Fussball
Beim FC Grenchen will man raus aus der Vergangenheit

Der neue Trainer des FC Grenchen, der Marokkaner Najib Melhli, will punkto Fussball in der Uhrenstadt eine neue Euphorie entfachen. Dass Melhli voll auf Leistung setzt, hat er bei vier Testspielern aus Frankreich gezeigt. Drei sind durchgefallen.

Jonas Burch
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Der neue Trainer des FC Grenchen, der Marokkaner Najib Melhli.

Der neue Trainer des FC Grenchen, der Marokkaner Najib Melhli.

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Es hapert zwar noch mit dem Deutsch, aber Wörter wie «schnell, schnell» oder «danke» gehen dem Marokkaner Najib Melhli bereits wunderbar über die Lippen. Der neue Coach ist gekommen, um zu bleiben. «Grenchen ist nicht einfach eine Durchgangsstation», macht der ehemalige Ligue-2-Spieler in Frankreich (190 Partien) deutlich. Entsprechend büffelt der 48-Jährige seit seinem Amtsantritt am 1. Juli intensiv deutsch. Mit CD, DVD und Büchern. «Ich bin bestens ausgerüstet», ergänzt er mit einem Schmunzeln.

Nur einer hat bestanden

Warum sich der Nordafrikaner, der zuvor noch nie in der Schweiz war, genau für den 1-Ligisten entschieden hat, hat einen simplen Grund: «Hier ziehen alle an einem Strang und verfolgen dieselbe Idee». Mittlerweile konnte sich Melhli auch einen ersten Eindruck von der Mannschaft machen. Beim Testspiel gegen die U21 der Young Boys (2:2) sah der Trainer bereits gute Ansätze. In einer Woche will er dann sein komplettes Kader beisammen haben. Noch sucht der Ex-Profi nach einer Verstärkung im Angriff und im Mittelfeld.

Dass Melhli voll auf Leistung setzt, hat er bei vier Testspielern aus Frankreich gezeigt. Drei sind durchgefallen, weil sie nicht über die nötigen physischen Qualitäten verfügt haben – geblieben ist einzig Mittelfeldspieler Mehdi Nimzil. Ausserdem verstärkt der Mazedonier Marian Belchev die Abwehr. Ansonsten will der Coach ausschliesslich auf Eigengewächse oder Spieler aus der Region setzen. «Ich will die Tradition und Philosophie diese Klubs nicht verändern», sagt Melhli.

Dennoch ist die Arbeit in der Schweiz anders als in Frankreich, das habe Melhli schon früh gemerkt. Während die Franzosen vor allem technisch versiert sind, drückt in der Schweiz die physische Komponente viel stärker durch. Für den Neo-Trainer kein Problem, denn sein Hauptaugenmerk gilt der Offensive. «Verteidigen kann jeder. Die Kunst ist, ein gepflegtes Aufbau- und Offensivspiel zu verinnerlichen». Eine weitere Möglichkeit, diese Automatismen zu verfeinern, bietet sich heute (20.30) beim zweiten Spiel gegen Xamax am Seeland Cup in Lyss.

Die Aufstiegsspiele sind das Ziel

In 16 Tagen gilt es dann beim Meisterschaftsauftakt ernst. Und die Ambitionen bei den auch im Vorstand umstrukturierten Grenchnern sind gross. «Wir wollen in die Aufstiegsspiele», gibt Melhli die Richtung vor. Dafür will er auch der hauseigenen Mentalität neuen Schwung verleihen. «Grenchen hat eine prägende Vereins-Geschichte. Aber jetzt gilt es, in die Zukunft zu blicken und die Vergangenheit ruhen zu lassen».