Fussball
Beim FC Olten lautete das Motto: flach spielen – hoch gewinnen

Olten spielt Italgrenchen mit seinen rasanten Kurzpässen schwindlig und gewinnt verdient 6:1. «Kämpferisch hat mich der Gegner enttäuscht», analysierte Oltens Trainer Alfred Schmid.

Hans Peter Schläfli
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Oltens Marco Mirarchi lässt den Grenchner Fabian Frick mit einer Finte ins Leere laufen.
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Itals Alain Kocher präpariert sich den Ball.
FC Olten gewinnt mit 6:1 gegen Italgrenchen
Der Grenchner Marco Röthlisberger im Duell mit dem Oltner Hasan Osaj.
Oltens Goalgette unter sich: Luca Schifferle und Saban Jakupovic.

Oltens Marco Mirarchi lässt den Grenchner Fabian Frick mit einer Finte ins Leere laufen.

Hans Peter Schläfli

Mit Italgrenchen und Olten trafen zwei Mannschaften aufeinander, die dasselbe Prinzip als taktische Basis haben. Beide Seiten suchen den Erfolg mit gepflegtem Kombinationsspiel. Doch ein kleiner, aber entscheidender Unterschied war leicht zu erkennen: Die Oltner berührten den Ball nur einmal, die Grenchner meistens zweimal. Das brachte ein ganz unterschiedliches Tempo in die Aktionen. Zudem spielte Itals defensive Kette auf einer Linie, obwohl die beiden Innenverteidiger nicht zu den wendigsten der Liga zählen. Olten nutzte das mit gut tempierten Steilzuspielen durch die Lücken aus. In der 5. Minute tauchte so Luca Schifferle alleine vor Goalie Luca Amerzin aus. Es war schon die zweite Oltner Chance, und diesmal es hiess 0:1.

Schifferle erhöht auf 16

Dass auch Italgrenchen schnelle Passfolgen vortragen kann, bewies das 1:1. Dabei bediente Stefan Todorovic die hängende Spitze Velerio Fragapane mit einem pfannenfertigen Ball. Aber das wars dann schon fast von den Platzherren. Olten dominierte den Ball weiter. Mit unzähligen flachen Kurzpässen aus der eigenen Abwehr heraus wurden die Grenchner schwindlig gespielt, bis Matthias Haller unbedrängt aus 18 Metern die Gäste wieder in Führung brachte. Das 1:3 war eine Kopie des 0:1, wobei der unbändige Vorwärtsdrang des jungen Aussenverteidigers Todorovic den Oltnern zusätzlichen Raum eröffnete, den sie clever nutzten. Und als Saban Jakupovic kurz vor der Pause das vierte Tor für den FCO schoss, war der Match definitiv entschieden.

Italgrenchen hatte nicht erkannt, dass es gegen einen technisch überlegenen Gegner nicht genügt, auf seine eigenen spielerischen Qualitäten zu vertrauen. Das hatte zwar auf dem sehr gepflegten Rasen im Kleinstadion Riedern ein wirklich attraktives Spiel fast ohne Unterbrüche zur Folge, aber auch das hohe Schlussresultat. Goalgetter Schifferle legte nämlich noch zwei drauf, womit er nun in der Torschützenliste mit 16 Treffern alleine in Führung liegt.

Wenig Körpereinsatz

Der Körpereinsatz war auf dem Niveau eines Freundschaftsspiels. Trotzdem sprach Schiedsrichter Mario Arlovic, der eine leichte Aufgabe hatte, zwei Verwarnungen aus: in der 28. Minute gegen Hasan Osaj, und er 67. gegen Yannik De Maria. «Kämpferisch hat mich der Gegner enttäuscht», analysierte denn am Ende auch Oltens Trainer Alfred Schmid, der nach einer Bypassoperation das Coaching ganz seinem Assistenten Georg Schifferle überlässt. «Am Mittwoch wird es im Cup gegen Deitingen sicher nicht mehr so einfach.»