernãndez ein.

Letzterer ist eigentlich U13-Trainer und hat im Zuge der Abgänge in Vorstand und Geschäftsleitung das Amt des Transferchefs zusätzlich übernommen. Neun Spieler aus dem aktuellen Kader wurden mit 2-Jahres-Verträgen ausgestattet, was zeigt, dass man künftig auf Konstanz bedacht ist. Bislang waren in Solothurn Einjahreskontrakte Usus. «Die Spieler, die jetzt da sind, sind alle mit dem Herz dabei und nicht des Geldes wegen», sagt Fernãndez. In dem Sinn würden viele Spieler den Verzicht auf Geld als Investition in ihre Entwicklung als Fussballer betrachten.

Was die finanzielle Seite nach dem Spektakel der letzten Wochen angeht, so gibt sich der neue Marketingchef Claudio Capelli ebenfalls guter Dinge. Der U10-Trainer ist Verkaufsleiter bei einer Zürcher Firma und hat den Job des Marketingchefs ebenfalls im Doppelmandat übernommen. Nach dem Theater an der Vereinsspitze seien Sponsoren abgesprungen, gibt Capelli zu. «Aber», sagt er sofort, «es sind auch neue dazugekommen, die an den Neuanfang glauben. Darunter sehr namhafte.»

Nichtsdestotrotz sei man unbedingt auf weitere Geldgeber angewiesen. Dies selbst für den Fall, wenn der Posten Sponsoren-Einnahmen gegenüber dem Vorjahr keine Einbusse erfahren werde. Ein grosses Anliegen des neuen Marketingchefs ist es, mit dem FC Solothurn näher an die Bevölkerung heranzukommen und ihn transparenter zu machen, «was beim FC Solothurn alles Gutes geleistet wird». Mit Gutem ist vorab die sehr erfolgreiche und rund 280-köpfige Nachwuchsabteilung gemeint – das Prunkstück des Ausbildungsvereins. So gibt es seit kurzem eine Facebook-Seite «FC Solothurn Nachwuchs».

Nachwuchs-Brötli wird eingeführt

Bald wird man in der Stadt zudem ein FC-Solothurn-Nachwuchs-Brötli kaufen können. Ein Sandwich, das so belegt ist, wie es sich das Gros der jungen FCS-Kicker wünscht. So viel sei verraten: Äpfel sind in diesem Brötli nicht enthalten, dafür aber nebst anderem getrocknete Tomaten. Das entsprechende Verkaufsgeschäft ist einer der neuen Sponsoren. Vielleicht habe es den Schlamassel ja gebraucht, um punkto Marketing durchzustarten, sagt Capelli.

Die Stimmung im Führungsgremium des FC Solothurn jedenfalls versprüht Optimismus. «Wir ziehen wieder alle an einem Strick», lautet das Credo. Was jetzt noch fehlt, ist ein starker Präsident.